S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Thoughts and Feelings, Hope and Despair
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Thoughts and Feelings, Hope and Despair

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Montag, 27. August 2013, 14:57 Uhr
Habe mir heute Nacht vorm Schlafengehen ein paar Einträge von vor zwei Monaten durchgelesen, bevor ich wieder Geld für Spiele und den Fernseher im Zimmer stehen hatte. Kommt mir so vor, als habe ich da noch vermehrt auch über andere Sachen geschrieben, als über Serien und Spiele. Ich hatte beinahe nichtsmehr, auf das ich noch dauerhaft hineinkippen konnte (immerhin hatte ich alles schon x-mal gesehen), also hatte ich auch die Zeit und mein Gehirn die freien Kapazitäten dazu. Jetzt bin ich eben wieder in die Spiele gekippt. Hin und wieder kommt es mir selbst seltsam, um nicht zu sagen unwahrscheinlich vor, dass man so auf etwas hineinkippen kann. Normalerweise, wenn man einem geordneten, auf eine andere Art stinklangweiligen Leben nachgeht, hat man schließlich dementsprechend selten Zeit für sowas. Solche Leute werden die Dinge wohl nie so sehen, wie ich sie sehe. Spiele, Filme/Serien, Musik, Internet. Genauso wenig, wie ich zum Beispiel Fußball so sehen werde, wie andere. Besonders Fußball. Nicht nur, weil ich kein Freund körperlicher Betätigung bin. Für mich stellt Fußball schon seit meiner Jugend vielmehr eine Religion, als wirklich einen Sport, dar und wirkt auf mich mindestens genauso unsinnig. Es macht auf mich eher den Eindruck eines Krieges, als den eines Spiels. Ich schaffe es oft nichteinmal, die körperliche Leistung der Spieler zu würdigen. Zu viele Schwalben, zu viel Schauspielerei, oft zu viel nichts tun und nicht zuletzt zu viel Korruption. Immerhin steckt ja eine mörderische Industrie dahinter, in der es um Millionen und Milliarden geht. Was zum Punkt „viel zu unnachvollziehbar hohe Gagen und Gehälter“ bringt. Schon klar, dass gute Trainer/Manager/Spieler dem Verein und allem, was damit in Verbindung steht, Unmengen an Geld und Publicity und demzufolge noch mehr Geld einbringen. Trotzdem übersteigen die Vertragssummen schon seit Ewigkeiten alles, was man als einen realistischen Wert betrachten könnte. Nicht nur beim Fußball, sondern auch in diversen anderen Sportarten. Zum Beispiel die Unsummen an Sponsorengeldern, die einfach nur dafür ausgegeben werden, um das Logo auf dem Rennanzug oder dem Cap eines Formel 1-Fahrers zu positionieren. Alleine dafür wird schon mehr hingelegt, als ein „Normalsterblicher“ und seine ganze Familie in all ihren Leben zusammen jemals ausgeben könnten. Warum? Im Prinzip ja nur wegen des Werbeeffekts. Natürlich fällt mir in dem Zusammenhang wieder die unfaire Verteilung des Reichtums auf dieser Welt ein. Ich habe mich irgendwo schonmal darüber ausgelassen (Ich glaube, in den handgeschriebenen Blättern.). Aber ich komme eben nicht umhin, mich zu fragen, warum niemand den hungernden Kindern irgendwo in Afrika oder in sonstigen notleidenden Krisengebieten ein Sponsorenlogo auf die befleckten und zerissenen Shirts näht oder ihnen überhaupt´mal ein Shirt zur Verfügung stellt und sie dafür auch noch bezahlt, dass sie damit herumlaufen. Deren Bilder gehen schließlich auch um die Welt und werden von vielen Leuten gesehen, während sie auf einer Unzahl von Postern, Plakaten und Broschüren an unser Mitgefühl apellieren und versuchen, unsere Nächstenliebe zu wecken. Aber mit solchen Bildern will schließlich niemand in Verbindung gebracht werden. Das hat keine Prestige. Dass der Sportler das Geld für das Logo auf seiner „Uniform“ ohnehin nicht(-mehr) braucht, sofern er das überhaupt jemals getan hat, und anderswo unzählige Leute und ihre Familien, ja sogar ganze Dörfer und Städte über Jahre hinweg versorgt wären, interessiert dabei niemanden.
Aber zurück zu Fußball als Religion. Darin ist es den virtuellen Spielen garnicht so unähnlich. Es ist eben ein Spiel, ein Wettkampf. Sowas weckt die Begeisterung vieler Menschen. Egal, ob aktiver Spieler oder einfach nur Zuschauer. Ehrgeiz, Stolz, Leistungsdruck, Respekt und Anerkennung. Wenn´s um sowas geht, ist ein gewisses Maß an Aggression immer damit verbunden. Schlimm wird’s erst, wenn gewisse Leute die Sache zu ernst nehmen, die Aggression die Überhand gewinnt und der Krieg beginnt. Ich habe nichts dagegen, wenn Leute Fußball im Allgemeinen als ihr liebstes Hobby, von mir aus auch ihr Leben bezeichnen. Geht mir mit Konsolenspielen schließlich genauso. Ich rede mehr von der Vielzahl an Menschen, die bereit sind, für ihren Verein, ihren „Gott“, wenn man so will, „zur Waffe zu greifen“. Gewaltätige Auseinandersetzungen unter den Fans sind ja bei weitem keine Seltenheit. Und das sind keine kleinen Kinder mehr, die sich um jede Kleinigkeit kloppen, sondern erwachsene Menschen. Nur, weil FC 08/15 verloren hat, ein Spieler von XY United gefoult wurde oder warum auch immer. Sowas bekomme ich allerdings immer nur von Fußball mit. Formel 1? Golf? Tennis? Skifahren? Ne, immer nur Fußball. Ist mit ein Grund, warum ich dem „Sport“ so ablehnend gegenüberstehe. Die vollkommen zusammenhangslose Gewalt ist für mich über die Dauer Teil des Spiels geworden, was eben kein besonders gutes Licht darauf wirft. Die immerwieder auftauchenden Berichte über Spielmanipulation tun ihr Übriges, um mein Bild des Geschehens rund um und auf dem Platz nicht zu verbessern. Doch das schädigt das Image von so ziemlich allem. Kommt ja schließlich nicht nur beim Fußball, sondern praktisch überall vor, wo es um Gekd geht.
Trotz allem ist und bleibt Fußball ein gesellschaftlich anerkannter und beliebter Sport. Keine der negativen Seiten vermag es, die Meinung der Masse darüber zu ändern. Niemand käme auch nur ansaztzweise auf die Idee, das Spiel selbst für die Gewaltausschreitungen (Gleichgültig, ob durch Hooligans oder die Fans selbst verursacht.) oder sonstiges verantwortlich zu machen, das damit als unerwünschter Nebeneffekt einher geht. Darum werde ich es wohl nie ganz verstehen, warum Video- und Computerspiele oft als Sündenböcke, Ursache und Auslöser von Amokläufen und dergleichen hergenommen und als achso gefährlich angesehen werden. Ja, die Gewaltdarstellung ist teilweise extrem. Doch das ist sie in vielen Filmen auch. Filme sind allerdings nicht interaktiv. Man führt die Taten nicht selbst durch. Tut man jedoch in einem Spiel auch nicht. Man schwingt nicht selbst die Axt. Man hält kein echtes Gewehr in Händen. Man tötet keine echten Menschen. Bei Leuten, die tatsächlich zwischen Realität und Spiel nicht unterscheiden können, sind - denke ich und ich weiß, dass ich damit nicht alleine bin – die Probleme ganz sicher nicht bei den Spielen zu suchen. Hätten Spiele über die Dauer wirklich einen derartigen Einfluss auf Menschen, so wie es manche leider glauben und immer mehr Leuten glaubend machen wollen, dann wären Psychoanalytiker und Verhaltensforscher bald arbeitslos, denn alles wäre geklärt, und Psychotherapeuten könnten sich vor Arbeit kaum retten, denn sämtliche Spieler in den Online-Ranglisten von Call of Duty, Battlefield & Co. wären ihre Patienten. Sind ja nur ein paar Millionen. Ich möchte nicht bestreiten, dass gewaltbeinhaltende Spiele auf Dauer eine gewisse Abhärtung bewirken. Das tun Filme aber auch, sogar ganz normale Nachrichten in der Zeitung oder im Fernsehen. Je mehr man mit etwas zu tun hat, umso mehr gewöhnt man sich daran. Das ist einer der Gründe, warum es für bestimmte Dinge soetwas wie Altersbeschränkungen gibt. Warum müssen trotzdem Spiele für Erwachsene geschnitten werden, da ihnen sonst droht, auf dem index zu landen? Wenn Spiele wirklich allgemein so gefährlich für und einflussreich auf den menschlichen Geist sind, warum werden nur Gewaltaten von Jugendlichen, die laut geltendem Recht, schon lange vor Erfurt und Winnenden, dazu eigentlich garkeinen Zugang haben sollten, mit ihnen in Verbindung gebracht?
It´s rock music all over again. Ganze Generationen bekommen Angst vor dem Neuen, da sie mit der Kultur und der Technik der „Jugend“ nicht mithalten können und sie dementsprechend nicht verstehen. Dabei vermeiden sie es tunlichst, sich näher mit der Materie und den Leuten, die sich intensiv damit beschäftigen, auseinanderzusetzen und werfen nur Blind mit einfachen und bequemen Anschuldigungen um sich, die nur rein oberflächlich Sinn ergeben müssen. Mehr ist auch nicht notwendig, um eine gewisse Masse an ähnlich konservativ denkenden „Individuen“ auf seine Seite zu ziehen und so dem Fortschritt einen Riegel vorzuschieben, um den beschränkten geistigen Horizont möglichst lange erleuchtet zu halten, in dessen Licht sie sich ja so wohl fühlen. Mich würde interessieren, was wohl als nächstes kommt. Ich meine, wenn Spiele einmal einen ähnlichen festen Stand in der menschlichen Gesellschaft eingenommen haben wie Fußball, die Stimmen der Kritiker keine so großen Wellen mehr schlagen und es nichteinmal mehr wert sind, in der Zeitung abgedruckt zu werden. Lange wird das bestimmt nichtmehr dauern. Aber was dann? Wird ein neues Medium erfunden, das langsam einen Weg in die Gehirne und Herzen der Öffentlichkeit bahnt und dessen Art der Darstellung von Sex, Drugs, Rock´n´Roll … and Blood (Scheiße, das wäre ein geiler Slogan für „Killerspiel“-Spieler. Sex, Drugs, Rock´n´Roll & Blood) bald darauf kontrovers diskutiert werden wird? Auf was wird als nächstes herumgehackt? Die Raucher hat man ja nun schon weitestgehend im Griff. Dabei fallen mir wieder die Werbespots diverser Zigarettenmarken ein, die ich mir´mal auf YouTube angesehen habe. Ja, das war auch einmal cool, hip, nichts besonderes oder was auch immer und wurde sogar von Ärzten empfohlen oder zumindest nicht weiter beanstanded. Und das ist gerademal fünfzig Jahre her. Aber was kommt jetzt? Internet? Damit hätten die Leute jedenfalls einiges zu tun und sie beschäftigen sich ja auch teilweise schon fleißig damit. Wo das wohl noch hinführt? Wird man den Weg beibehalten, dass manche Länder das Netzwerk als Teil ihres Staatsgebietes ansehen oder wird man eine gemeinsame internationale Lösung finden, um das Online-Treiben zu überwachen und zu reglementieren. Letzteres wäre mir persönlich lieber. Ich finde es oft genug schon stumpfsinnig genug, Grenzen auf einer Landkarte zu ziehen, um sein Gebiet zu markieren, das dann auch noch umkämpft anstatt fair aufgeteilt wird. Ohne einem gewissen „das ist meins und das ist deins“ geht es nunmal aber nicht. Doch ähnliche Grenzen auch in einem virtuellen, nicht real existierenden Raum ziehen zu wollen halte ich für total schwachsinnig. So auf die Art: „Der Teil des Internets gehört MIR! Da hast du nichts drin zu suchen.“. Und das, obwohl der „Platz“ darin beliebig erweiterbar ist und sich eine Unzahl an Menschen an der selben Stelle aufhalten kann, ohne sich wortwörtlich auf die Füße zu treten. Im echten leben entkomme ich nicht einfach. Ich bin mit bestimmten Menschen in bestimmten Situationen „gefangen“. Im Internet ist ein ganz andere Welt jederzeit nur einen Mausklick bzw. einen Fingerdruck weit weg. Ich muss mich nicht damit auseinandersetzen, wenn ich das nicht will. Wenn mir etwas nicht gefällt, gehe ich einfach wo anders hin. Die einzigen nennenswerten Resourcen im Zusammenhang mit dem Internet sind Strom, ein Gerät mit Netzwerkanschluss, Server/Speicherplatz und Geld für deren Erhalt. Sofern einem das zur Verfügung steht, sehe ich nicht ein, warum der Zugang auf bestimmte Bereiche unnötig eingeschränkt oder einem sogar komplett verwehrt bleiben sollte. Ich rede hier nicht von abstoßenden Seiten mit Inhalten wie Kinderpornographie oder ähnliches. Sowas muss natürlich weiterhin unterbunden werden. Ich meine, dass es in meinen Augen keinen Sinn macht, eine Staatsgrenze auch auf das Netzwerk auszuweiten. Wir könnten doch wenigstens das Internet zu dem machen, was uns mit unserem Planeten nicht möglich ist. Es ist ein freier Raum für alle, der von allem für alle etwas bietet. Warum sollen sich also nicht alle zu gleichen Teilen um den Erhalt dieses Ortes kümmern? Warum die selben Grenzen ziehen, die auch schon auf der Landkarte existieren? Warum sich gegenseitig die Verantwortung für einen Bereich eines Ortes zuschieben oder sogar absichtlich an sich reißen, den es garnicht gibt? Grundstücke auf dem Mond zu kaufen ergibt mehr Sinn. Außerdem, was hat die Regierung eines Landes über die Allgemeinheit „ihres“ Internets zu bestimmen, wenn doch der Großteil der Server, die den öffentlichen Raum des Netzwerkes bereitstellen, in Privat- bzw. Firmenbesitz sind? Warum haben die darüber zu bestimmen, wer wann wo wie deren „Straßen“ und „Gebäude“ zu nutzen hat und aus was diese zu bestehen haben? Nichts gegen eine Aufstellung von allgemeinen Benimmregeln, ähnlich der Genfer Konvention, um den Umgang miteinander möglichst angenehm zu halten. Diese sollten allerdings weitestgehend pretty basic gehalten und nicht durch die Gesetzgebung des jeweiligen Landes, in dem sich die Server befinden, unnötig verkompliziert werden. In letzter Konsequenz wäre ohnehin der Betreiber der Server für deren Inhalt und dessen Überwachung verantwortlich.
Ich weiß nicht, ob es mir hier gelingt zu beschreiben, wie ich das Netzwerk sehe, wie ich es gerne hätte. Es entspricht einer ähnlich kindlichen Utopie einer „perfekten Welt“, wie ich sie mir für die reales Gegenstück zusammenfantasiere. So weit wird es nicht kommen. Und wenn, dann neigen die Menschen dazu immer gleich zu übertreiben. Eine Gesellschaft wie in den Filmen Demolition Man oder Equilibrium halte ich für wahrscheinlicher, als ein wirklich angenehmes Miteinander von, für und mit allen und jedem. Dafür sind Menschen, ihre Kulturen, ihre Geschichten und ihre Ansichten von anderen Menschen, Kulturen und Geschicten einfach zu verschieden. Sowas ändert sich nicht von heute auf morgen und ein bestimmter, äußerst ausschlaggebender Teil wird sich wohl nie ändern. Selbstbestimmung. Jeder will etwas anderes und viele davon sind bereit, bis zum äußersten zu gehen und zu tun, was nötig ist, um es zu erreichen. Diskussionen führen zu Meinungsverschiedenheiten, führen zu Verhandlungen, führen zu Konflikten, führen zu Krieg. So war es schon immer und wird es auch immer bleiben. Dass alle Menschen gemeinsam an einem Strang ziehen, zum Wohle einer gemeinsamen friedvollen Zukunft, ist eines der wenigen Dinge, die ich für absolut unmöglich halte. Naja, vielleicht nicht unmöglich in dem Sinn. Wer weiß schon, was sich in ein paar hundert Jahren tut. Man braucht ja nur zurückblicken, was sich „in der letzten Zeit“, so seit (Hausnummer) 1600, getan hat. Aber es erscheint mir so unwahrscheinlich, so unendlich weit weg, dass es schon fast auf das selbe rauskommt.
Ui, heute kommt wieder die harmoniebedürftige Waage in mir durch. Ich glaube nicht unbedingt an Sternzeichen, doch es ist schon´was wahres dran.
Fragte mich gestern vorm Einschlafen auch wieder´mal, warum ich das überhaupt mache. Den ganzen Kack hier festzuhalten, meine ich. Wird es nicht früher oder später sowieso in der Masse so vieler geschriebener Worte von so vielen verschiedenen Menschen untergehen und somit mehr oder weniger bedeutungslos? Werde ich der einzige bleiben, der das alles gelesen hat oder wird es irgendwann irdendwie einer „breiteren Masse“ zugänglich gemacht? Wofür mache ich das noch? Angefangen hat ja alles, um meine Gefühlen und meine Gedanken festzuhalten, sie auszudrücken, anderen verständlich zu machen, in eine gewisse Ordnung zu bringen, ihnen einen Körper zu verleihen. Inzwischen rede/schreibe ich nurnoch mit mir selbst. Es hat eigentlich keinerlei Unterhaltungswert, sondern dient lediglich des Zeitvertreibs. Außerdem bin ich der einzige in meiner Umgebung, mit dem es wert wäre, über irgendwas zu reden. Ich habe die interessanten Themen, es gibt selten Missverständnisse und bin auch oft einer Meinung mit mir. Andere nennenswerte soziale Kontakte gibt es nichtmehr und ich unternehme auch nichts, um daran etwas zu ändern … mehr oder weniger unfreiwillig, je nach Stimmung. Bei der Lektüre der älteren Einträge heute Nacht, ist mir auch wieder aufgefallen, wie schwer es oft für mich selbst ist, mich in die manchmal dort beschriebene Lage hineinzuversetzen. Es lässt sich schon irgendwie nachvollziehen, doch erscheint es mir ebenso unbegreiflich. Das ist alles Teil meiner eigenen Vergangenheit. Ich selbst war in dieser Situation. Ich selbst habe das durchgemacht. Ich selbst habe mich in dem Moment so gefühlt, das Gedacht und so geschrieben. Trotzdem wirkt es seltsam weit weg, teilweise wie von einer anderen Person verfasst. Nicht, dass ich dem nicht zustimme, was da steht, oder dass es mir inzwischen anders gehen würde. Nur scheint da eine gewisse Distanz zu existieren. Das bin schon ich und doch auch wieder nicht. Wie eine Figur in einer Geschichte, in deren Charakterzügen man sehr viel von sich selbst erkennt, aber man weiß, dass es da nicht um einen selbst geht. Nur mit dem Unterschied, dass es da sehrwohl um mich selbst geht. Nicht einfach, das zu beschreiben. Noch dazu, wenn manche Stellen die Distanz verpuffen lassen und einen die Tränen in die Augen treiben, da man sich geistig sofort wieder in bestimmten Situationen befindet.
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Tuesday, August 27th 2013, 06:35 pm
… to preserve a part of myself, my thoughts and my feelings for … whatever.
That´s also a big part of why I´m doing this.
What for?
I mean a bit over a year ago I thought that I´d already be done with it. I thought it would already be enough. I packed a few things together. Things that I had borrowed and some which were precious to me, for the people to have who were once precious to me. I planned to leave them at Claudia´s place even though I felt awful and full of regret for even having the thought about leaving my crap at her door once again. But it would have been the last time and she´d know what to do. She always does. I wrote my last wishes in one more couple of “last“ letters – it was the second or third one - to the people I once called friends and to whoever would find my corpse. Yeah, I guess I never really meant it to definitely be the last one. Like, I always kind of knew that I wouldn´t do “it“, wouldn´t kill myself. But at the time, I honestly didn´t know what would happen next. Not that much different from now, but with a whole lot more desperation, anger and … just madness going on in my head. Now I´m just sad, broken. I calmed down. At least most of the time. I kept writing. It got more and more over the time. I made a habit out of writing everything down that I could think of and not just the more or less important stuff.. No matter what I wrote, at that particular moment it was important enough to me to write it down or I just thought “Why not?“. I began adding a lot of details. I began feeling bad about it when I thought that I´had left something out or forgot about something, as if I´d know that I may it regret some day. Somehow I want the people to know everything. Well, not everything everything, because that´s simply not possible. But as close to everything as I could possibly get. What for? I don´t know. And I don´t even really care as long as it´s not completely destroyed or forgotten. As long as a part of it survives I´m happy. Survives in someone I like that is. Apart from all the stuff I´ve been doing and achieving in my games, THIS is the biggest and most meaningful thing I´ve ever done in real life. Because THIS is the most of me and myself you most certainly ever gonna get. I´m willing to give it to you. Wheather you want it or not is your own decision.
Who am I even talking to?
Somehow I want it to get out there. And if it´s just to be read and talked about. I don´t really mind if they feel the same way or laugh at me, like or don´t like it, would´ve wanted to help or just tell me to go fuck myself. Ijust want to have some kind of assurance that it hasn´t been all in vain. I´m just trying to give this shit some meaning. Even it´s just the most pathetic little piece of twisted, weird, rotten shit-meaning one could possibly ask for.
I want to be remembered. And with this I hope to put some of my reputation back in my favor.
Yes, I want to be forgiven.
Who doesn´t?
On the other hand, don´t forgive me. If there is a hell then I want to go there. I want to find him. I still don´t know who he is or when he gets there, but there are ways to find out. They´ve got to have some records down there on when and where who has done what. Gotcha, you piece of shit.
Still, not the slightest trace of acceptance of what happened and how the people around me are dealing with it by not dealing with it. That´s mainly the problem I have with this whole story. The people and their way of simply just moving on from things. From everything. Like it doesn´t even mean shit to them. And then there is that other thing. It´s very improbable that I´ll ever be able to wrap my hands around the neck of this motherfucking piece of human garbage, that bastard, slowly squeeze the life out of his eyes until it´s almost gone before I let go, so I can do to him what I´ve done so many times in my imagination. He must suffer. For that, he must live. I still wish to do it. I still want my revenge. Not gonna happen. Because of the people. One in particular. And even if I´d be enabled to do it, they wouldn´t let me, they wouldn´t want me to. I´d still have to accept their way of (not) dealing with it while they wouldn´t have to accept shit. They´d just walk away as they always do.
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Why do I keep asking myself how she´s doing and stuff like that? Just today I wondered if she has already played Bioshock Infinite yet. She always liked the Bioshock games. Does she still play? Maybe she switched to Tropico 4? Is she still studying? Does she still have the same job? I wonder how she wears her hair now. Any new piercings? Maybe a tattoo? What has changed and what not? No, I don´t really want to know. Who knows? Don´t wanna know either.
It doesn´t do me any good. But it´s because I fail to exchange her with anything else, that my mind can´t stop spinning around her. And that´s because I don´t even try. I can´t.
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Many beautiful memories.
Strange how just a hand full of bad ones are capable of fucking everything up.
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Mittwoch, 28. August 2013, 00:13 Uhr
Lese mir nun schon seit zwei Stunden meine handschriftlichen Einträge durch. Weniger die losen Blätter, das RageFest 5000 von Mai/Juni 2012. Mehr die beiden Notizbücher von Juni bis November. Muss hin und wieder kurz tief Luft holen, um an manchen Stellen nicht wieder sofort loszuheulen. Oft bin ich seitenlang den Tränen nahe. Ich kann mit an beinahe jede einzelne Situation noch ganz genau erinnern. Gut, ist ja jetzt nicht so lange her, aber trotzdem. Die Menge machts.
Neugier und der Wille für sie da zu sein haben mich bis August 2012 vorangetrieben. Mehr schlecht als recht, aber immerhin. Seitdem ist es nurnoch ein klein wenig Neugier, oft nichteinmal mehr das. Ich konnte schließlich nicht für sie da sein, wenn sie mich brauchte.
Ich habe versagt.
Schon wieder.
Ebenfalls eines der großen Tortenstücke meines Dilemmakuchens, an dem ich zu beißen habe.
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02:45 Uhr. Gut, jetzt weiß ich auch wieder, durch welchen programmierten Dummfug ich aufgehört habe Dead Island zu spielen. Hatte die Kacke schon fast verdrängt. Bei der und ein paar anderen Geschichten kann ich mir auf Grund der Formulierung manchmal das Lachen nicht verhalten. Wenn man viel schreibt ist eben ab und zu auch´mal was gutes dabei. Auch ein blindes Korn findet mal eine Brennerei.
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05:33 Uhr. Bin mit beiden Büchern durch. Erstaunlich wie wenig sich seitdem geändert hat. Inzwischen kenne ich einige Spiele, Serien und Filme auswendig, die ich zu dem Zeitpunkt noch nicht bzw. lange nicht so gut kannte, und habe einen Locationwechsel vollzogen und … ja, das war´s eigentlich mit den „großen“ Veränderungen. In mir sieht´s praktisch noch immer genau gleich aus. Sei einem Jahr, drei Tagen und etwas über zwölf Stunden. Viel Zeit, in der sich für andere sicher viel getan hat.
Durch das viele Gelese bin ich jetzt schon wieder etwas müde. Durch das viele Gelese kann ich aber sicher nicht schlafen. Alles viel zu präsent.
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Ging danach jetzt noch die Blätter von Mitte Dezember bis Anfang Jänner 2012/13 durch. Entweder die sind insgesamt wirklich etwas harmloser oder ich habe es noch zu gut in Erinnerung und war deswegen nicht sonderlich bewegt. Wie eine erneute Wiederholung von etwas, das man einfach schon zu oft gesehen hat. Erinnerungen an ein nebliges, kaltes, verregnetes Tulln, das dunkle Zimmer, Weihnachten und Sylvester im Keller. Erinnerungen daran, was mir die Ortschaft, ihr Anblick und die Leute dort einmal für mich bedeutet haben. Erinnerungen dran, wie es sich angefühlt hat, was daraus geworden und wie es dazu gekommen ist.
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16:11 Uhr. Beim Aufwachen nurnoch ein dumpfer Nachhall der Gefühle. Immer weiter ineinander verschwimmend und verblassend. Ich sehe garnicht mehr klar zurück. Es entfernt sich unaufhaltsam immer weiter. Bald werde ich wohl nichtmehr wissen, was wirklich war und was sich nur in einer der Versionen meines Verstandes, im jeweilig gerade vorherrschenden Geisteszustand abgespielt hat. Was ist echt? Woran erinnere ich mich wirklich noch? Stimmt es so, wie ich es aufgeschrieben habe, oder war es in Wirklichkeit ganz anders? Immerhin kann ich es ja nur aus meiner eigenen Perspektive sehen. Zu wenige Fakten, zu viel Ungewissheit. Zu viele Gefühle und zuviele Gedanken. Zu viele Farben, die über die Zeit immer mehr ineinander verlaufen, während der Wahnsinn wie ein kleines Kind noch zusäzlich mit seinen Händen darin herummatscht. So fühlt es sich an.
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Es ist ziemlich kühl. Draußen regnet´s, schon seit heute Nacht. Trüb. Der Herbst meldet sich langsam an.
Meine Mom wollte den Fernseher wieder für sich. Der steht jetzt wieder im Wohnzimmer. Keine Spiele also vorerst. Zumindest nicht tagsüber. Was dann.
Das hier. Nichts weiter.
Langweilig. Nichts anderes zu tun, als zu warten, dass sie endlich schlafen geht und ich mir endlich den Fernseher wieder holen kann.
Höre nebenbei einem Bericht von von Wasser eingeschlossenen Urlaubern in einer Höhle in Salzburg zu, die nach wenigen Stunden inzwischen befreit wurden. Die Wortwahl des Reporters vor Ort erwies sich als unfreiwillig komisch. Die Urlauber konnten sich in der Höhle auf eine, für solche Situationen ausgestattete, trockene SOS-Plattform retten, zusätzlich sank der Wasserspiegel „schneller als erhofft“, so der Journalist. Ein freudscher Versprecher? Hat sich da jemand auf eine größere, dramatischere, bessere Story gefreut?
Die Geschichte mit der Spritzpistole voller Buttersäure, mit der Tierschutzaktivisten in Wien angegriffen wurden, erinnert mich gerade sehr an Luther. In der Serie war aber Fluorsäure im Einsatz. Buttersäure ist, bis auf den Gestank, relativ harmlos. Fluorsäure dagegen … naja, wer Breaking Bad kennt weiß, was da Zeug anrichten kann. Erinnert mich daran, als wir in der Mauererlehrzeit im Lager der Firma mal einen Eimer voll mit Schwefelsäure-Paste gefunden haben, die die Schweißer benutzten, um beispielsweise das Zink vom Stahl zu ätzen. Kamen natürlich nicht drumherum das Zeug überall draufzuschmieren und den Sachen beim Verätzen und Schmelzen zuzusehen. In den Wintermonaten, während praktisch keine Baustellen aktiv sind, hatten wir im Lager jetzt nicht unbedingt Narrenfreiheit, aber genug Freiraum für diverse blöde Spielereien. In Schuttmulden sitzend mit dem Hallenkran herumfahren, mit dem Stapler oder dem Moped kreuz und quer über den Firmenplatz brettern und dergleichen. Das bringt mich weiter zu den Driftwettbewerben mit dem Hubwagen, auf dem mit Schalöl eingesprühten Industriebeton-Hallenboden in der Berufschule. Was mich wieder weiterbringt, zu den elektrischen Hubwagenrennen im Leiner-Zentrallager in StP oder den gemütlichen Runden durch die nächtlichen Fertigungshallen, als ich bei Teich beschäftigt war.
Blödsinn machen, wo man nur kann. Harmloser Blödsinn.
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Draußen donnert´s. YES!
Eigentlich schönes Wetter, gute Stimmung für einen Thriller a´la Alan Wake oder ein schönes RPG wie Two Worlds II & Amalur. Aber nein.
Bringt mich zurück zu meinem ersten Ausflug nach Hyrule, in Zelda – A Link to the Past, damals auf dem SNES. Ich war zwölf. Ich und meine Mom kamen gerade von einem Ausfkug nach Mariazell zurück. Auf dem Heimweg war es trüb geworden und hatte zu regnen begonnen. Zu Hause wartete schon das Paket vom Quelle Versand, das der Postbote vor der Tür hat liegen lassen (der war schon Jahre in dem Dorf unterwegs und kannte dementsprechend die Familien). Hatte nicht damit gerechnet. Meine Mom machte das Paket auf demm Küchentisch auf. Neben Kleidung war auch das Spiel darin enthalten. Die freude war groß. Also ab in mein Zimmer, rein damit in die Konsole, Fernseher an und GO! Eine der vielen schönen Erinnerungen, die ich mit Regenwetter verbinde. Damals war die Welt noch in Ordnung. Zumindest wusste ich noch nichts von ihrer Abartigkeit.
Und warum bekomme ich jetzt feuchte Augen, wenn ich nur an den kleinen Farbfernseher denke, den ich in meinem Zimmer hatte? Bilder vom ORF Kinderprogramm und Spielen wie Starwing, Mario Kart, Secret of Mana, Zelda, Donkey Kong Country und Super Star Wars – Return of the Jedi blitzen mir durch den Kopf.
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Donnerstag, 29. August 2013, 17:17 Uhr
Jo ho, jo ho, Piraten haben´s gut.
Nach einem erneuten Ausflug zum Zielpunkt habe ich noch €65,- und ein paar Fussel in der Geldbörse. Die werde ich mir für GTA V aufheben, sollte wegen meiner „Versäumnisse“ mit dem AMS im Semptember keine frische Kohle mehr eintreffen.
Ich finde geschmacklose, pseudo-coole Sauproleten einfach nur abstoßend.
Audi „S3“ (erste Serie, aus den 90ern), dunkelblau, tiefergelegt. An sich schon ein hässliches Auto. Noch hässlichere, nach einem billigen 08/15-Tribal-Tattoo aussehende 16“ (!) Alufelgen (wohl aus dem mittleren Preissegment vom Forstinger, da es immerhin keine Fünfstern-Felgen waren), mit durchschimmernden, rot lackierten Bremssätteln. An den Türen die spätestens aus Fast & Furious bekannten, senkrecht angeordneten Aufkleber – Sparco, Brembo, Momo etc.. So stand er an der Ampel. Nichteinmal ansatzweise so beeindruckend, wie es sich der junge, fehlgeleitete Fahrer, Anfang/Mitte 20, in seinen feuchten Träumen wohl zusammenfantasiert. Außerdem fehlte was. „Definitiv kein S3.“, so mein Gedanke. Das Original ist zwar bei weitem keines meiner Lieblingsfahrzeuge, aber sogar das sieht um Welten besser aus. Vor allem ist es von Natur aus breiter, was der, den ich da sah, ja nicht war. Kein nennenswerter Verbau oder sonstwas. Anyway, bei Grün gab er Gas. Eine schwarze Rauchwolke stieß aus dem Auspuff. Turbo, ja. Der angenehme Klang eines kraftvoll hochziehenden Bezinmotors, nein. Das Nageln eines Diesels war zu hören, von Durchzug keine Spur. 1,9 TDI mit max. 110 PS. Ich hab´s gewusst. Hauptsache verchromte Spiegel und das fette S3-Logo an der Heckklappe. Vollidiot. Den erbärmlichen optischen Gesamteindruck des Fahrzeuges, vom dem sich wohl nur sehr junge Leute beeinflussen lassen, kann man nichtmal als Abschreckung gelten lassen, sodass man ihn erst garnicht zu einem „Hatzerl“ herausfordert. Gerade bei sowas muss man es doch darauf anlegen, da man ihn ohnehin in Grund und Boden fährt, so wie es sich gehört, um ihm das viele rausgeworfene Geld für diesen kläglichen Versuch einer Penisverlängerung vor Augen zu halten und ihn spüren zu lassen. Verdammt, sogar von meinem schrottigen ´92er 112PS-Mitsubishi Colt, den ich damals hatte, hätte er nur das Heck gesehen.
Pfui. Ich mag sowas garnicht. Diese verzweifelten Unternehmungen für eine Möchtegern-Aufwertung, die … was-auch-immer bewirken soll. Und um zu sehen, was wirklich dahintersteckt und herzlichst darüber zu lachen, muss man nichteinmal fragen. Die machen sich freiwillig selbst zum Deppen, sobald sich das Ding in Bewegung setzt. Dafür geben sie sogar noch Geld aus.
Ich habe nichts gegen Tuning, solange es nach was aussieht und man den hohen Aufwand und nicht zuletzt das Geld dahinter auch wirklich sieht bzw. oft wohl eher nur erahnen und dadurch respektieren kann. Denn dann trügt der Schein in eine andere Richtung. Es mag einem dann optisch vielleicht immernoch nicht gefallen und, manchmal sogar absichtlich, nach nicht viel aussehen, doch es hat Charakter, es hat Substanz, einen Sinn, eine Existenzberechtigung. Sowas kann ich anerkennen, nicht zuletzt wegen der handwerklichen Fähigkeiten der Leute, die daran mitgearbeitet haben. Dem bin ich bereit, einen gewissen Status zuzusprechen. Bremssättel umlackieren, ein paar Aufkleber und Embleme draufpappen und verchromte Spiegel und Auspuffblenden dranmontieren hat davon rein garnichts. Es halbherzig zu nennen wäre eine Übertreibung. Das ist für mich nur rausgeschmissenes Geld. Was anderes wäre es wiederum, wenn man die Teile gratis bekommt und sich um den Look eigentlich nichts scheißt. Sogar ich könnte dann eine „“What the fuck. Why not?“-Attitude entwickeln und mir alles an dem Wagen anbringen, das gerade greifbar ist (Mir kommt gerade der Panzer von Tank Girl in den Sinn. Absolut geiles Teil!), sofern der Wagen an sich kein besonders edles Teil ist. Einem ´67er Shelby GT 500 zum Beispiel könnte ich NIE IM LEBEN etwas antun. NEIN, NICHT Eleanor!!! Ich HASSE Eleanor (Gone in 60 Seconds)! Also nicht sie in dem Sinn, sondern eher, dass nach dem Film so viele Mustang Fastback und sogar echte Shelbys (Oder „Shelbies“? Verwandelt sich bei Eigennamen das „y“ im Singular beim Plural auch in „ie“?) einem Umbau zu Eleanor zum Opfer fielen. Wie kann man das nur machen?! Ist ja nicht so, als würden von den Originalen noch sooo viele existieren. Schande. Beim Wagen selbst zieht sich in mir immernoch alles zusammen, wenn er am Ende des Films von der Kralle gepackt und verschrottet wird. Echt grausam. Soweit ich weiß hat sich ja Jerry Bruckheimer eine der Eleanors, die für den Film gebaut wurden, behalten. Hätte ich wohl auch gemacht.
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Warum also ungerade Zahlen?
Ich habe eine Abneigung gegen gerade Zahlen. Sie sehen für mich einfach nicht gut aus, so komisch das jetzt vielleicht auch klingen mag. Dabei verbinde ich sonst keinen besonderen Aberglauben mit Ungeraden. Ich glaube nicht, dass sie mir mehr Glück bringen oder sowas. Bei der Sache mit Meli war ich 27. Jetzt bin ich 29 und es sieht kein Bisschen besser für mich aus. Das ist für mich Beweis genug, dass mir ungerade Zahlen nichts Gutes Tun. Gerade Zahlen tun das aber genauso wenig. Gut, ich habe mit 18 meine unsinnige Maurerlehre aufegegeben (Wenig Maurerei, nur Fertigteile versetzen. Kein Handwerk in dem Sinn also, nur Legosteine aufeinanderstapeln. Den ersten Ziegel hatte ich erst nach fast in einem Jahr in der Hand – in der Berufschule, nicht in der Firma. Und da soll man was lernen? Stattdessen schimpfen immer nur alle, wenn man´s nicht kann. Erklären tut es einem aber niemand.) und Siggi kennengelernt, nur da habe ich auch meinen Vater verloren. Ich habe mit 24 angefangen bei GameStop zu arbeiten und mein Hobby zum Beruf zu machen. Doch ich habe auch mit 26 Siggi verlassen, wegen Stress in der Arbeit und meiner eigenen, beinahe immerwährenden Unzufriedenheit und Bla. Gerade Zahlen sind für mich also soetwas wie der Anfang, das Einläuten des in ungeraden stattfindenden Endes. Trotzdem gefallen mir ungerade aus ästhetischer Sicht mehr. Keine Ahnung, woran das liegt. Weil ich an einem 13. im Jahr 1983 geboren bin? Außerdem:
69
187
1337
80085
655321
Hat was, oder?
Gerade Zahlen sind auch so fucking symetrisch. Dividiert man sie durch 2, teilt man sie in der Mitte, hat man links und rechts die selbe Anzahl, das selbe Bild. Gefällt mir nicht. Ich kann es nicht anders ausdrücken. Es gefällt mir einfach nicht. Sieht nicht gut aus. Fühlt sich nicht gut an. War schon immer ein gewisser Fan von Asymetrie. Gefiel mir deshalb Meli´s Nippelpiercing, obwohl ich bis dahin nicht viel von sowas gehalten habe? Ich ziehe gedanklich gerade auch einige Parallelen zu mir selbst, da ich ja noch nie ein sonderlich ausgeglichener, symetrischer Mensch war. Immer hin- und hergerissen zwischen was ich will und was ich brauche, da das für mich selten das selbe ist.
Die einzige gerade Zahl, gegen die ich nichts habe, ist 42. Hat aber eben mit einem gewissen Kultstatus zu tun.
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Freitag, 30, August 2013, 00:49 Uhr
Kam vorm Einschlafen, neben ein paar anderen Dingen, noch auf Primzahlen zu denken. Wie konnte ich die gestern nur Vergessen? Unter den ungeraden Zahlen ohnehin schon etwas ganz Besonderes, weil sie sich nur durch Eins und sich selbst Teilen lassen, haben sich auch auf mich immer schon eine seltsame Faszination ausgeübt. Nicht, dass ich mich intensiv mit Zahlen beschäftigt hätte. Ist eher auf Grund eines nur schwer zu beschreibenden Bauchgefühles und ästhetischen Verständnisses, warum mir manche eben besser gefallen als andere.
29. Ich bin jetzt 29. Eine Primzahl. Wieder ein Grund, sie eigentlich nicht zu mögen und trotzdem … .
...
Primzahlen sind doch auch etwas sehr einsames, oder? Ich meine, nur durch sich selbst und die Eins teilbar … wobei die Eins aber nicht ihnen alleine gehört. Sie müssen sie sich mit wortwörtlich unzähligen anderen Zahlen teilen. Teilen sie sich mit sich selbst, dann kommt die Eins … und nur die Eins. Teilen sie sich aber mit der Eins, ist alles was übrig bleibt sie selbst. Im Gegensatz zu anderen Zahlen haben Primzahlen aber keine anderen Möglichkeiten. Finde das gerade irrsinnig deprimierend.
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10:19 Uhr. Mir kommt es manchmal so vor, als ob manche Leute um mich herum plötzlich so seltsam erwachsen wurden, sich „ein Leben“ besorgt haben und mich, den kindlichen Nerd, der nicht erwachsen werden will, mehr oder weniger alleine zurückgelassen haben. Erwachsen sein ist langweilig. Dabei bleibt zu viel auf der Strecke und es erfordert zu viele Opfer.
Nur so ein Gedanke. Keine Ahnung, woher der plötzlich kam. Bin nicht wirklich müde, werde es aber anscheinend schon. Kann trotzdem nicht schlafen.
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Ich liebe Jonathan Davis´ Stimme.
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11:31 Uhr. Gehe gerade wieder meine Kurzversionen durch und erwische natürlich auch wieder die Nummern von S0n0 und Crashing Airplane. Sofort wieder Bilder vor Augen, wie Chrisi & Erik an einem nebligen Nieselregen- oder warmen Sommerabend in ihrem Wohnzimmer ihre Musik machen.
Erik zieht gemütlich an der Zigarette. Die Hände hat er an diversen Tasten und Reglern. Feintuning. Ordnung ins Chaos der Klangwelten bringen, nur um sie kurz darauf im geordneten Rückzug zurück in ein schönes asymetrisches Chaos gleiten zu lassen. Sein konzentrierter Blick wandert, sets wachend, über LEDs, Displays und den Computermonitor, auf dem Stockhausen schläft. Chrisi sitzt mit ihrer Gitarre auf der Couch, mit den Gedanken ganz in die Musik versunken. Gefühlvoll wechselt sie die Griffmuster, während sie sanft, aber bestimmt an den Saiten zupft – sich geistig schon eine Auswahl passender Töne zurechtlegend. Beide wippen ruhig mit den Köpfen zum Rythmus. Und sie hörten, dass es gut war. Wundaboa.
Ich vermisse das.
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Samstag, 31. August 2013, 19:55 Uhr
Ein Gedanke, der mir schon seit ein paar Tagen durch den Kopf geistert: ich werde im Oktober 30, fühle mich aber absolut nicht so.
Nicht, dass ich 30 irgendwie als sonderlich alt empfinde. 30 ist kein Alter, aber älter, als ich es jemals wirklich gedacht habe zu werden. Ich meine, überhaupt.
Ist aber auch nicht so, als hätte ich daran schon´mal wirklich einen Gedanken verschwendet, geschweige denn ernsthaft darüber nachgedacht. Ich denke nie besonders weit im Voraus. Das habe ich mir schon in meiner Jugend ziemlich bald abgewöhnt. Dafür ist mir die Zukunft zu unsicher und selbst auf kleine Dinge sollte man sich nicht zu sehr freuen (Eines der „jüngsten“ Beispiele ist noch immer die paar Stunden Weihnachten 2011 mit Meli, zu denen es dann nicht gekommen ist. Das soll kein Vorwurf sein, aber es tat verdammt weh … und tut es manchmal immernoch.).
Jedenfalls erreiche ich nun einen alterstechnischen Meilenstein, an dem ich in einer anderen Zeitepoche schon weit mehr als die Hälfte meines Lebens hinter mir gehabt hätte, und fühle mich trotzdem noch wie ein Kind, das von nichts eine Ahnung hat und das auch fast nichtmehr haben will. Ich habe schon so viel Schlechtes gesehen, sodass ich eigentlich schon nicht mehr sehen will. Nur hat man das oft nicht selbst zu entscheiden. Gleichzeitig gibt es bei so vielen guten und interessanten Dingen noch so viel dazuzulernen und/oder man entdeckt sogar etwas ganz neues. Sowas muss man sich allerdings selbst suchen. Zugeworfen bekommt man es nur in den seltensten Fällen.
Es gibt noch einiges, das ich gerne mache und noch machen würde (Spanisch und russisch lernen, zum Beispiel.). Nur will ich Dinge, die mir gefallen, meistens immer alle gleichzeitig erledigen und alles auf einmal über sie wissen. So viel wie möglich, so schnell wie möglich. Aus Angst „etwas zu verpassen“ oder „nicht mit anderen mithalten zu können“ - selbstauferlegter Leistungsdruck. So funktioniert es aber nicht. So einfach geht es nicht. So schnell lassen sich nunmal keine Fortschritte erzielen. Dadurch werde ich bald entmutigt. Ich bin ungeduldig, zumindest bei Dingen, die ich mag oder die mir sonst irgendwie wichtig erscheinen. Zuzüglich stellt sich für mich immer wieder die Frage: „Wofür das alles?“. Die Frage nach dem alles umfassenden Warum. Schon immer. Ich weiß es meistens nicht. Ich brauche aber ein Ziel, auf das ich hinarbeiten kann. Jedoch keines, das ich vielleicht irgendwann einmal in einer möglichen, relativ weit entfernten Zukunft erreiche. Ich will es nicht nur am liebsten jetzt, sondern auch mit absolut unumstößlicher Sicherheit. Eine unweigerlich sehr hohe Wahrscheinlichkeit würde mir auch schon reichen. Ich will wissen und fest darauf vertrauen können, nicht schlicht glauben oder einfach nur hoffen müssen. Ich will Fakten, keine Gerüchte. So funktioniert es aber nicht, was mich noch weiter entmutigt. Im Endeffekt mache ich nichts oder nur einen kleinen Bruchteil dessen, was ich eigentlich vorgehabt hätte. Das wird sogar von mir selbst oft als Faulheit ausgelegt. Ich könnte es doch vorerst für mich selbst tun. Wird sich früher oder später schon rausstellen, wofür es gut war. Oder? Dann überkommt mich Ungewissheit. Angst vor der Ungewissheit. Ich habe nichts gegen ein gewisses Risiko. Aber was, wenn sich am Ende wieder herausstellt, dass die Risiken die Erfolgschancen schon immer bei weitem überwogen haben und ich nur zu verblendet von der Sache war oder zu übereifrig in die Angelegenheit hineingestürzt bin, um zu erkennen, dass das nie etwas hätte werden können? Was, wenn am Ende sich alles wieder in Scheiße verwandelt? Wäre ja nicht das erste Mal. Dann stehe ich wieder da, habe Zeit und Mühe für nichts verschwendet, dabei nur mich selbst und andere enttäuscht, nebenbei viele Dinge „verpasst“, die „besser“ gewesen wären, und erhalte dadurch eine erneute Bestätigung für die Positivität meiner „Faulheit“. Das entmutigt bloß noch mehr. Die Fragen häufen sich, krallen sich immer tiefer in einem fest, lassen sich immer schwieriger befriedigend beantworten, wenn überhaupt. Zweifel erhärten sich. Zweifel an sich selbst und allem drumherum.
Gibt es die Antworten, die ich suche, überhaupt? Liegt es wirklich nur an mir? Warum?
Bei mir auferlegten Pflichten oder sonstigem Schrott, den ich nicht freiwillig mache, lasse ich mir dagegen sehr gerne alle Zeit der Welt. Gewisse Dinge sind nun einmal notwendig und müssen getan werden, ob´s einem nun gefällt oder nicht. Zumindest, sofern man einen gewissen Wert darauf legt, ein Teil dieser Gesellschaft zu sein. Solche Sachen haben mit meinen ansonsten recht breit gefächerten Interessen aber meistens rein gar nichts gemein. Ich will damit nichts zu tun haben. Ungeachtet der Notwendigkeit, ist es für mich reine Zeitverschwendung, mich damit zu befassen. Es kostet Zeit, die ich für so viele andere schöne, interessante, gute, für mich sinnvollere Dinge verwenden könnte. Erneute Entmutigung macht sich breit. Wenn ich mich dazu durchringen kann, meine Arbeit zu erledigen, dann versuche ich sie gut zu machen. Es existiert ein klares Ziel, das es zu erreichen gibt. Das interessiert mich zwar nicht - schließlich es ist nicht mein Ziel, sondern das eines anderen - aber immerhin. Ich versuche Qualität zu liefern, so gut es mir eben möglich ist. Problem an der Sache ist jedoch, dass genau das von einem erwartet wird. Erfüllt man die Erwartungen nicht, ist das nicht weiter schlimm. Man ist entbehrlich, ersetzbar. Dann macht´s eben bald ein anderer. Ist man der Andere, der der den Anforderungen gerecht wird, findet das ebenfalls oft keine sonderliche Beachtung. Dafür ist man schließlich da. Dass man das nicht will, kümmert niemanden. Viele wollen das nicht und es steht ihnen jeder Zeit frei zu gehen. Man ist entbehrlich, ersetzbar. Respekt und Anerkennung für die erbrachten Leistungen bleiben auf der Strecke. Wenn du alleine mit dem Gehalt auf deinem Konto nicht zufrieden bist, dann ist diese Welt nichts für dich. Entmutigung. Die Zeiten, in denen man als Kind für sein Gekritzel eines „Hundes“ - welches nur aus einem grinsenden Kreis mit Punktaugen, zwei Spitzen „Ohren“, einem Strich für den Schweif und vier Striche für die Beine bestand – aus Rücksicht und Nächstenliebe, aber im Endeffekt mehr oder weniger grundlos, einfach nur so gelobt und zum Weitermachen motiviert wurde, sind vorbei. Die Erwartungshaltung ist jetzt eine andere. Plötzlich zählt das Ergebnis mehr als der Weg dorthin. Man ist nun erwachsen und hat sich dementsprechend zu verhalten.
Dazu sehe ich nur eine Hand voll Möglichkeiten:
1.) abstumpfen und sich damit abfinden;
2.) sich selbstständig machen;
3.) zum Einsiedler werden und in einen Wald oder eine Berghütte ziehen / ins Kloster gehen / als Punk herumhängen und über die Architektur der Bahnhofstoilette philosophieren (Ich habe schon das Bahnhofsklo drin, also lasse ich die Brücken-, Drogen- und Alkoholklischees jetzt weg. Will sie nicht unnötig schlecht machen. Das sind auch Menschen und viele davon sind ganz anständig.) / als Tramp den Rest der Welt kennenlernen / sich aus der Gesellschaft „rauskaufen“ (das nötige Kapital vorausgesetzt) / [sonstige nicht aufgeführte Variante eines Aussteigers hier einfügen].
Ich weiß gerade nicht, wo der Punkt „sich dem organisierten Verbrechen anschließen“ am besten dazupasst. Hat immerhin von allem etwas. Unerwähnt möchte ich ihn allerdings nicht lassen. Jedenfalls habe ich für keine der genannten Optionen das „Kleingeld“, den Mut, den Nerv, ausreichend Tatendrang oder auch nur die notwendige Überzeugung. Alles hat seine Vor- und Nachteile. Aus genügend Blickwinkeln betrachtet wirkt alles gleichermaßen richtig und falsch. Ungewissheit. Entmutigung. Sogar einfache Amtswege und dergleichen werden so zu einem Hindernis für mich.
Zuzüglich stellt sich für mich immer wieder die Frage: Wofür das alles?
Die Frage nach dem alles umfassenden Warum. Um Dinge tun zu können, sich leisten zu können, die man gerne macht, für die allerdings dann nurnoch wenig Zeit bleibt. Man vergeudet viel Zeit für „nichts“, stellt dabei nur andere zufrieden und enttäuscht sich selbst, da man nebenbei so viele Dinge verpasst, die besser gewesen wären, wodurch ich eine erneute Bestätigung für die Positivität meiner „Faulheit“ erhalte. Unerträgliche Entmutigung. Die Fragen häufen sich, krallen sich immer tiefer in einem fest, lassen sich immer schwieriger befriedigend beantworten, wenn überhaupt. Zweifel erhärten sich. Zweifel an sich selbst und allem drumherum.
Wie schaffen es die anderen, sich nicht unterkriegen und es dabei teilweise so einfach aussehen zu lassen? Liegt es wirklich nur an mir? Warum?
Was man auch tut, es ist falsch. Demotivation. Stillstand.
Alles so lange zu hinterfragen und zu zerdenken, bis ich genug gefunden habe, um mich angewidert abzuwenden und ansonsten nichts zu tun – das kann ich. Das ist eine Sache - vielleicht sogar die einzige - von der ich wirklich absolut unumstößlich überzeugt bin, sie einwandfrei zu beherrschen. Ich bin so darauf fixiert, über die Jahre durch was-auch-immer so darauf konditioniert worden, dass es mir schwer fällt, etwas anderes zu sehen als das Negativ. Nicht, bevor es zu spät ist. Nachher ist man immer schlauer., sagt man so schön. Aber, durch meine Einstellung den Dingen des alltäglichen Lebens gegenüber, werde ich durch diese Art des neugewonnenen Wissen nicht stärker, sondern schwächer. Ich kann daraus keine Kraft ziehen. Ja, es ist nicht immer alles scheiße, aber meistens. Laut meiner Erfahrung, aus meiner Sicht ist es das.

"Everything that can go wrong will go wrong." - Murphy´s Law

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[pause] 22:51 Uhr.
Schreibe hier schon seit Stunden an diesem Bla. Nebenher läuft immer noch die Xbox. Wollte eigentlich schon längst anfangen zu spielen, aber auch das hier vorher noch fertig machen, bevor ich die Lust, die Stimmung und die Worte dazu verliere. Alles gleichzeitig. Wie immer.
Habe gerade eine Mücke erschlagen. Lasse die Leiche an der Wand kleben – als Mahnmal für die anderen. Der Kaffee schmeckt auch seltsam, seit eine Fliege darin abgesoffen ist (Der Kaffee war noch keine zehn Minuten alt und schon stürzt sich so ein Vieh rein.). Ich schiebe es aber trotzdem auf die Milch. Der Gedanke daran, dass ein Lebewesen sein Licht in meinem Getränk ausgehaucht hat, fühlt sich ein wenig verstörend an. Es fällt rein und kämpft noch kurz um sein Leben, aber muss sich schlussendlich der braunen gezuckerten Naturgewalt ergeben und … hört von einem Moment auf den anderen auf zu existieren … in meinr Kaffeetasse. Nein, ich habe nicht zugesehen. Trotzdem, seltsames Gefühl. Natürlich habe ich das nicht immer. Hat sich mir aber gerade so aufgedrängt.
Die kleine Spinne mit den dünnen Beinen, die ich letztens am Arschfaden genommen und neben das Bett gesetzt habe, gibt’s noch. Glaube zumindest, dass es die selbe ist. Ist inzwischen nichtmehr ganz so klein und dünn. Groß genug für einen kleinen Schrecken, wenn sie sich wieder einmal neben einem herunterlässt, jedoch nicht genug, um den Drang zu verspüren, sich ihrer entledigen zu müssen. Sie hat sich in der kleinen Ecke, an der Wand neben der Zimmertür, direkt vor meinem Bett „eingenistet“. Sie sitzt da eben oft. Sehe ihr manchmal dabei zu, wie sie die ganze Wand hoch und wieder runter klettert. Hoch und wieder runter. Immerwieder. Die Fäden sieht man nicht. Man spürt sie nur, wenn sie doch´mal welche im Türrahmen gespannt hat und ich auf dem Weg in die Küche durchlaufe. Hoffe dann immer, dass sie damit schon fertig war und inzwischen wo anders und jetzt nicht auf mir herumkrabbelt oder ich sie mitschleife. Ich hasse es, wenn die Viecher plötzlich irgendwo auftauchen. [/pause]
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Das Gute erkenne ich entweder erst zu spät oder es zählt zu dem was ich will, aber eigentlich nicht wirklich brauche. Ich bin unzufrieden. Ständig. Mit mir selbst und mit dem was ich habe. Da draußen gibt es so viel und ich will so viel, also bin ich unzufrieden mit dem was ich habe. Außerdem bringe ich es nicht zu Stande, es mir zu holen/zu erarbeiten, also bin ich unzufrieden mit mir selbst. Der „ich habe genug“-Gedanke, Momente des „mehr brauche ich nicht, mehr will ich nicht“, sind sehr selten. Durch meine Ungeduld und meine Unzufriedenheit gibt es nur sehr weniges, das mich für längere Zeit interessiert. Da ist nicht viel, das mich auf Dauer beschäftigt hält. Sobald ich glaube, vorerst genug über etwas zu wissen, ziehe ich weiter. So kann ich von allem etwas, aber nichts wirklich. Überspezialisierung ist Zeitverschwendung und birgt etliche Schwachstellen. Genauso wie Alroundwissen, das zwar flächendeckend sein mag, jedoch eben nicht besonders tief in die verschiedenen Themenbereiche vordringt. Ich kann mich eben nicht entscheiden. Muss ich auch nicht wirklich, will ich aber oft. You see?
Zu dem Ganzen gesellt sich noch ein Ego, das zwar nicht sonderlich groß sein mag, doch sich zu vielen Gelegenheiten zu zeigen versteht. Die falschen Gelegenheiten, wie ich mit der Zeit mehr und mehr erfahren musste. Wenn ich andere Leute und deren Taten für selbstverständlich hinnehme, zum Beispiel. Meinerseits Respekt und Anerkennung zu zeigen und auszudrücken gelingt mir sehr selten. Oft ebenfalls nicht, bevor es zu spät ist. Wenn überhaupt. Rücksicht und Toleranz ist auch so ein Thema. Ich nehme vieles gleich persönlich, selbst wenn es nicht offen ausgesprochen, sondern nur rücksichtsvoll umschrieben wurde. In vielen Belangen bin ich nicht besonders kritikfähig. Dann spuckt das kleine Ego Funken, die eine „Fuck you!“-Attitude entflammen. Anderes geht mir dagegen näher, trifft mich härter, als es gemeint war, was ich wiederum verfehle in irgendeiner Art zu reflektieren. Meinen Gegenübern geht es oft ähnlich, was jedoch meiner Aufmerksamkeit immerwieder gerne entgleitet. Ich kann nicht bewusst nach diesem Wissen handeln und kommunizieren. Nicht immer. Zumindest nicht halb so oft, wie ich es gerne tun würde. Es wird unbewusst – je nach Stimmung manchmal sogar absichtlich - mehr oder weniger ausgeblendet, was hin und wieder einen Shitstorm sogar in Richtung mir liebgewonnener Leute zur Folge hat. Im Gegensatz dazu spreche ich ihnen jedoch das „Recht“ dazu ab und fühle mich unfair behandelt, wenn dann´mal über mich geurteilt wird. Ich suche die Schuld gerne bei anderen. Ich halte mein Denken gerne für das einzig richtige. Dadurch habe ich schon einiges verloren, was ich brauchte und/oder wollte. Das ist für mich aber oft nicht Beweis genug, dass ich im Unrecht war/bin. Zuviele Faktoren, die dabei mitspielen. Zuviele Perspektiven, die für beide Seiten sprechen. Im Zweifel also für den Angeklagten.
Was man will bekommt man nicht immer. Liegt in der Natur der Sache. Und wenn, dann bin ich nicht fähig, es lange zu halten. Zum einen, da ich es ja dann habe und es bald darauf uninteressant wird. Zum anderen, da ich klar über meine Verhältnisse lebe / nach den Sternen greife / wo dazugehören will, wo ich nichts zu suchen habe – wie auch immer man es ausdrücken will. Manchmal auch beides gemeinsam oder ich verbocke es mit einem meiner anderen Flaws von weiter oben. Wieder Futter für das Unzufriedenheitsmonster. Ein kraftvoller Entmutigungseinlauf, von der Schwester mit den kalten Händen.
Ich bin mir also einiger meiner Fehler bewusst. Genauso oft, wie ich sie am liebsten aus der Welt geschafft hätte, sehe ich allerdings keinen Grund, an ihnen etwas zu ändern. Ja ich kann mich noch nichteinmal entscheiden, ob es erstrebendwerter ist, sich selbst akzeptieren zu lernen, um einfach damit leben zu können, oder „Selbstverbesserung“ zu betreiben und ständig daran zu arbeiten.
„Ist nicht irgendwie beides das Selbe? Geht das eine ohne dem anderen überhaupt?“
Was man auch tut, es ist falsch. Entweder aus der Sicht der anderen oder der eigenen. Das habe ich im Prinzip schon immer so gesehen. Naja, jedenfalls sehr, sehr lange schon. Und ganz besonders seit mir die Sache mit Meli noch einen zusätzllichen heftigen Kratzer ins Vinyl verpasst hat. Ich kann nichts richtig machen. Also mache ich auch nichts - und zwar richtig. Dass das keine Lösung ist, weiß ich selbst, doch zu was anderem fühle ich mich nichtmehr fähig. Ein großer Teufelskreis, bestehend aus vielen kleineren. Eine Möbiusschleife of Doom. Eine endlos scheinende downward spiral. Eine Kette, bei der ich das schwächste Glied erst finden muss, um sie zu öffnen und so davon abzuhalten, in den ständig selben Bahnen zu laufen. (Der Vergleich mit einem verknoteten Wollknäuel funktioniert bei mir nicht. Mir fällt dazu immer nur der Gordische Knoten ein und dann verlange ich wieder nach einem Schwert, anstatt mich lange mit dem/den Knoten auseinandersetzen zu müssen.)
Unterm Strick...Strich (Uh, der war schön böse. *sichselbstaufdieSchulterklopft*) bleibt aber immer nur eine Frage: Warum?
Ich weiß es nicht.
Werde ich es jemals rausfinden, einen Mittelweg zwischen all meinen Macken finden?
Ich weiß es nicht.
Will ich es überhaupt wissen?
Ich bin mir nicht sicher?
Was hält mich also noch hier?
Feigheit? Faulheit? Neugier? Die Hoffnung, dass es eventuell doch noch Hoffnung auf Hoffnung geben könnte? Der Glaube, noch etwas zu tun zu haben? Das Wissen, es six feet under nicht tun zu können?
Ich weiß es nicht.
Schon komisch. Als Kind will man immer erwachsen werden und jetzt verbringe ich die meiste Zeit damit, mich dagegen zu wehren. Mir ist es die Mühe nicht wert. Es erfodert zu viele Opfer und Einbußen. Was hat man schon großartig davon? Aus meiner jetzigen Sicht: kein Leben, da man nichts hat, nichts haben darf, wofür es sich der eigenen Meinung nach zu sterben lohnen würde. Alles was offensichtlich zählt ist, wofür auch immer zu leben - immer bereit, auch das bald hinter sich lassen zu müssen. Alles was offensichtlich zählt ist, nicht aufzugeben, weiterzumachen und stärker zu werden – aufdass es einem mit der Zeit immer leichter fallen möge, noch mehr noch leichter und schneller hinter sich zu lassen. Andererseits wird man den Wert des erreichten und erlebten nicht zu schätzen wissen, ohne die Kosten dafür getragen zu haben. Und erst die Erfahrung von Verlust lässt uns genießen und uns an dem erfreuen, was noch übrig ist.

"The mark of the imature man is that he wants to die nobly for a cause.
The mark of the mature man is that he wants to live humbly for one."
- J.D. Salinger, Catcher in the Rye

Hm … es liegt wohl wirklich nur an mir.
Nur was, wenn man keinen richtigen Grund, keinen wirklichen Zweck mehr darin sieht zu leben? Ich meine, …
Ich drehe mich im Kreis. Die Plattennadel ist gerade wieder dabei zurückzuspringen und die selbe Stelle nochmal zu spielen.
Ich werde also 30. Älter, als ich mir jemals wirklich gedacht habe zu werden. Ich würde noch immer gerne so viel wollen. Ich WILL noch immer so viel. Ich komme nicht darum herum, mich manchmal so zu fühlen, als ob mir die Zeit dazu fehlt. Seit Jahren schon. Als hätte mich anfang Zwanzig die Midlife Crisis schon erwischt. Die Zeit wartet nicht, auf niemanden. Bis jetzt habe ich nicht viel daraus gemacht. Eine besonders helle Flamme scheine ich nicht zu sein, da ich schließlich immer noch brenne. Curt Cobain, Jimi Hendrix, Aliyah, Left Eye, Jim Morrison, Amy Winehouse, Tupac – die hatten es in meinem Alter alle schon hinter sich, die Glücklichen. Nun naht die dritte Staffel, die nächsten zehn Folgen. Was die wohl bringen? Fuck, ich will´s irgendwie gar nicht wissen.

"Either you die as a hero or you live long enough to see yourself become the villain."
- Arthur Dent / Two Face, The Dark Knight
(Dabei drängen sich mir seltsamerweise Bilder von Charlie Sheen und George Lucas in den Kopf. Naja, es hat seine Gründe.)

Ich werde also 30. Na und? Heutzutage ist es praktisch kein Problem, mindestens doppelt so alt zu werden. Mehr als genug Zeit für alles und jeden. Ich brauche nur zurückblicken, was sich in den letzten dreißig Jahren getan hat. Ich befinde mich lange vor dem Höchststand meiner Sterne. Überhaupt kein Grund also, sich zu stressen. Johnny Cash, Kathy Bates, Albert Einstein, Quentin Tarantino, Tina Turner, Sean Connery, Jack Nicholson, Betty White, Estelle Getty (Fragt mich nicht, warum ich jetzt mit den Golden Girls anfange, ok? Ich bin hier unter Zugzwang, wenigstens ein paar Frauennamen einzubauen, und mir fallen auf die Schnelle nicht so viele ein.), Ozzy Osbourne, Alice Cooper, Steve Martin, George R.R. Martin und sogar Steven „Boogie2988“ Williams – die haben vielleicht nicht erst mit 30 angefangen, aber oft lange danach erst so richtig losgelegt und/oder es immer noch drauf. Mein Versionsupdate auf 3.0 rückt näher. Was das und die nachfolgenden Patches wohl beinhalten werden? Ein Teil von mir kann´s kaum erwarten.

"Chemistry is a lot like life itself. It´s growth, then decay, then transformation. It truly is fascinating."
- Walter „Heisenberg“ White, Breaking Bad
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Sonntag, 01. September 2013, 03:05 Uhr
Shit, wo kam das denn her? Habe mir das echt nicht vorgenommen. Ist es halbwegs nachvollziehbar oder sonst irgendwie verständlich, was ich da von mir gegeben habe?
Ich finde meine rechte Achselhöhle riecht besser als meine linke.

"If you´re insane you better get paid for it. Otherwise you´ll get locked up."
- Hunter S. Thompson

Daran muss ich noch arbeiten.
Anyway, endlich Zeit für Two Worlds II. Obwohl … ein wenig Hunger hätte ich auch.

"Life is a lesson – you learn out when you´re through."
- Limp Bizkit, Take a Look Around
(Kam gerade in der Playlist und es passt so schön hierher.)
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Mir kommt gerade die Idee, wieder Überschriften einzuführen, so wie in meinen Notizbüchern. Würde positiv zur Übersicht beitragen. Genaue Datums- und Zeitangaben sind zwar schön und gut, sagen aber bis auf Zeit und Datum nichts über den Inhalt aus. Vielleicht ändere ich das ja auch noch nachträglich bei den anderen Einträgen. Überlege seit letztens auch wieder verstärkt, meine handschriftlichen Journal Entries abzutippen. Mal sehen, was aus der Idee wird.
Hunger.
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Tooth and Claw, Doctor Who S02E02.
Sie wollen nach Sheffield, 1979. Der Doctor schlägt mit dem Gummihammer wohl einmal zu oft auf die Amaturen der TARDIS. Scottland, 1879 it is, then. David Tennant darf sogar seinen schotttischen Akzent auspacken. Warum habe ich die Folge bisher nur einmal gesehen?
„By the power, invested in me by the church and the state, I dub thee Sir Doctor of TARDIS.
By the power, invested in me by the church and the state, I dub thee Dame Rose of the Powell Estate.
… think on this, also, that I am NOT amused. Not remotely amused. And henceforth I banish you. I have rewarded you, Sir Doctor, and now you are exiled from this empire, never to return.“
Super gute Folge.
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S02E13, Doomsday.
„I did my duty for queen and country.“
Ich liebe die Szene. Hatte auch beim Auftritt der Daleks am Schluss von E12 wieder Gänsehaut. Es wirkt immernoch.
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11:37 Uhr. Es ist wieder ältere-Einträge-Zeit. Grammatik-, Rechtschreib- und Tippfehler tun weh. Das kratzt ein wenig am Stolz, mal mehr und mal weniger, lässt sich aber nunmal nicht ganz verhindern. Außerdem habe ich nie behauptet, eine perfekte Schreibe zu haben. Noch dazu mache ich es mir mit meinen Satzkonstruktionen oft auch nicht unbedingt leicht. Werde mich aber davor hüten, da jetzt vereinzelt nachzubessern. Soweid ich nichtso schraiben tu kann ich mir gants zuvriehdn sein.
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