S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): März 2015
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Donnerstag, 26. März 2015

Wenn man nichts gutes zu sagen hat ...

Heute wurde mir so einiger Unmut über diesen Artikel von Ronja von Rönne auf der Webseite der Zeitung "Die Welt" in die Twitter-TL gespült. Als Ergänzung zu ihrem Standpunkt wurde von Ronja noch dieser Blogeintrag hinterher gereicht (der es ehrlichgesagt nicht unbedingt besser macht ^^, was aber vielleicht auch gar keine Absicht war).

Ich, als Betroffener einer zeitweise schweren Depression, der gerademal von seinem ersten Therapieaufenthalt in einer Nevernheilklinik zurück ist, muss allerdings sagen, dass ich das Ausmaß des Buheis um den Artikel, trotz der Logik, nicht wirklich verstehe. Persönlich halte ich es für überzogen reaktionäres Gehabe - genau das Verhalten, über das im Artikel u.a. hergezogen wird.

Was denke ich also darüber?

[obligatorisches Bild eines unglaublich niedergeschlagen wirkenden Klischée-Menschen - vorzugsweise eine Frau - bitte hier einfügen]

1. Muss ich der Aussage des Artikels bis zu einem gewissen Grad Recht geben.

Es ist mir selbst schon länger ein Dorn im Auge, dass jeder dahergelaufene Emo mit einer Depression, Borderline oder ADHS oder what-the-fuck-ever als Diagnose "prahlen" kann. Diagnosen einer psychischen Krankheit scheinen sowas wie ein neuer Trend zu werden. Und es stimmt: Je mehr Psychologen, umso mehr Diagnosen. Ob diese nun fachlich kompetent durchgeführt wurden, bleibt dahingestellt.
Ganz vorne mit dabei: Burnout.
Ähnlich wie ADHS ist diese zu recht umstrittene Diagnose ist in der letzten Zeit sowas wie der VW Käfer unter den psychischen Erkrankungen geworden Und das, obwohl "Burnout" nur ein vager, umgangssprachlicher Überbegriff für eine Ansammlung von Erschöpfungserscheinungen und keine offizielle Diagnose darstellt. (Genauso, wie es offiziell keine Definition von "Killerspielen" gibt und der Begriff lediglich alle Spiele zusammenzufassen versucht, in denen auch nur annähernd etwas gewaltähnliches vorkommt.) Doch das macht es nur umso einfacher, diese "Diagnose" zu stellen. Und im Endeffekt hat praktisch jeder ein Bisschen davon.

Zusätzlich trägt das alles dazu bei, dass es bald kein Normal mehr gibt. Jeder verdammte Furz wird heutzutage schon untersucht, beobachtet, klassifiziert und bekommt dann sein Label aufgedrückt, bis abso-fucking-lut ALLES den Namen irgendeines Wissenschaftlers trägt, der's "entdeckt" hat.
Aber was ist schon "normal"? Nichts, doch diese Entwicklung macht auch einen gewissen grünen Bereich immer schmäler und schmäler, bis er nichtmehr existiert, weil der Wissensdrang der Menschen ad absurdum geführt wurde.

2. Kann ich den Standpunkt verstehen und nachvollziehen.

Es nervt - is' so.
Bipolare/manisch depressive Leute nerven, weil sie entweder zu gut oder zu down sind. Depressive Leute nerven, weil meistens so scheiß down sind. Borderliner nerven weil sie mit allem immer gleich so maßlos übertreiben müssen oder verletzen sich selbst, weil grade nichts anderes greifbar ist, mit dem sie maßlos übertreiben und sich einen Kick verpassen können, oder sie tun's zur Entlastung. Paranoide nerven und Schizos nerven und Choleriker ... AAAARGH!!!
Und man darf es ihnen aber nicht sagen, weil man dann gleich als kaltherzig gebranntmarkt wird. Sie sind schließlich krank und können nichts dafür.
Dafuq?! óO
Von wegen? Ein nicht zu unterschätzender Teil davon sind ohnehin nur irgendwelche Fashion Victims von Teens, die auf der Trendwelle reiten. Die sind nicht depressiv oder sonstwas, die wollen bloß dazugehören, weil sie sich in ihrem Gefühlswirr-warr nichts anderes anzufangen wissen und entweder noch keine eigene Persönlichkeit entwickelt haben oder sich noch nicht richtig trauen, für diese einzustehen. Das schimpft sich Pubertät, Kinder! Da mussten wir alle durch!

Womit wir eigentlich wieder bei Punkt 1 wären: Es wäre einfach allen geholfen, wenn nicht jeder gleich wegen jeder kleinen Verhaltensauffälligkeit eine Diagnose aufgedrückt bekäme oder sie sich schlimmstenfalls sogar selbst verpasst. Psychische Krankheiten sind nicht cool. Sie sind keine persönlichen Special Edition Signature-Charaktereigenschaften, die man stolz mit sich rumträgt und allen präsentiert. Es sind Leiden, und genau so fühlen sie sich an. Spaß ist anders. 
Und damit bin ich dabei, was ich hier eigentlich sagen will: Unsere Erkrankungen nerven vor allem uns selbst.
Noch dazu kann man sich nunmal nicht um jeden kümmern. Ganz bestimmt nicht, wenn man durch ein psychisches Leiden eingeschränkt ist und tagtäglich genug mit sich selbst zu kämpfen hat. Da muss es auch mal erlaubt sein, zu sagen, dass einem die Scheiße nervt - nicht nur die eigene, sondern auch von anderen. Dabei sehe ich nicht ein, warum gesunden Menschen "aus Rücksicht" das Recht aberkannt werden sollte, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen.

3. Weil mich der Standpunkt sowas von scheiß immens anfuckt!

Es gibt nunmal einen beträchtlichen Teil von psychisch Kranken. Und ich meine hier wirklich k-r-a-n-k, nicht nur unglücklich.
Leute wie ich würden ohne Medikamente nicht funktionieren. Wir würden es an den meisten Tagen nichtmal aus dem Bett schaffen. Was erdreistet sich also jemand, zu behaupten, dass wir im Prinzip alle auf der selben Stufe des Unglücks stehen, und wir lediglich den Fehler machen, Zufriedenheit als Normalzustand anzusehen?
Schön, dass sich da jemand mit seinem jämmerlich belanglosen Dasein so gut abgefunden hat. Aber warum versuchen solche Leute mit einem derartig hohen Tellerrand, die offensichtlich keine tiefergehenden Erfahrungen im Umgang mit psychisch Kranken gemacht haben, und dahingehend dementsprechend keinerlei Kompetenzen aufweisen, sich das Recht herauszunehmen, über sie zu urteilen?
DAS ist es, was mich anfuckt.
Doch dahingehend gibt's leider noch viel schlimmere Leute mit ebenfalls viel schlimmereren, weil sogar noch unqulaifiziertereren Aussagen.
[Nachtrag 27.03.2015: Kuckt hierfür nur auf die Titelblätter und in die Berichte  zum Absturz der GermanWings-Maschine so ziemlich ALLER Tageszeitungen. Enough said. -.-]

Was ist so fucking schwer daran, die Dinge so sein zu lassen, wie sie sind? Und wenn sie einem nicht gefallen, dann nimmt man eben ein wenig Abstand davon. Aber man muss sie nicht gleich runtermachen oder gar zu ändern versuchen. Viele tun ja gerade so, als würde es wehtun, falls sie's nicht machen. Von mir aus klebt dem Zeug eine ID drauf, wenn ihr nicht anders könnt, aber:

Wenn man nichts gutes zu sagen hat, einfach mal die Fresse halten.

(Oh, the irony.)


CHRiS

PS:
Ich frage mich, wann Ignoranz offiziell als Krankheit anerkannt wird.

Stick it to the man, justice for all ...


Ehrlich gesagt ... ich weiß noch immer nicht so recht, was ich davon halten soll. Aber mal langsam.

"Who is Saul Goodman?"
Dieser Frage will Vince Gilligan - seines Zeichens Schöpfer, Autor, Produzent und Regisseur von "Breaking Bad" - in dieser Spinoff-Serie nachgehen.
Lange bevor Saul Goodman (erneut gespielt von Bob Odenkirk) nämlich zum "criminal lawyer" wurde, den wir aus "Breaking Bad" kennen, versuchte er sein Glück unter seinem richtigen Namen, James "Slipping Jimmy" McGill, als kleiner, nicht wirklich ernstgenommener Strafverteidiger, dessen Fähigkeiten eher belächelt wurden. Er hat bald die Schnauze voll davon, Sittenstrolche und Kleinkriminelle zu verteidigen, die schuldiger nicht sein könnten, und damit gerade genug Geld zu verdienen, um sich ein Büro im Hinterzimmer eines Nagelstudios leisten zu können ... in dem er meistens auch wohnt. Jimmy hat große Ambitionen: er will dicke Fische an Land ziehen und über Millionen verhandeln; er will den Durchbruch schaffen.
Zwischenzeitlich spezialisiert er sich auf das Altenrecht und verbringt viel Zeit damit, sich mit seiner betagten Kundschaft gutzustellen, um so an Aufträge ranzukommen. Testamente, Erbschaften, Verwandtschaftsstreitigkeiten und ... Rechnungen des Altenheims, auf denen mit seltsamen Codes gearbeitet wird, deren Entschlüsselung auf der Rückseite verdächtig klein geschrieben ist. James beginnt Nachforschungen anzustellen.
Selbstverständlich musste noch ein weiterer Publikumsliebling aus "Breaking Bad" in die Serie integriert werden: der pensionierte Polizist "Hitman" Mike Ehrmantraut (wieder verkörpert von Jonathan Banks).
"Better Call Saul" befasst sich nämlich auch mit den Anfängen der ... naja, ziemlich gespannten Geschäftsbeziehung der beiden. Mike verdient sich als Parkplatzaufseher ein wenig dazu und genießt die Ruhe, bis dieser nervige Anwalt in sein Leben tritt, der immer wieder Probleme hat, sein Parkticket zu bezahlen.

Dienstag, 24. März 2015

Arsch hoch

Ein wenig vermisse ich die Anstalt ja schon.
Vor allem den kostenlosen, scheinbar endlosen Tee-Nachschub ... und ja, auch die Leute ... zumindest ein paar davon, vorwiegend vom Personal.

Dienstag, 24. März 2015, 7:31 Uhr
Seltsame Gefühlsmischung über die vergangenen paar Tage, besonders gestern.
Ich habe letzte Woche bei der Psychosozialen Clearingstelle angerufen, die mir die Nummern einer Hand voll Therapeutinnen gegeben hat, welche Wartelisten für eine Einzeltherapie auf Krankenschein führen. Gestern Vormittag, zwischen 8 und 9 Uhr rief ich dann voller Tatendrang alle 5 durch, wobei allerdings zuerst keine erreichbar war. Immerhin 3 riefen innerhalb der nächsten 3 Stunden zurück. Somit heißt es nun abwarten, denn es gibt verhältnismäßig nur seeehr wenige Krankenscheinplätze, bei denen die Kosten vollkommen von der Krankenkasse gedeckt werden. Was anderes können sich viele nicht leisten. Immerhin kosten Psychotherapeuten pro Stunde normalerweise in etwa 100-120€, die man erstmal vorstrecken muss, bis man sich von der Krankenkasse einen Teilbetrag von ca.30-50€ rückerstatten lassen kann. :/ So einen Platz findet man relativ schnell. Doch für einen der gefragten "gratis" Therapieplätze muss man sich eben auf eine Warteliste setzen lassen. Bis man einen bekommt, kann das dann bis zu einem Jahr dauern. ... Naja, hoffen wir das Beste.

Außerdem sah ich mich über's Wochenende am Arbeitsmarkt um und suchte mir einige brauchbare Stellen raus. Insbesondere eine Suchanzeige sagte mir besonders zu: ein großes Taxiunternehmen in der Stadt sucht Verstärkung. Ich habe keinen Taxilenkerausweis, aber da stand, dass man sich auch ohne den Lappen zwecks Information ruhig melden kann, also rief ich nach der Sache mi den Therapeutinnen gleich dort an. Ein nett klingender Herr erklärte mir, wie man erstmal an den Ausweis kommt, und dass man danach ja über eine Arbeitsstelle reden könnte. Auf der Webseite des Wifis (Wirtschaftsförderungsinstituts) lernte ich, dass praktisch jeden Monat ein Kurs abgehalten wird ... für 240€. x_x ABER ich weiß ja, dass einem das Arbeitsamt die Kurse zahlt, sofern man eine Einstellungsbestätigung vorbei bringt. Soll heißen: Wenn man belegen kann, dass man einen fixen Arbeitsplatz zugesprochen bekam, sobald man die Weiterbildung erfolgreich absolviert hat, zahlt der Staat eben jene Weiterbildung. Ich rief sofort bei Herrn Taxi nochmal an und fragte, ob man denn über so eine Bestätigung reden könne. Nach der heutigen Gruppentherapie soll ich mich bei ihm melden, damit wir uns in der Stadt irgendwo treffen und quatschen können.
Ach ja, ab heute besuche ich jeden Dienstag eine Gruppentherapie von 10-11:30 Uhr. ^^ Ist auch so ein "kleines" Detail, das ich mir letzte Woche noch organisiert habe.

Samstag, 21. März 2015

Bla, Sonstiges und ein Update

Schon wieder!
Ich hab' einfach nur gute Gene, was meine Statur betrifft. Keiner kauft mir ab, dass mein Körperbau angeboren ist und ich NICHTS dafür tue, bzw. dafür kann, dass er so ist. Mich nervt's nicht, darauf angesprochen zu werden, doch frage ich mich, wo die Idee dazu herkommt. Ich selbst denke gar nicht, dass ich in irgendeiner Weise so sonderlich durchtrainiert aussehe, um es unbedingt erwähnen zu müssen. In letzter Zeit kommen dahingehend aber öfters Bemerkungen und die Frage (von Männern und Frauen gleichermaßen) in meine Richung, ob ich laufe, in die Kraftkammer gehe oder sonst irgendein Workout mache.
NEIN, mach ich NICHT!
Ich weiß, ein typischer Klischée-Nerdkörper, der von Nintendo, Sony und Microsoft aufgezogen wurde, sieht anders aus. Aber außer mir gibt's noch viele weitere, die den gängigen Vorurteilen widersprechen.

Wenn mir hier am Wohnheim eines nicht gefällt, dann die Tatsache, dass es sich hier um ein reines Männer-Wohnheim handelt.
Gemischt würde das Projekt hier auf Dauer nicht funktionieren, schon klar. Aber trotzdem vermisse ich den regelmäßigen Umgang mit dem anderen Geschlecht. Nicht, dass ich den an der Wall, während der Therapie, sonderlich gepflegt hätte. Doch es ist einfach was ganz anderes, wenn man weiß, dass man die Möglichkeit dazu hat. Ok, die hätte ich "hier" auch, dazu müsste ich nur rausgehen. ... und genau da liegt das Problem. ^^

Donnerstag, 19. März 2015

Leben 3.0 - Nochmal mit Gefühl

Donnerstag, 19. März 2015
Oh Mann, ist's hier ruhig schlafen. :D
Kein Schnarchen, keine Fresspakete, mit denen herumgeraschelt wird, keine Stuhlgänge mitten in der Nacht, keine Wecker, die schon um 5 klingeln. Einzelzimmer FTW. \m/
Dafür war der Tag aber auch anstrengend genug. Bin gespannt, wann ich mir die ganzen Namen merken werde. x_x

Trotz guter Nachtruhe war ich heute schon um 6 wach, ging eine Rauchen und das Tagesprogramm nochmal im Kopf durch.
Erst musste ich mal zum Arbeitsamt, mich wieder arbeitsuchend melden. Dann ging's weiter zu Dr. Igor, ein Rezept für die Medis holen. Hatte natürlich keinen Termin, was die Frau an der Anmeldung mit einem leisen, abschätzigen Seufzer quittierte. (Letztens hatte ich einen Termin und musste trotzden über 2 Std. warten. Von dem her, fuck it.) Nach 2 1/2 Stunden kam ich gerade noch rechtzeitig dran, damit ich's zum Vorstellungstermin für die Gruppentherapie schaffte, nachdem ich mir "mein Müsli" von der Apotheke geholt habe. Das ging sehr locker über die Bühne, dadurch bin ich Dienstag um 10:00 Uhr in der Gruppe mit dabei. Mal sehen, wie's bei denen so abläuft.
Mein Betreuer, Sitting Bull (er steht total auf alles, was mit amerikanischen Ureinwohnern zusammenhängt, und sieht auch sehr bullig aus), und Vater Theresa (kein Pfarrer, aber ein immer sehr froh gestimmter, gutgläubiger Mensch; frage mich, was der für Leichen im Keller hat) lassen mich anscheinend über's Wochenende erstmal "ankommen" und einleben. Ab nächster Woche werden dann wohl die Arbeitsdienste beginnen. Der allgemeine Ablauf ist so ziemlich standard: Aufstehen um 7, Mittagessen um 12 usw. und bla. Wirklich neu sind hier eigentlich bloß die Alkoholkontrollen, die jeden Tag, morgens und abends unter Aufsicht selbstständig zu tätigen sind. Bei Leuten, die in ihrer Vergangenheit mit Drogen zu tun hatten, werden die Überprüfungen mit Wischtests ergänzt.

Mittwoch, 18. März 2015

EINZELZIMMER, BITCHES!!! :D (Journeyal: Aftermath)

Dienstag, 17. März 2015
Mir ist heute erst aufgefallen, welche Vielfalt sich hier ständig im Raucherraum oder auch im Speisesaal versammelt. Ich spreche hier nicht von Rasse, Religion oder sowas, sondern von den (Einzel-)Schicksalen, den Lebens- und Leidengeschichten.
Ok, das hat man im Prinzip überall wo sich Menschen rumtreiben - z.B. der Arbeitsplatz oder Bahnhof. Aber es kommt "draußen" im Normalfall nicht vor, dass man von den Kreuzen weiß, die die Leute mit sich herumtragen. Hier drin haben wir manisch Depressive, schwerst Depressive, bis hin zu Boderliner, allgemein Verwirrte, Leute mit Aggressionsproblemen, Ex-Junkies und eine Mutter deren Kinder missbraucht wurden. Die sitzen alle hier direkt vor mir und reden über's Wetter, die Arbeit und wie gut/schlecht der Kaffee schmeckt.
...
Oder bin ich allein damit, das irgendwie bemerkenswert zu finden? óO

Mittwoch, 18. März 2015
Wow, die 3 Monate Therapieaufenthalt sind echt schnell verflogen. O.O
Heute ging's nach einem Verabschiedungsmarathon an der Wall zurück in die Wohngemeinschaft (+ dem obligatorischen 20€-Fresspaket vom Burger King, der auf dem Weg dahin lag :3 ). Hatte die letzten Tage dem Ganzen gegenüber ziemlich gemischte Gefühle. Einerseits hatte ich mich in der Klinik schon richtig gut eingelebt, und der Teil von mir, der größere Veränderungen verabscheut, wollte so gar nicht weg von dort. Andererseits ist man froh, endlich wieder ein Stück weiterzukommen. Besonders, wenn der Neue, der gestern ankam, aus dem Schnarch-Duo des Zimmers über Nacht ein Trio machte. x_x
Nun bin ich allerdings in der WG angekommen und schon ein paar Stunden hier. Die Leute sind ganz nett (soweit man das eben vom ersten "Hallo, ich bin [Name einfügen]"-Eindruck beurteilen kann), und die Regeln weichen nur selten vom Standard etwas ab. So konnten sich die Skepsis und Anspannung bereits ein wenig zurückziehen. Besonders das Einzelzimmer hilft mir dahingehend sehr. Nach Monaten habe ich endlich wieder einen kleinen Rückzugspunkt nur für mich ganz allein.
Daunenflauschdecke!!! Sowas hatte ich schon eine gefühlte Ewigkeit nichtmehr.:D
Hier kann ich vorerst bis zu einem Jahr lang bleiben, was aber nicht heißt, dass ich bis dahin nichts zu tun brauche. Es wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass ich bald Arbeit finde, um mir was anzusparen, damit ich in naher Zukunft wieder was eigenes habe.
Aber vorerst muss ich mir vom Doc eine Rezept für die Medis geben lassen, die Medis besorgen, mich am Arbeitsamt melden und einen Vorstellungstermin für eine Gruppentherapie habe ich morgen auch. Wird sicher ein verdammt langer Tag. Doch vielleicht bekomme ich am Wochenende schon meine Lady und den Verstärker, die mein Bruder von der alten Frau geholt hat - das sorgt dann für Abwechslung, Ablenkung und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit.

Irgendwas wollte ich den ganzen Tag lang noch zu der Geschichte schreiben, nur will's mir im Moment absolut nicht einfallen. Nah, fuck it. Vielleicht morgen. ^^

Montag, 16. März 2015

[Picture My Day #1 (Journeyal #35)]

Ich dachte mir letzte Woche, dass ich mich doch auch mal an so einem "picture my day"-Dings versuchen kann. Wunder mich ein wenig, dass ich da nicht schon früher dran gedacht habe. Immerhin sieht in der Therapie mein Tagesablauf doch "ein wenig" anders aus.
Montag, 16. März 2015
Das sieht richtig ungesund aus. XD
6:11 Uhr
Das bin ich in der ersten Stunde des Tages ... jeden Tag ... egal wann ich aufstehe.
Man kann den Systemen beim Hochfahren fast schon zusehen. Und WEHE es wagt jemand, mir in der Zeit eine Frage zu stellen, für deren Antwort man über den aktuellen Vormittag hinaus denken muss. Denn alles, was derjenige von mir bekommt, ist dieses Gesicht, das suggerieren soll, dass ich an dem Tag noch keinen Plan von gar nichts habe und/oder es mir (noch) scheiß egal ist.





Sonntag, 15. März 2015

Hmmm ... (Journeyal #34)

Freitag, 13. März 2015, 17:58 Uhr
Schonmal einen handgeschriebenen Brief eines verurteilten Kinderschänders in den Händen gehalten und gelesen?
Das war mit Abstand das interessanteste Negativ des ganzen Tages.
Dabei handelte es sich um Post, die Alice von ihrem Ex aus dem Gefängnis bekommt, die sie mich lesen hat lassen. Sie würde ihn am liebsten tot sehen, und er beschreibt indes die Einzelzelle, seinen Tagesablauf und was er an Einkäufen brauchen würde. In dem Zusammenhang findet sich in dem Schreiben sogar noch die Anweisung, dass sie ihm Geld überweisen soll.
Absolut nichts an dem Teil hat in irgendeinerweise eine Art Schuldeingeständnis angedeutet. Sogar der Schrift selbst konnte man entnehmen, dass der Brief nicht unter Stress oder anderen negativen Einflüssen geschrieben wurde. Ich musste lachen, weil ich keine passenden Worte, die auch nur annähernd den over 9000 Facepalms und WHAT-THE-FUCKs gerecht werden, für eine solche Dreistigkeit finde.
Zusätzlich wurde Alices 3-monatiger, per Gericht angeordneter Aufentahlt hier um weitere 6 Monate psychiatrische Behandlung ergänzt. Erst dann hat sie gute Chancen, zumindest für die kleinste Tochter wieder das Sorgerecht zu bekommen. Die beiden Teenager-Mädels haben im Heim inzwischen mit Rauchen und Trinken angefangen. Eine davon hat bereits begonnen sich zu ritzen und äußert Suizidgedanken. Ein Beschluss untersagt es Alice, mit ihrem neuen Freund, der hilft wo es nur geht, zusammen in eine Wohnung zu ziehen, mit der Begründung, dass dieser ja ebenfalls den Kindern etwas antun könnte. Das Jugendamt verbietet sogar, dass die Geschwister sich untereinander kontaktieren. Aber Hauptsache die Arschgeburt von einem pathologisch gestörten "Vater" darf munter drauf los schreiben.
Das ist eine der Geschichten, die das Leben schreibt. Selbst die am unwirklichsten erscheinende Science Fiction kommt an so einen Schwachsinn nicht ran. Mir bleibt wirklich nurnoch übrig, zu Lachen und den Kopf zu schütteln, da ich ehrlich keine Worte für sowas finde. Und da soll man Vertrauen in die Ämter, die Justiz und das Rechtssystem haben? Am Arsch.

Sonntag, 8. März 2015

"Damals" und jetzt (Journeyal #33)

Sonntag, 08. März 2015
"Nonconformity - right. I can't remember the last time saw a twenty-something kid with a tattoo of an Asian letter on his wrist. You are one wicked free thinker!
You want to be a rebel? Stop being cool. Wear a pocket protector like [Wilson] does, and get a hair cut like the Asian kids that don't leave the library for twenty hour stretches. They're the ones who don't care what you think."
- Dr. Gregory House
Die Szene aus "House M.D." fällt mir jedes Mal ein, wenn sich der Mainstream als alterativ und/oder individualistisch bezeichnet. Wieviele von euch ihre ach-so-gegen-den-Strom Outfits bei H&M, New Yorker etc. kaufen, erkennt man daran, dass die praktisch nurnoch so "ausgefallenes" Zeug verkaufen.
Ich wollte gestern nichts weiter als zwei stinknormale Jeans kaufen. Wäre ich auf der Suche nach eingerissenem, stonewashed Stretch-Röhrendenim gewesen, hätte ich's in jedem Store in allen Farben zu sämtlichen Preisen haben können. Ihr wisst schon. Die Art Hosen, bei denen man enweder keinen Arsch oder keine Waden haben darf, weil man sonst nicht reinkommt. Einige hatten auch diverse hässliche Muster eingestickt. Wieder andere sind ab Werk schon so abgefuckt und vor-gevintage'd, dass von der Hose beinahe nichtsmehr übrig ist, aber kosten trotzdem 50€. Es gibt also Leute, die für eine halbe Hose freiwillig das doppelte von einer ganzen zahlen. Bin wohl schon zu alt, um das zu verstehen.
Jedenfalls hatte ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben, doch schlenderte zum Schluss trotzdem noch in den C&A, und sei's nur komplettierungshalber gewesen, damit ich wirklich jeden Laden abgeklappert hatte. Siehe da: shit fucking 0-8-15 Jeans zu einem halbwegs angenehmen Preis, ohne Muster, Tubes oder twisted slim stretch-Scheiße! Ein einfaches Paar Hosen, nichts weiter.
C&A ist also der einzige Laden, wo man was herbekommt, dass sonst keiner (mehr) verkauft oder trägt, und ich bin einer der Wenigen, die das richtig gut finden.
...
Fuck, ich bin ein Hipster. D:

Freitag, 6. März 2015

Horizontale Fortschritte (Journeyal #32)

Donnerstag, 05. März 2015, 16:24 Uhr
Diese innere Unruhe hat sich in mir irgendwie festgefahren/eingegraben/was auch immer. :/
Außerdem habe ich das seltsame Gefühl, gestern beim Gespräch mit Fr. Rotwild was vergessen zu haben. So, als hätte ich was sagen wollen, bin aber nicht dazu gekommen. Egal jetzt. Den Blog hat sie sich bisher jedenfalls noch nicht angesehen. Is' vielleicht auch besser so.
Politik war kurz ein Thema, ebenso wie wir meine Ansicht der Menschheit im Allgemeinen ein wenig gestreift haben. Im Zusammenhang konnte ich auch erläutern, dass ich von rassisten und Homophobikern rein gar nichts halte. Mit dieser Überleitung kam auch wiedermal meine feminine Seite ins Gespräch, die kurz darauf mit Bisexualität in Verbindung gebracht wurde.
Ich seh's so: Ich bin zu 99% hetero, aber durch das eine Prozent kann und will ich nicht abstreiten, dass eventuell vielleicht noch das eine oder andere Experiment stattfinden könnte. Ich halte es zumindest nicht für unmöglich, nur für sehr unwahrscheinlich, weil ich einfach zu sehr auf Frauen abfahre und mich von Männern praktisch sehr wenig bis gar nicht sexuell angezogen fühle. Dabei haben wir's erstmal belassen.
Eine ihrer Aussagen zu meiner Person, meinem Verhalten und meiner Denkweise spiegelte genau das wieder, was ich bereits im DiAMETER niederschrieb und was sogar Mr. Minecraft diese Woche in der Musiktherapie bestätigte: Ich brauche sehr viel Sicherheit, Rückhalt, Bestätigung, da ich das als Kind nie wirklich bekommen habe, bzw. es mir nur vorgespielt wurde. Jetzt ist es leider so, dass ich von meinen Partnern erwarte, diese Lücken zu füllen. Ich brauche Nähe, Verständnis, Zuneigung, Anerkennung, Respekt. Doch wie kann ich das erreichen, wenn ich Menschen im Allgemeinen eher meide?

Mittwoch, 4. März 2015

Unruhe :/ (Journeyal #31)

Montag, 02. März 2015
Fühle mich irgendwie total durch den Wind.
Diese ständigen Stimmungswechsel hatte ich schon "ewig" nichtmehr, zumindest nich bewusst. Nun bin ich wiedermal launisch ohne Ende. Von freudig und entschlossen, über nachdenklich und zögernd, bis hin zu zweifelnd, nervös und ängstlich ist alles dabei. Oft mehrmals innerhalb weniger Minuten. Weiß nicht, was ich davon halten soll, aber ich fühle mich nicht wie ich selbst, sondern wie eine ungeordnete Aneinanderreihung verschiedener Versionen von mir. Ich schieb's mal nicht auf die Medikamente. Ich glaube, es liegt eher daran, dass ich die Geschichte von Alice noch verarbeiten muss.
Für bessere Laune und Ablenkung durch einen kleinen Nerdgasm sorgte jetzt am Abend das hier:
Wer ca. € 600.- übrig hat, darf sich den Cleaner in's Regal stellen. ^^
"Leon - Der Profi" ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, mit Jean Reno, Natalie Portman (ihre erste Hauptrolle) und Gary Oldman in welchen ihrer besten Rollen, wie ich finde. Wer den Film nicht kennt: WHAT THE FUCK IS WRONG WITH YOU?! ANSEHEN! JETZT! EEEVERYOOONE!!!

Sonntag, 1. März 2015

"Familie" (Journeyal #30)

Samstag, 28. Februar 2015
Wieder zurück.
War von gestern auf heute wieder bei meinem Bruder eingeladen. Ich wusste von Anfang an selbst nicht, warum ich mich von ihm abholen lassen soll. Nur um ein wenig aus der Klinik rauszukommen? Diese Besuche geben mir nichts anderes, außer vielleicht drei, vier Bier und gutes Essen. Doch das zählt für mich relativ wenig. Emotional gibt es mir rein gar nichts. Ich habe mich sogar dabei erwischt, Heimweh nach der Anstalt zu haben. Und tatsächlich bemerkte ich, je länger ich darüber nachdachte, dass ich derzeit lieber hier bin als irgendwo anders.