S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): Januar 2015
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Sonntag, 25. Januar 2015

Journeyal #18

Sonntag, 25. Januar 2015, 15:15 Uhr
Hab' endlich mal nachgesehen, wie mein neues Medikament heißt, und konnte es natürlich nicht lassen, nach diesen Abilify zu googlen. Nicht, dass ich "Dr. Internet" mehr vertraue, sondern einfach nur, um sich auch außerhalb der Box ein Bild zu machen.
Eigentlich werden sie zur Behandlung von Schizophrenie und dazu benutzt, manischen Episoden vorzubeugen. Sowohl auf Wikipedia, als auch beim Netdoktor steht, dass die Dinger dafür zwar angewendet werden, doch nirgends findet sich was über eine definitiv nachgewiesene Wirksamkeit. Überall heißt nur "kann" und/oder "wahrscheinlich". (Say what?) óO Im Zusammenhang mit Depression finden sicht nichtmal diese vagen Aussagen. Auch nich auf der Produktseite selbst. (Dafuq? O.O)

Gestern Vormittag holte mich mein Bruder ab, weil ich letzte Woche zugestimmt hatte, mal ein Wochende bei ihm zu verbringen. Er hatte es angeboten und da wollte ich nicht unhöflicherweise ablehnen.
Ich hätt's tun sollen. Es war echt anstrengend. Vor allem der widersprüchliche Umgang meines Bruders und seiner Frau mit ihren Kindern. Besonders sobald die beiden kleineren mit ihrer obligatorischen Zankerei mal etwas lauter werden, wird ihnen mitgeteilt, dass man das auch in einem normalen Tonfall und dementsprechend leiser tun kann. Die Eltern selbst sind bei solchen und den meisten anderen Ansagen allerdings ziemlich schroff mit einem deutlich genervten Ton in der Stimme ... und laut. So fucking laut. -.- Richtiggehend ungut laut. Vorgelebt wird den Kindern also zu 99% etwas ganz anderes. Das, was versucht wird, ihnen beizubringen, steht im direkten Gegensatz dazu, wird von den Authoritätspersonen selbst jedoch binnen Minuten oft mehrmals übergangen (so in die Richtung: die dürfen das ja, weil sie erwachsen sind und wissen, was sie tun ;) ) und setzt sich folglich nicht im Geringsten durch. Wahrscheinlich bleibt nichtmal ansatzweise was davon hängen.
Was soll's? Fuck it. Nicht meine Kinder - nicht mein Problem.
Die meiste Zeit über habe ich versucht die Lautstärke damit zu überspielen, indem ich meinen Kopf ins Smartphone stecke (DANKE Twitter und deinen kranken Geschichten. XD ), oder ich bin in die Garage ausgewichen, um dort ein paar zu rauchen. Der gesamte Aufenthalt dort gab mir genau gar nichts. Eigentlich hat er mich nur innerlich aufgewühlt, weil ich ständig weg wollte. Ich wollte dort nicht sein, doch jeder mögliche Ausweg hätte mir unnötig viel Zeit, Geld und Anstrengung gekostet. Es war mir alles einfach zu nahe an "zu Hause" -  daher wahrscheinlich der permanente Fluchtwunsch.
Jedoch war der Besuch nicht ganz ohne Vorteile. Wir kamen immerhin an'nem Burger King vorbei, bei dem ich mir ein 25€-Fresspaket zusammenstellte, und wie gewohnt gab's ein paar Bier. Jetzt bin ich aber seltsam erleichtert, "endlich" wieder zurück in der Klinik zu sein.

Journeyal #17

Happy 100st-th Blog Post ... oder so

Sonntag, 18. Januar 2015
Schön geträumt heute. So richtig schön ...richtig schön mies. -.-
Ich hasse besonders Albträume, die ich noch nie hatte. Man kann sich nicht erinnern und demensprechend nicht auf sie einstellen. Somit weiß man nicht, dass es ein Albtraum ist, bis es zu spät ist. Was einem aber eigentlich dabei fertigmacht ist der Mindfuck, mit dem man den halben Tag lang rumläuft. Hinzu kommt noch, dass heute Sonntag ist. Ablenkung sucht man also weitestgehend vergebens. :/

Diese Woche kamen wieder 2 Neue hier an, ein Mädel und ein älterer Typ.
Über sie gibt's im Prinzip nichts wirklich erwähnenswertes zu sagen, aber er ... . Stellt euch vor, Hodor aus "Game of Thrones" hätte sprechen und gewisse Grundformen des gesellschaftlichen Umgangs gelernt. So in die Richtung kommt der rüber. Noch dazu sieht er Kristian Nairn auch etwas ähnlich.
Er stellte sich bei einigen Mitpatienten mit "Hallo, [Name], Ex-Polizist" vor - war also sofort sympathisch ... nicht. Mir erschließt sich zwar nicht, was er denkt, welche Relevanz seine vermeintliche frühere Profession hier unter den Leuten haben könnte, aber ich nehm' sie ihm sowieso nicht ab. Hätte er mal'nen Schlaganfall oder sowas gehabt, dann wär's was anderes. Aber soviel ich bisher weiß war dem nicht so. Hodor hört Stimmen ... und auch sonst scheint er mit dem von der Allgemeinheit anerkannten Konstrukt, das viele "Realität" nennen, nichtmehr viel zu tun zu haben. Oft sitzt er einfach nur da und starrt in den Fernseher - Musikvideos oder Sportübertragungen. Bis auf die Atmung durch den offennen Mund regt sich praktisch nichts bei ihm, außer er geht mal ab und zu eine rauchen. Dann offenbaren sich in den spärlichen Gesprächen mit anderen die sozialen Kompetenzen eines kleinen Kindes. Sollte er wirklich mal Polizist gewesen sein, war er's entweder nicht lange oder es ist schon ewig her, aber er erwähnt's noch immer. Das Einzige, was irgendwie in diese Richtung weist, ist sein Namensgedächtnis - das ist wirklich bemerkenswert. Er hatte schon am zweiten Tag praktisch alle Namen der Ärzte, Schwestern/Pfleger und Patienten verinnerlicht, obwohl er die meisten davon nur ein Mal gesehen hatte.

Samstag, 17. Januar 2015

Journeyal #16.5

Netter Versuch, Google. Danke für's Mitspielen.  XD
Die mobile App von Google Translate bietet seit ein paar Tagen den Service, Schilder und Schriftzüge etc. in Echtzeit direkt auf dem Bildschirm zu übersetzen. Heißt also, man richtet die Kamera auf einen Text und Google tut sein Bestes, um einem an Stelle des Originaltextes sofort die "Übersetzung" auf den Screen einzublenden.
Natürlich ist diese gewohnt kryptisch, weil vor allem die deutsche Grammatik nicht wirklich kompatibel mit dem Rest der Welt ist und auch noch oft die falschen Wortdeutungen für den Kontext hergenommen werden. Beziehungsweise werden meistens nur die grundlegenden Wortdeutungen verwendet, nicht aber die weiterführenden und/oder alternativen Bedeutungen von Wörtern. Immerhin bekommt man aber eine ungefähr sinngemäße Ahnung von dem, was da steht.
Die noch sehr offensichtlichen Unzulänglichkeiten tun der Freude jedoch keinen Abbruch. Die App ist wieder eines dieser Teile, für die ich die moderne Technik, die kurz zuvor noch Science Fiction war, bewundere. Man stelle sich nur mal die Möglichkeiten vor, sobald die Idee erstmal etwas nachgereift ist. Egal, ob es sich um einen Schilderwald im Auslandsurlaub, fremdsprachige Dokumente oder einfach nur eine Speisekarte handelt - mindestens 2 - 3 der 7 Siegel dieser Bücher sind nun gebochen. ^^ Ich konnte gestern gar nicht anders, als mein Smartphone auf alle möglichen Hinweisetafeln und Aushänge in der Klinik zu halten, einfach weil ich's kann. XD

And now for something completely different.
Ich liefer mal ein paar Bilder der Viecher des kleinen klinikeigenen Zoos nach, bei dem ich manchmal aushelfe.
Die Meerschweinchen, Hasen, Kaninchen und das zweite Alpaca waren heute zu schüchtern und haben sich entweder verkrümelt oder mir bloß den Arsch hingestreckt. ^^

Freitag, 16. Januar 2015

Journeyal #16

Die Basics

Ich wurde nach dem "genauen" Tagesablauf in der Therapie gefragt, weil man sich anscheinend nicht oder nur schwer vorstellen kann, wie das hier so läuft. Is' natürlich verständlich, aber man braucht sich eigentlich nichts wirklich Besonderes dabei vorstellen. ^^
Der Blick aus meinem Zimmerfenster im 2. Stock.
Ab der Bildmitte links, irgendwo hinter den Bäumen verstecken sich die restlichen 90% der Anlage.
 "The Wall" ist eine Nervenklinik, bestehend aus ca. 30 Gebäuden, auf einem großen Gelände etwas außerhalb der Stadt. Je nach Art und Schwere der psychischen Erkrankung, wird man einem bestimmten Haus = einer bestimmten Station zugeordnet. Über die Dauer einer stationären Therapie, die normalerweise 12 Wochen (im Eventualfall + 4 Wochen) beträgt, wohnt man dort, gemeinsam mit Leuten, die eben ein weitestgehend ähnliches psychisches Problem haben. Hier auf 17, "meiner" Station, haben wir unter anderem minderschwere Fälle von Schizophrenie und Suchterkrankungen (z.B. Spielsucht, Alkohol usw.) und Depressionen. Der Großteil der Leute ist freiwillig hier und versucht bloß, sein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Somit werden wir hier auch nicht festgehalten/eingesperrt. Nach Absprache mit dem Personal, und solange es den Therapieplan nicht stört, dürfen wir selbstständig raus und Besuche empfangen. Manche betreiben die Therapie sogar Ambulant - soll heißen: sie wohnen zu Hause und kommen nur zu ihren bestimmten Zeiten für die Therapiestunden in die Klinik.
Es gibt Zwei- und Vierbettzimmer.
Männer und Frauen sind zwar unter dem selben Dach, aber selbstverständlich in verschiedenen Räumen untergebracht.

Donnerstag, 15. Januar 2015

Journeyal #15

Tod der Beschäftigungstherapie! o/

(Mittwoch, 14. Januar 2015)
Naja, nicht ganz.
Aber ich habe ab heute immerhin von der Außengruppe in die Zerlegewerkstatt gewechselt. Die Arbeit dort spricht mich um einiges mehr an. Es werden Elektrogeräte in ihre Einzelteile zerlegt - Staubsauger, Computer, Mikrowellen, bla. Dann werden sie um sämtliche schädlichen Stoffe, wie Glas, LCD-Displays, Kondensatoren, Batterien usw., erleichtert und entsorgt. Man kann also seinen destruktiven Neigungen einen gewissen Auslauf erlauben. ^^ Gleichzeitig ist man geistig durch die verschiedenen Bauweisen mit unterschiedlichen Platinen sehr viel eher abgelenkt, als z.B. beim Laubtzusammentragen.
Ein paar Stunden vorher war das noch ein mittelgroßer Kopierer/Drucker.
Nun weiß ich: Die Dinger sind definitiv nicht dafür gebaut, wieder auseinandergenommen zu werden. ^^
Vorher war allerdings die erste Einheit Musiktherapie angesagt.
Wie erwartet: Viel. Zu. Kurz! D:
Anfangs wurde, wie immer, zum Kennenlernen etwas gequatscht. Es geht darum, seinen Gefühlen mit Hilfe von Instrumenten Ausdruck zu verleihen, so gut es einem eben möglich ist, auch wenn man kein Instrument spielen kann. Die Musik soll einem dabei helfen sich selbst zu "beobachten" und zu hinterfragen, was und warum man sich gerade so fühlt usw.. Bin gespannt, was da noch kommt. Die kleine Kostprobe machte jedenfalls Lust auf mehr. :)

Abends fand wieder ein Einzelgespräch mit Fr. Alternative statt. Bei der obligatorischen Frage nach meinem Befinden, musste ich natürlich die Musiktherapie erwähnen. Dadurch sind wir natürlich auf das Thema Lieblingsbands gekommen. Und was war?
Fr. Alternative ist ein \m/etalhead. ICH WUSSTE ES schon ab dem ersten Blick! XD
Im weiteren Verlauf wurden meine musikalischen Vorlieben als Gateway zu meiner Psyche hergenommen und dementsprechend ein wenig analysiert, was mich wie und warum an Blues, Rock, Metal etc. fasziniert. Die eine oder andere Empfehlung fand selbstverständlich auch ihren Weg ins Gespräch. So wurde mir zum Beispiel Triptykon von ihr ans Herz gelegt. ^^
 Insgesamt war's mit Abstand der angenehmste Tag, seit ich hier bin.

Montag, 12. Januar 2015

Journeyal #14

Sonntag, 11. Januar 2015, 14:15 Uhr
Gestern Abend erhielt ich endlich mal eine Antwort vom Versandhändler des Zippo-Feuerzeuges, der sich ironischerweise Versand-King nennt.
"Dann war es bei uns falsch einsortiert. Diese Farbe haben wir nicht mehr."
Wow. Nicht bloß falsch in irgendein Regal einsortiert, sondern die Artikelbezeichnung UND die Artikelnummer in Verbindung mit der TATSÄCHLICHEN FARBE DES ARTIKELS (um die zu sehen, braucht man's doch nur ankucken m( ) beinhart ignoriert. Um dem ganzen die Krone auszusetzen, ist die Schlamperei auch noch auf Amazon übernommen und der Artikel somit unter der falschen Bezeichnung in den Onlineshop eingestellt worden.
Sowas passiert nicht einfach; das ist pure Dummheit in reinster Form.
Lesen die sich ihre Warenübernahmelisten bei der Lieferung auch mal durch oder werden die nur nach dem "wird schon passen"-Prinzip überflogen? Beide Feuerzeuge beginnen mit dem Wort "Candy", und mehr scheint für die Firma nicht relevant gewesen zu sein. Tut sowas denn nicht weh? Ist eine derartige Inkompetenz nicht irgendwie meldepflichtig? Un-fucking-fassbar. -.-
Aber es geht ja noch weiter. Hab' bei noch genauerem Hinsehen erst bemerkt, dass die kleine Zippo-Box, in der die Feuerzeuge ausgeliefert werden, den Strichcode eines wieder ganz anderen Modells trägt.
Bilder: EAN.de und Amazon
Die Box an sich ist mir eigentlich herzlich egal. Aber der Sticker belegt, dass das Feuerzeug irgendwann vor dem Zeitpunkt des Verkaufs in die Box bewegt wurde. Heißt also weiter:
DIE HABEN GESEHEN, DASS DAS TEIL ROT UND NICHT PINK IST!
 ... außer vielleicht im Falle einer Farbenblindheit. Doch selbst für die würde ich inzwischen die Vorlage eines ärztlichen Attests verlangen, wenn sie mir mit der Ausrede daherkommen würden.
...
Noch dazu habe ich gerade im Moment wirklich nichts anderes zu tun, als mich darüber aufzuregen. Aber naja, was soll's? Spätestens Dienstag Nachmittag werde ich das Teil beim "betreuten Einkaufen" zurückschicken.

Die ersten 600MB meines 3.000MB-Datenvolumens für das Monat sind am Handy schon weggegangen. ^^
Es war schließlich nur die Hand voll Original-Apps drauf, mit denen man nicht sonderlich weit kommt. Jetzt habe ich ... "ein paar" mehr. ;)
Und NEIN, es ist keine Furz-App dabei. :p
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Montag, 12. Januar 2015, 18:30 Uhr
Gleich in der Früh kam eine Mail des "Versand-Kings", in der er mir (nach einer dementsprechenden Forderung meinerseits) zusicherte, auch die Rücksendekosten zu übernehmen. Nice. Dann kostete mich sein Fuck-Up bis auf ein paar Nerven keinen Cent. Außerdem habe ich nun den Sinn hinter Apps für Webseiten verstanden, was sich in einem jetzt deutlich reduzierten Verbrauch des Datenvolumens auswirkt. Auch gut. :)

Dafür war die Gruppe heute wieder teilweise etwas anstrengend. Ok, eigentlich war's nur Dizo, der nun offenkundig über lediglich sehr geringen RAM-Speicher verfügt, was ihn ziemlich leicht durcheinander bringt. Heute hatte er Schwierigkeiten, einfachste Ja-Neinfragen von Dr. Buscemi zu beantworten, sofern er ihnen überhaupt bis zum Ende folgen konnte. Beinahe so, als würde jeder Input, den er bekommt, den vorherigen Überschreiben.
*Frage* (z.B.: "Geht's ihnen besser, wenn ... ?")
*Denkpause* (begleitet von einigen Hmms und Pffs)
*keine verwertbare Antwort* ("Ja, nö, hmm, vielleicht, weiß nicht, pff, nö, ja, keine Ahnung.")
... über Minuten hinweg. Dabei wirkt er allerdings nicht unwillig zu antworten, sondern man nimmt's ihm ab, dass er's wirklich nicht weiß. Dr. Buscemi muss ihm jede aus der Nase herausgezogene Information auch noch vorkauen, weil sie sonst überhaupt nichts in Erfahrung bringen würde. Respekt vor den Leuten, die im Umgang mit so schwierigen Leuten nicht pausenlos den Kopf gegen die Wand schlagen wollen, bis es nichtmehr wehtut.

Auf dem Plan für diese Woche steht die 1. Musiktherapie...stunde.
... obwohl, "Einheit" würde besser passen, weil's nichtmal 'ne ganze Stunde ist (auf dem Plan stehen nur 50 Min.).
Ernsthaft? Nur eine "Stunde" pro Woche? Óo
Fail. -.- Da hätte ich mir definitiv mehr erhofft ... um einiges mehr (2-3mal pro Woche eine Doppelstunde oder so). Aber das hier Gebotene ist etwas lachhaft. Was soll man denn da großartig bewegen?
Mit den Einzelgesprächen sieht's nun ähnlich aus: diese Woche ebenfalls wieder nur 1 Stunde mit Frau Alternative am Mittwoch. Dann noch die obligatorische 2. Gruppentherapie-Einheit am Donnerstag und das war's mit dem Therapieplan für die ganze Woche. Der Rest ist bloß Beschäftigung (Sport, Einkaufen, Arbeitsgruppe etc.). Weiß noch nicht, was ich davon halten soll. :/

Samstag, 10. Januar 2015

Journeyal #13

Dienstag, 06. Januar 2015, 11:09 Uhr
Na toll. Hab' ich gestern beim Einkaufen doch beinhart vergessen Guthaben für's Internet zu kaufen. Nächste Gelegenheit ist erst am Freitag. -.-
Ansonsten gibt’s ja sooo furchtbar viel zu tun hier an der Wall. Mit dem Tierdienst bin ich für heute schon fertig. Zwar könnte ich mir endlich das Christmas Special von „Doctor Who“ ansehen, doch freut mich selbst das nicht, seitdem ich weiß, dass Clara bis Mitte der 9. Staffel dabei sein wird. So ein Fuck. Die Story und der Charakter waren so vielversprechend und hatten so viel Potential, das leider nur angekratzt wurde. Jetzt wurde sie im Endeffekt zu einer zweiten Amy in dem Sinn, dass sie mir die Serie vermiest, solange sie mitmacht.

Dizo ist der Neue, und dementsprechend wurde er in der Gruppe gestern von Dr. Buscemi und Mag. Mask etwas ausgefragt. Fuck, war das anstrengend, dem Mann zuzuhören. Der scheint wirklich rein gar nichts über sich selbst zu wissen. Fähigkeit zur Selbstreflektion = 0. Beinahe auf jede Frage war nue ein: „Ja, pff, nö, vielleicht. Keine Ahnung, weiß ich nicht.“, zu hören. Das ging um die 30 – 45 Minuten so, bis Dr. Buscemi endlich den herauslesbaren Teil seiner Problematik mit ein paar einfachen Worten abschließend zusammenfasste.
Und zwar mit einem Satz, der mir schon 10 Min. früher eingefallen war. Verschwendete Zeit, ohne auch nur die geringste verwertbare Information für mich. Klar, es geht nicht nur um mich. Deshalb heißt's ja auch GRUPPENtherapie. Aber ich habe eben noch nicht das Gefühl, als würde mir dieses Gequatsche überhaupt etwas bringen. Dadurch geht mir jedes vergeudetes verstärkt auf die Nerven. Zusätzlich auch noch immer diese elendig langen Pausen von Mask, nachdem jemand was gesagt hat.

Was außerdem beginnt, mich an Dizo immens zu stören, ist seine überzogene Herumächzerei und -stöhnerei, wenn er zur Tür reinkommt, weil er vom Treppensteigen außer Puste ist. Unser Zimmer ist grademal im 2. Stock und so fett bist du nicht. Get fucking over it. -.-

17:29 Uhr
Die Viecher gewöhnen sich schnell an mich. Ein paar Hasen kommen teilweise sogar schon auf mich zugehoppelt, und der Rest flüchtet zumindest nichtmehr so schnell, wenn ich mich nähere.
Glücklicherweise viel mir auch noch ein, dass ich ja bereits stundenweisen Ausgang unter der Woche bekomme. Kann also immerhin "Internet kaufen".
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Donnerstag, 08. Januar 2015, 17:59 Uhr
Bluäch. -.-... aber dazu später.
Gestern fand endlich mal das erste Gespräch mit meiner Therapeutin Frau Alternative (rote Haare; eine taillierte Lederweste, die mit den Schnallen sehr an eine Corsage erinnerte; tolle Beine in rankengemusterten Strumpfhosen; halbhohe Rauhlederstiefel) statt. Sie gab vor, über meinen Zustand nicht allzu viel zu wissen, und darum fingen wir eben bei 0 an - schon wieder. Dafür ließ sich aber sehr gut mit ihr reden. Eines ihrer Lieblingswörter scheint "archaisch" zu sein. Das hat sie sicher 4-5 Mal innerhalb der einen Stunde eingebaut.
Heute war's von der Thematik her das Selbe in Grün mit Dr. Busemi. Da ich sie beim Vorgespräch schon kennengelernt hatte, und auch so immer wieder mal in der Klinik angetroffen habe (z.B. bei der Visite usw.,), fingen wir mit dem Gespräch nicht ganz beim Nullpunkt der Geschichte an ... eher so 0,5.
Kernaussage am Ende dieser ersten beiden Gespräche war, dass ich ein immenses Aggressionspotential habe, das ich allerdings nicht ausleben kann/sollte. Andererseits ist es ebenfalls schädlich, wenn ich es nichtmal ansatzweise rauslasse und ständig nur in mich hineinfresse. Kurz: was Neues haben sie mir ganz bestimmt nicht erzählt. Doch die Tatsache, dass sie das mit den Aggressionen schon mal mitbekommen haben, zeigt mir, dass ich mich nicht ganz blöd dabei anstelle, mich ihnen mitzuteilen, um was es mir geht.
Warum sie noch immer vorgeben, von meinem Fall nicht wirklich viel zu wissen (wobei ich mich frage, wozu dann meine Akte da ist, aber sei's drum), könnte zwei Gründe haben:
1.) könnte die innerbetriebliche Kommunikation im Arsch sein, was jedoch nur Stuff betrifft, der der Therapie zuträglich wäre (z.B. Erfassung des geistigen und emotionalen Zustands des Patienten). Denn sofern jemand Mist baut, zeigen sich Ärzte, Schwestern und Pfleger wohl informiert.
2.) würde ich ihnen zutrauen, dass das Teil eines Tests ist, um zu sehen, wie ich welche Geschichte der jeweiligen Person erzähle. So können sie feststellen, ob ich mir nur was zusammenreime und/oder mich schlussendlich in Widersprüche verstricke.
Ich hoffe wirklich, dass Punkt 2 zutrifft. Denn sonst würde das den hier teilweise durchleutenden Charakter einer Kindergartenveranstaltung verstärkt unterstreichen. Und die Kacke würde ich mir nicht bieten lassen wollen.

Montag, 5. Januar 2015

Journeyal #12

Meine Sorte Glück -.-°

Heute Mittag kam endlich mein Zippo-Feuerzeug ... in Candy Apple Rot. m(
Klassischer Fall von "zu früh/umsonst gefreut". Wär' ja auch zu schön gewesen, wenn etwas, das ich wirklich will und auf das ich mich ehrlich freue, zur Abwechslung mal reibungslos funktioniert hätte. EIN FUCKING 30€-Feuerzeug! Ist das wirklich schon zu viel verlangt?! :(
24003 Pink ...
... und 21063 Rot -
is' doch das Selbe, oder?

Bestellt und bezahlt wurde #24003 Candy Raspberry Pink (steht sogar auf der Rechnung).
Geliefert wurde #21063 Candy Apple Rot.

Wahrscheinlich war Pink nie lagernd und der Artikel wurde falsch auf Amazon eingestellt. Im besten Fall, wovon ich nicht ausgehe, hat der Händler eine Rot-Grünschwäche oder Restalkohol von den Feiertagen und sich bloß in der Schachtel vergriffen. Wo auch immer diese Hoffnung in die Menschheit herkommt, die einfach nicht verrecken will und mich nicht dran glauben lässt, dass es Absicht war. Im Zweifel nunmal für den Angeklagten. Immerhin hat er auch durchwegs gute Bewerungen, und Fehler passieren jedem. Am frühen Nachtmittag wurde jedenfalls sofort per Mail reklamiert. Mal sehen, was da zurückkommt. Ich hoffe wirklich, dass es einfach ausgetauscht werden kann. Wenn nicht, dann eben Kohle zurück und ich darf wieder 2 Jahre lang nach dem Teil suchen. D:

Sonntag, 4. Januar 2015

Journeyal #11

2015? Na gut, kann's ja eh nicht verhindern. :/

Wenn ich dran denke, wie vergleichsweise motiviert ich das letzte Jahr begonnen habe und was am Ende daraus geworden ist, weiß ich wirklich nicht, was ich von noch einem neuen Jahr halten soll.

Seit Freitag haben wir einen Neuen im Zimmer, Dizo (eine Mischung aus seiner körperlichen Erscheinung und seines psychischen Problems: Dicki und Schizo). Laut der Klinikhausordnung hat man in den ersten 2 Wochen keinen Ausgang. Dementsprechend lahm ist es auf'm Zimmer. Dizo ist, wie man sich vorstellen kann, selbst nicht so der Aktive und darum hab' ich die nächste Zeit beinahe keine ruhige Minute für mich allein. Nichtmal zum ... naja. ;)
Dizo ist Grobmotoriker und hat ein paar seltsame und vor allem LAUTE Angwohnheiten. Zum Beispiel kann er sich im Bett scheinbar nicht normal aufsetzen. Er schreckt immer hoch, als wäre er gerade aus einem Albtraum aufgewacht. Immer, auch wenn er die ganze Zeit wach ist. so als hätte er irgendwie Schwung dafü geholt. Die schon etwas betagten Holzbetten der Station geben sowas natürlich akkustisch weiter. Außerdem muss er sich zusammenreißen, um mitten in der Nacht nicht die Türen zuzuknallen, falls er mal auf's Klo muss. Um 3:43 Uhr fühlt man sich dann auch mal genötigt, dahingehend was zu sagen. Seitdem is' Ruhe. Mal sehen, wie lange das anhält.

Gestern (Samstag) war ich wieder für die Tiere des Klinik-Streichelzoos zuständig. Hab' den 2-stündigen Dienst zum ersten Mal alleine erledigt. Nicht, dass das eine besondere Leistung wäre, aber anonsten war eben immer jemand dabei, den die Tiere schon kannten. Nun bin nur ich dort gewesen, und besonders die Esel schienen mir noch ziemlich zu misstrauen. Sie ließen sich nichtmal mit einer Hand voll Stroh und Heu am Zaun ablenken, damit ich ungestört in ihr Gehege mit der kleinen überdachten Scheune gehen konnte, um das Futter nachzufüllen, sondern folgten mir auf jeden Schritt. Auch IN die Scheune rein, damit sie mir das Heu am besten gleich aus der Schubkarre rausfressen konnten. Das war mir ja ziemlich egal. Wenn man vor ihnen steht sind's ja liebe Viecher. Jetzt war ich aber in diesem 4x2m-Raum, zwischen mir und dem Ausgang eine Schubkarre und zwei hungrige Esel, die sich einen Scheiß bewegten, und um rauszukommen hätte ich knapp an ihren Ärschen vor gemusst. Davor habe ich dann doch ein wenig zu viel Respekt. Ich will mich da hinten nicht rumtreiben. Zwar habe ich noch nie einen Huf abbekommen, doch will ich's auch nicht drauf anlegen. Glücklicherweise ließen sich die Beiden mit dem Heu in der Hand ganz gut drehen und lenken, sodass ich risikofrei weiterarbeiten konnte. ^^
Die Alpacas interessieren sich praktisch gar nicht, für Dinge, die in ihrem Gehege rumlaufen. Die 2 Schafe verhielten sich auch nicht auffällig. Aber 2 der Ziegen schließen die 3. beim Fressen aus und verscheuchen sie immer vom "frischeren" Futter. Arschlochziegen.