S Pink Premium Pointer Bio-Tagebuch (nur 3% Fantasie): 2015
People used to remind me that "not everything's either black or white", but that doesn't mean they don't exist.
Because, where is all that grey coming from?

Donnerstag, 4. Juni 2015

Schon wieder Tagebla

Mittwoch, 27. Mai 2015
Als erste Botschaft habe ich heute früh von einem Mitbewohner erfahren, dass Goalem, den ich an der Wall kennengelernt habe, gestorben ist. Er hat sich gemeinsam mit einem Bekannten oder Freund eine Überdosis reingepfiffen. :/
R.I.P. du Sautrottel. ;)

Und ENDLICH (!!!) ist heute das Zeugnis der Taxiprüfung eingetroffen. :D
War gleich bei der Behörde, um den Schein zu beantragen, aber natürlich war da heute Nachmittag niemand mehr dort. :/

Donnerstag 04. Juni 2015, 07:25 Uhr
Vergangenen besuchte ich mit Lina ein kleines Metal-Konzert in Wien, auf das sie mich eingeladen hatte. Mit dabei war auch ihr 12-jähriger Sohn - sein erstes Metal-Konzert.  Es spielten Angor aus Österreich, Yuri Gagarin aus Schweden und Disillusion aus Deutschland.
Wie beim letzten Mal konnte ich mit dem Haupt-Act nicht wirklich viel anfangen. Außerdem standen wir zu dem Zeitpunkt zu weit hinten, um guten Sound abzubekommen (vorne ging's, aber hinten fing sich, bis auf ein paar ruhigere Song-Passagen, bei der Location alles zu überschlagen an). Aber ich hab' durch Yuri Gagarin psychedelic Spacerock für mich entdeckt. :3
Is' wieder was für die Sexplaylist. ^^
Angor wäre zwar auch nicht schlecht gewesen, doch der Lead-Gitarrist war sowas von scheiße (Einsätze verpasst und bei Solos verspielt, wenn er nicht gleich von Beginn an einen Halbton zu hoch einsetzte). X'D Aber egal. Das insgesamte Erlebnis war den Ticketpreis von 14€ wert. :)

Dienstag, 26. Mai 2015

Und noch mehr Tagebla

Samstag, 23. Mai 2015, 08:30 Uhr
Ich komme mit den Büchern nicht so recht voran. Das liegt aber nicht unbedingt an den Geschichten oder den Charakteren. Ich kann dabei eben nicht wirklich abschalten, komme aus der Realität nicht raus.
Seitdem ich aus den selben Gründen praktisch nichtmehr spiele, vermisse ich ein Hobby, das mich einfach abschalten lässt und das sich nicht nach Ablenkung/Abwarten anfühlt.

Dafür habe ich allerdings einen neuen Lieblingsfilm dazugewonnen, "Kingsman".
Scheiße, geht der Film ab. :D
Die Mischung aus "James Bond"- und "Charlie's Angels"-Filmen, die mich teilweise auch ein wenig an "Equilibrium" erinnert hat, hat mich absolut überrascht, da ich keinen Trailer gesehen hatte und nur von ein paar Leuten den Namen vernommen hab. Keine Ahnung eigentlich, warum ich ihn mir angesehen hab', aber ich steh' einfach total auf so übertriebenen Trash, der sich selbst nicht so ernst nimmt. (Vielleicht sollte ich "Guardians of the Galaxy" doch auch mal'ne Chance geben.)
Was mich von der technischen Machart her vor allem beeindruckt hat, war die Kameraarbeit und die Schnitte in Verbindung mit der Choreographie der Kampfszenen und den digitalen Effekten.

Montag, 18. Mai 2015

Noch mehr TageBla

Freitag, 15. Mai 2015
Wenigstens das Schlafproblem wäre vorerst überbrückt.
Die neuen Medis (Quentialan 25mg; im Prinzip = Seroquel) machen etwas schläfrig und halten den Mindfuck beim Einschlafen fern. (Tränenloses Einschlafen - ein Luxus) Das Durchschlafen unterstützen sie auch ausreichend, sodass ich nicht lange wach bin, sollte ich dennoch mitten in der Nacht mal aufwachen. Dabei verspüre ich bisher noch keinerlei Nebenwirkungen. Win/Win.

Ansonsten ist mit meiner Langeweile hier schon so weit gekommen, dass ich mir, wie letztens schonmal erwähnt, Bücher bestellt habe. Die sind inzwischen angekommen und zumindest mit "The Farseer - Assassin's Apprentice" habe ich bereits zu lesen begonnen. Es liest sich bisher sehr angenehm, auch wenn ich den ersten Kapiteln, die die "Abenteuer" eines kleinen Jungen erzählen, teilweise noch nicht viel abgewinnenen konnte.
Doch das Letzte, was ich las, war GRRMs "A Dance with Dragons" vor etwa eineinhalb Jahren. Jetzt tut es gut, immerhin etwas zu lesen, bei dem nicht seitenlang das Essen oder die Kleidung der Leute beschrieben wird. XD

Sonntag, 10. Mai 2015

Critical Hit - Near Miss

Sonntag, 10. Mai 2015, 00:59 Uhr
Es war ein Fehler, auf das Metal-Konzert zu gehen.
Als Dank wird mein Verstand gerade so richtig schön von den Geistern meiner Vergangenheit durchgefickt, obwohl ich einfach nur schlafen will.

Lina war natürlich mit ihrem Freund dort. Das hatte ich erwartet und das war auch nicht das Problem, das ich mit dem Abend habe. (Ich mag verstört sein, aber mein Verstand wurde noch nicht komplett aus dem Konstrukt geschossen, dass die Allgmeinheit als ihre Realität akzeptiert.)
Die Location und die ganze Situationen brachte Erinnerungen an damals, an die KWT in Tulln, Claudi und den den Rest verstärkt hervor. Nur eben mit einem Unterschied: Bis aus auf das Pärchen, das vor mir stand, war ich alleine dort.
Das Pärchen, Lina und ihren Freund zu sehen, kann ich ebenfalls als nicht sonderlich angenehm beschreiben. Das Einsamkeitsgefühl und der damit verbundene Schmerz in der Brust wurde dadurch angefacht und lässt mich das Loch in mir vor allem jetzt so richtig spüren, wo ich alleine im Bett liege und nun bald eine Stunde vergeblich versuche enizuschlafen. In solchen Momenten wird mir besonders klar, dass ich nichts und niemanden habe, der mich auffangen könnte, wenn ich wiedermal falle. Ich kann mich weder in ein Hobby noch in die Arme eines geliebten Menschen flüchten, mich darin fallen lassen, mich darin verlieren. Hier ist nur dieses tiefe, schwarze, stille Loch, und darin nichts weiter als ich, meine Verzweiflung und meine Tränen.

Samstag, 9. Mai 2015

Tagebla & Ödester Samstag ev0r

Freitag, 8. Mai 2015
Man fängt an, sich an Kleinigkeiten zu hängen, um irgendwie Motivation aufzubringen, doch noch weiterzumachen. So wie diese Sache mit Lina, meiner Sozialarbeiterin. (Ich brauchte endlich einen Namen für sie. Und der passt ganz genau - aus Gründen. ;) )

Heute habe ich mich irrsinnig gefreut, dass ich ihre Privatnummer anscheinend "freigespielt" habe. :D
An einen Zufall oder gar einen Normalfall, wie sie es nennt, glaube ich nicht, denn im Normalfall wird lediglich ihre Arbeitsadresse mit der Firmentelefonnummer an ihre Mails angehängt. Nicht heute. Plötzlich stand da eine andere Adresse und Tel.Nr., warum auch immer ... egal. ^^
Punkt ist,  es lässt mich weiter auf Hoffnung hoffen, weiterhin nach vorne sehen. Es lässt sich durch solche Dinge das Jetzt besser ertragen, selbst wenn die Geschichte möglicherweise vielleicht wahrscheinlich eventuell nicht über eine Freundschaft hinausgehen wird.
Soweit ich weiß hat sie einen Freund und momentan mit ihrem Ex-Mann zu tun, wegen Streitereien um die Kinder usw.. Sie hat also derzeit genug um die Ohren. Das sind alles Barrieren, wegen denen es nicht auf eine Partnerschaft hinauslaufen kann.. Eine weitere bin ich selbst. Ich hab schließlich auch genug auf dem Teller, um mein Leben wieder in den Griff zu bekommen. Noch dazu sehe ich mich der Verantwortung nicht gewachsen, auf Dauer zum Teil natürlich auch für die Kinder verantwortlich zu sein. Hölle, ich wäre doch selbst nichts anderes, als das 3. Kind, um das sie sich kümmern müsste. Und zu guter letzt weiß ich ja noch nichtmal, wie sie die Sache sieht und weshalb der Kontakt zwischen uns überhaupt besteht. (Ich bin echt nicht gut in solchen Freundschaftsdingen.)
Und ja, verdammt, ich weiß selbst wie bescheuert sich das alles lesen muss, dass ich so viel hineininterpretiere und drüber nachdenke. Aber ich fühle mich nunmal so einsam und verunsichert, dass ich jegliches Interesse an meiner Person sofort als spezielles Interesse ansehe, weil ich den Umgang damit einfach nicht gewohnt bin oder wenn, dann nur tiefsitzende schlechte Erfahrungen damit gemacht habe.
...
Es ist so fucking anstrengend.
Alles braucht immer einen Grund und ein klar erkennbares Ziel. Zerdenken, alles zerdenken. ... Und ich wiederhole mich schon wieder, was es nicht unbedingt leichter macht.

Donnerstag, 7. Mai 2015

Tagebla und mehr Bla

Montag, 4. Mai 2015
Meine Träume halten mich die letzten Tage schon wieder geistig beschäftigt.
Die Gedanken, Erinnerungen und Gefühle rund um den 1. Mai lassen mich schon wieder nur Schrott träumen. Alles Frauengeschichten, die grob so ablaufen, wie es damals passiert ist. Die Einsamkeit, meine Sehnsüchte und das Verlangen spielen Spielchen mit mir. Seltsamer...ne, glücklicherweise bleibt der anschließende ganztägige Mindfuck aus. Ich verbuche das unter Progress.

17:08 Uhr
Habe soeben 2 Bewerbungen für einen Job als Lagerarbeiter/Kommissionier und einen als  Teilzeit-Tankstellenkassierer abgeschickt. Mal sehen, was draus wird. Mir missfällt eben der Gedanke, jetzt nochmal eineinhalb Monate größtenteils Tatenlos rumzusitzen. Die Nachprüfung für den Taxischein ist am 19., schriftlicheen Bescheid über das Ergebnis bekomme ich erst eine Woche später, und nach Beantragung des Ausweises dauert es nochmal 2 Wochen, bis er mir ausgehändigt werden und ich zu arbeiten beginnnen kann. Dann ist es bereits Mitte Juni.
Wenn ich bis dahin nur Däumchen drehe, dann fällt mir bestimmt die Decke auf den Kopf. Schlimmer noch: ich könnte in ein Loch rutschen und dort in der Dunkelheit wieder hängenbleiben.

Morgen habe ich wieder Gruppentherapie (Letzte Woche hab' ich wegen der Arbeiten rund um ein kleines WG-Grillfest und einer Geburtstagsfeier beinhart drauf vergessen. ^^) und einen Augenarzttermin habe ich auch. Ich bekomm' sicher wieder eine Brille. Irgendwie freue ich mich schon drauf.
Am Donnerstag lass ich mir die Zahnprothesen kontrollieren. Vielleicht bekomme ich sogar komplett Neue. Die Alten müssen aber zumindest unterfüttert werden, weil sie nach der OP angefertigt wurden und durch den Rückgang des Kieferknochens und des Zahnfleisches eben nichtmehr richtig sitzen.
Nächste Woche steht dann der Thermin beim Psychologen an. Bin mir ziemlich sicher, dass die Medikamenten-Dosis erhöht werden muss. Die Dunkelheit rückt teilweise schon wieder sehr nahe und hält immer länger an.

Samstag, 2. Mai 2015

"Mensch" und Tier

Kopfschmerzen. -.-
Eigentlich hätte der Besuch im Tierpark Haag ja ganz nett werden können, aber leider hat das Wetter nicht wirklich mitgespielt. Es war den ganzen Tag trüb und regnerisch. Eigentlich genau mein Wetter, nur nicht, wenn man die Tiere sehen will, die sich bei sowas gerne in ihre Höhlen und Bauten zurückziehen.
Zweiter "Fehler" war der Anreisezeitpunkt. Wir (eine Hand voll Leute der Wohngemeinschaft, eine aus der Frauen-WG, die Diensthabende Betreuerin und ich) kamen etwas nach Mittag an. Viele Viecher begannen gerade damit, ein gemütliches Nachmittags-Schläfchen zu machen. Well, fuck. :/
Glücklicherweise machten ein paar ihr Nickerchen lieber unter freiem Himmel, sodass die Reise nicht ganz umsonst war. :)

              Am besten haben mir natürlich die Schweinchen gefallen. :3 ^
Aber der Maibaum mitten im Löwengehege war auch nicht schlecht. Den stiehlt so schnell niemand. XD

Freitag, 1. Mai 2015

Tagebuch-Bla und sonstiges...

Freitag, 24. April 2015
Ich muss wohl wirklich die Medikamente neu anpassen lassen. Ich komm' schon wieder nur verdammt schwer aus dem Bett. "Wozu überhaupt?" und "Warum?" nimmt erneut immer mehr Platz in meinen Gedankengängen ein. Motivation lässt stetig nach.
Aber Motivation für was? Ich finde mir kaum noch was zu tun, das ich als sinnvoll erachte. Es fühlt sich wieder alles nur nach Zeitverschwendung, Warten und Ablenkung an.

Mittwoch, 29. April 2015
Wenigstens komme ich wieder zum Schlafen.
Nehme abends nun eins der Trittico (150mg), von denen ich noch eine ganze Packung liegen habe, um müde zu werden. Vor einigen Monaten habe ich sie wegen der Nebenwirkungen abgesetzt, von denen ich nun glücklicherweise beinahe nichts mehr bemerke ... oder nichts mehr merken will, weil sie mich immerhin schlafen lassen.
Das Einschlafen ist zwar noch immer ein kleiner Kampf, doch das Durchschlafen funktioniert jetzt einigermaßen. Aus-dem-Bett-kommen fällt allerdings immernoch schwer.

Donnerstag, 23. April 2015

Well, fuck 2.0

Ja, mein Zustand verschlechtert sich rapide.

Heute bei der Taxilenkerprüfung galt es bei einem der 4 Teilbereiche 16 Fragen zu beantworten. In der Aufregung oder warum auch immer habe ich nur 2 von 3 Seiten beantwortet. Seite 3 mit den letzten 4 Fragen habe ich irgendwie übersehen, obwohl ich mir die Antworten zu den anderen Fragen noch 2-3 Mal durchgesehen habe.
Ich war also mind. 3 Mal zu blöd zum Umblättern und habe deshalb 4 Fragen nicht beantwortet. Von den anderen konnte ich 2 nur teilweise beantworten und 1 gar nicht. Somit sind eventuell 7 von 16 Fragen falsch beantwortet - 4 dürften es sein.

Die offiziellen Ergebnisse bekommen wir erst nächste Woche per Post zugesandt, doch ich weiß jetzt schon, dass ich nicht bestanden habe. Eine Nachprüfung findet frühestens in einem Monat statt und kostet nochmal 90€.
Vor allem der Selbstwert erfährt dadurch einen massiven Knicks. Ich kann noch weniger schlafen als sonst, bin nur am Heulen, weil ich nicht weiß wohin mit mir - wohin mit all dem Stress, der Wut, dem Zorn, der Enttäuschung.
Diese verschissene Dreckswarterei macht mich fertig. Schon wieder diese Ohnmacht. Ich kann nichts anderes tun, als auf nächste Woche bzw. nächstes Monat zu warten. Man kann sich vorstellen, wie ich mich darauf freue.

Der Hass, mein alter Freund meldet sich.
In dieser Situation richtet er sich vorwiegend gegen mich selbst, nur fühlt er sich aus anderen Gründen so vertraut an.
Ich will einen bestimmten Menschenschlag leiden sehen, bluten sehen, brennen sehen.Ich glaube noch immer daran, dass mir das eine gewisse Genugtuung verschaffen würde. Das wäre immerhin etwas. Ansonsten scheine ich praktisch keinen Ausgleich zu finden, für das, was in mir vorgeht. Früher waren es die Filme und Spiele, danach Serien, und jetzt ... reicht das alles nichtmehr - es gibt mir nichts mehr, zu mindest nicht in dem Ausmaß, wie ich es brauchen würde, und nicht auf Dauer.
Mich fuckt alles nurnoch an ... schon wieder. In solchen Situationen habe/spüre ich nichts, das mir in irgendeiner Weise das Gefühl von Rückhalt geben könnte. Ich fühle mich einfach nur allein, zwecklos, wertlos, sinnlos.

Ja, auch die Selbstmordgedanken häufen sich wieder und treten erneut stärker in den Vordergrund.

Mittwoch, 22. April 2015

Slipping (ein weiteres kleines Update)

Mir geht's mies und immer mieser.
Ich bin gerademal etwas über ein Monat aus der Anstalt draußen und würde mich am liebsten gleich wieder zurückverkriechen. Ich fühle mich hier nicht wohl. Und mit hier mein ich nicht unbedingt hier im Wohnheim, sondern generell hier draußen.

Es fühlt sich wieder immer mehr nach dem Feindgebiet an, wie ich es in der Musiktherapie mal nannte. Ich hasse es. Es macht mir Angst. Es demotiviert mich zunehmends. Erneut wird mein Depressionsloch stetig tiefer, und ich rutsche immer schneller hinein, komme umso schwerer wieder raus.
Ich spiele mit dem Gedanken, die Dosis des Antidepressivums bzw. Antipsychotikms nochmal erhöhen/anpassen zu lassen. Aber wird das diesmal auf Dauer helfen oder auch nur eine Zwischenlösung für ein paar Monate sein, bis die Kacke wieder anfängt? Mal davon abgesehen, dass mir immer höhere Dosen als Lösungsansatz überhaupt nicht gefällt, selbst wenn es nur vorübergehend ist. Doch es würde mir helfen die Zeit zu überbrücken. Die Zeit bis ...
WAS VERDAMMT?!?!?!
Außerdem fühle ich mich jetzt schon kaum wie ich selbst. Die Medikamenten fucken doch jetzt bereits mit meinem Erinnerungsvermögen und meiner Fantasie herum. Sie lassen die Teile, an die ich mich erinnern will, und die, die ich mir ausdenken will, kaum noch zu. Es ist schwer, dabei konzentriert zu bleiben. Absichtliches Nachdenken ist kaum noch möglich. Eine höhere Dosis Meds würde mir vielleicht auch noch die letzten vergangenheits- und zukunftsgerichteten Gedanken an alles nehmen, sodass ich mit der Aufmerksamkeitsspanne eines rolligen Eichhörnchens bloß noch hier und jetzt für den jeweiligen Moment leben könnte.
Will ich das?
Und wie soll ich dann jemals von dem Zeug wieder loskommen?

Soweit ein kleines Stimmungsupdate.
Ich schreibe hier nurnoch selten über mein Befinden, da das Meiste davon ohnehin nur Wiederholungen wären. Auch ohne sie gibt es lediglich eine Hand voll Leute, die das hier überhaupt interessiert oder die es zumindest aus anderen Gründen mitverfolgen.
Man liest es immer wieder mal, wie beschissen es mir geht. Doch denkt an die unzähligen Male, die ich es bereits aufgeschrieben habe, ohne dass ihr es gelesen habt. Und dann versucht euch vorzustellen, wie oft ich es nicht aufschreibe, weil's sogar mich selbst schon nervt.

And now for something completely different.
Als kleinen Lichtblick habe ich ich eine neue* Band entdeckt.**
 *die Band gibt's seit 10 Jahren
**es war ein Tipp meiner Sozialarbeiterin (ebenfalls ein Metalhead)
Dethklok ist eine fiktive skandinavische Deathmetal-Band aus der Trickfilmserie "Metalocalypse", in der sämtliche Klischees bedient werden. X'D

Die Band ist allerdings nicht nur Hauptdarsteller ihrer eigenen Serie, sondern die kreativen Köpfe dahinter haben es sich nicht nehmen lassen, dass Projekt auf die CD-Laufwerke, MP3-Player und Bühnen der Welt auszubreiten. So wurden mittlerweile 3 Studioalben veröffentlicht, welche von den Produzenten von "Metalocalypse" zu Events wie z.B. der Comic Con sogar live gespielt werden.
Schon krank, was sich alles hinter einer kleinen Trickfilmserie verbergen kann. ^^

PS:
Seltsamerweise scheint Mutter Russland ein verhältnismäßig hohes Interesse an diesem Blog zu haben - warum auch immer.
Wie dem auch sei, привет! :D

Mittwoch, 15. April 2015

Filme, die jeder mag, nur ich nicht

Die Chaosmacherin brachte mich in ihrem Blog auf die Idee und ich dachte, dass das auch ein Thema für mich wäre. Bin schließlich ebenfalls so ein Verächter so mancher Nerd-Filmkost, auf die viele, viiiieeele andere schwören. :p

Herr der Ringe
Gut, ich gebe zu, dass ich dabei wahrscheinlich einen denkbar schlechten Startpunkt "gewählt" habe. Ich habe nämlich mit dem ziemlich zähen 2. Teil (ich glaube, er heißt: "Abenteuer zu Fuß: die schönsten Wanderwege durch Greenscreens und Neuseeland") angefangen, der ... bäh, einfach nur bäh ist. -.-
Über Teil 1 & 3 kann ich im Prinzip nichts sagen, da ich die nie gesehen habe. Und obwohl ich weiß, dass die Mitte in Trilogien meistens etwas durchhängt, habe ich den anderen beiden Filmen seitdem trotzdem keine Chance gegeben. Ich habe beschlossen, dass HdR einfach nichts für mich ist.
Was so langatmig "beginnt", hat im Nachhinein immer einen schlechten Stand bei mir. Außerdem fehlt mir wortwörtlich die Magie in den Filmen, obwohl sich weite Teile der Geschichte eigentlich um das Musterbeispiel, DEN Magier schlechthin spinnen. Aber Gandalf bekommt es in Teil 2 gerademal gebacken, seine Wäsche zu waschen. Was wirklich magisches zeigt er nicht und muss er danach auch nicht, immerhin kacken sich alle auch so schon vor seiner Persil-Power in die Hose. So ein "Zauberer" beeindruckt mich nicht. Ok, das Augangsmaterial hat bereits einige Jahrzehnte auf dem Buckel, aber trotzdem.
Dementsprechend kann ich auch mit den nachgefolgten Vorgängern, die "Der Hobbit"-Reihe, nichts anfangen.

Freitag, 10. April 2015

Anstrengung

Montag, 30. März 2015
Fühle mich nicht original. Bin seltsam gestresst, so als müsste ich unbedingt schnell 1.000 Dinge erledigen, weil sich irgendwas anderes sonst nicht ausgeht. Angenehm ist anders.
Ich komme nicht zur Ruhe, kann keine Nacht richtig durchschlafen. Führe es darauf zurück, dass ich nun aus dieser geschützten Zone, in der ich während der Therapie gesteckt habe, raus bin. Auch davor hatte ich immerhin die Gewissheit, die Sicherheit, nun bloß die Therapie abzuwarten. Ich hatte ein fixes Ziel, zumindest eine klare Konstante, die mir ein wenig innere Ruhe spendete, auch wenn's mir zu dem Zeitpunkt nicht wirklich aufgefallen ist. Aber man merkt eben nur, was man hatte, sobald's weg ist. Jetzt herrscht wieder Ungewissheit vor. Ich gehe einer unklaren Zukunft entgegen, in der nichts feststeht. Das stimmt mich unruhig, instabil.
... und hier is' auch nicht unbedingt viel zu tun, das mich ablenken könnte.

Mittwoch, 1. April 2015
Einschlafen fällt in letzter Zeit ebenfalls ziemlich schwer. Glücklicherweise hatte ich noch einige Folgen "Castle" aufzuholen. Bin mit S07E17 nun wieder fast auf dem aktuellen Stand. Frage mich auch, ob es die Serie ebenfalls auf 10 Staffeln und 200 Folgen schafft, wie "Supernatural". Zumindest den Zuschauerzahlen zufolge sollte das kein Problem sein.
Der "große Traum" vom sauguten Gitarristen hat sich nun wohl auch erledigt. Ich muss mir eben eingestehen, dass ich nicht das Zeug dazu habe. Zu ungelenk, zu halbherzig, zu ungeduldig und wahrscheinlich noch eine Hand voll anderer Dinge. Ich muss mir wohl ein neues Hobby suchen, in das ich mich hineinstürzen kann. Wenn ich nur was wüsste, was mich während der Zeit, die ich damit verbringe, ähnlich einnimmt.
Schreiben?
...
Ich hasse es.
Dieses Gefühl, nichts mehr zu haben, dass man richtig gut kann und beinahe immer gerne macht. Ich weiß nicht, wie und womit ich das Loch, das die Spiele hinterlassen haben, wieder füllen kann.

Dienstag, 7. April 2015

Street Rod (Amiga 500)


Das ist zwar nicht das erste, aber ohne Zweifel das Renn- und Tuningspiel, das ich bis zum Erscheinen von "Gran Turismo 2" am meisten gespielt habe. :D
Wow, was sind damit für Erinnerungen verbunden. Ich dachte, ich muss jetzt einfach mal was wenigstens über eines meiner Lieblings-Amigaspiele schreiben, stellvertretend für die vielen, vielen anderen, und um den unzähligen Stunden, die ich damit verbracht habe, ein wenig Tribut zu zollen. ^^
Derzeit spiele ich es über den WinUAE Amiga-Emulator.

TODKRIEGBLUTPENISGEWALTHASSFICKENAARRRGHLAGHLragböählähwah

Ich möchte hier mal etwas auf meine äußerst gewalthaltige Vergangenheit eingehen, die mich zu einem homophoben, rassistischen, ignoranten Arschloch, einer menschenhassenden Gefahr für die Gesellschaft hat werden lassen, die alles verabscheut, außer ... DIE ALLES verabscheut, was er nicht versteht, und außer Tod, Blut und Krieg nichts in der Birne hat.

Es fing alles an als ich ungefähr 6 Jahre alt war.
Danach ging's permanent bergab mit meiner Moral und meinem Anstand, da meine Werte von nun an durch gewaltverherrlichendes und ähnlich wundervoll abstoßendes Material geprägt wurden. Zum Beispiel von Spielen, deren einziges Ziel die Vernichtung des Gegners ist.

Wings of Fury

2. Weltkrieg, Pafizifischer Ozean.
Man übernimmt das Steuer eines Hellcat Kampflugzeugs der US-Armee und rottet die japanischen Inselstellungen entweder mit Bomben aus halbwegs sicherer Höhe aus. Mit Raketen konnte man Betonbunker zerstören, und mit Torpedos feindliche Flugzeugträger versenken.
Danach ging's in den Sturzflug, wobei mit dem MG die flüchtenden Soldaten am Boden niedergemäht wurden. Dabei quieken sie auch noch so seltsam, dass man sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann. Alternativ holt man mit der MG weiße Flugzeuge mit rotem Punkt vom Himmel. Aber erst wenn sämtliches Bodenpersonal ausgeschaltet ist, ist das Level beendet.
Ja, lauft nur, ihr pixeligen Klischees.
Zu brutal für einen 8-Jährigen? Scheiß drauf, TOT DEM INSELVOLK!
Ich fand's damals schon scheiß lustig und tue es immer noch. XD
Habe ich deswegen einen Hass auf die Japaner entwickelt? Verarsche ich jetzt ihre Sprache bei jeder Gelegenheit, die sich mir bietet? Bin ich deswegen nun ein überzeugter Fan der Amis?
Definitiv nein, da ich's trotz des dramatischen, realen Hintergrundes nicht ernst genommen habe. Es ist nur ein Spiel. Is' doch scheiß egal, ob ich nun draußen "Cowboy und Indianer" spiele oder drin vor dem Bildschirm japanische Inseln zerficke.

Samstag, 4. April 2015

The Story So Far VI

[Zu den Stories So Far I-V werdet ihr hoffentlich selbst finden (Tipp: ↑ ), ansonsten hier klicken.]

Nachdem ich im Sommer 2014 dem DiAMETER bereits sämtliche Erfolgssaussichten aberkannt hatte und dementsprechend wieder in ein depressives Loch gestürzt war, hatte ich im Oktober 2014 erneut einen Tiefststand erreicht.

Ich hatte mich schon wieder Monate nicht beim Arbeitsamt gemeldet. Ich konnte nicht. Das Geld ging zur Neige und die verständnislose alte Frau hörte nicht auf, Druck zu machen. Schlussendlich gipfelte es darin, dass ich mein Netbook, die externe Festplatte und meine Kopfhörer zusammengepackt und mich ohne ein Wort von einem Moment auf den nächsten verpisst habe.
Ich ging zu Fuß nach St. Pölten, mit dem "Plan", von jetzt an eben auf der Straße zu leben, und zu sehen, wo mich das Leben eben noch so hinträgt. Ich hab' wirklich auf alles geschissen. Mir war's fucking egal, was als nächstes passiert ... aber mit der größtenteils schwulen, obdachlosen Drogenszene der Stadt, die des nächtens im P+R Parkhaus des Bahnhofs (ich glaube, ich hab' an der Tür in Sperma gegriffen X_x ) "wohnt", wollte ich dann doch nichts zu tun haben, also beschloss ich, mich für die bereits ziemlich herbstliche Nacht im Park niederzulassen.
Dort twitterte ich den Akku des Netbooks leer. Dadurch bekam ich später am Abend eine Nachricht von der Wölfin, dass ich bei ihr ein paar Tage unterkommen könnte.
In diesen paar Tagen kam ich irgendwann zu der Entscheidung, endgültig Schluss zu machen. Nachdem ich von der Wölfin weg war, kaufte ich mir noch ein Menü beim BK, 3 Bier und eine Schachtel Zigaretten von den 20€, die sie mir mit auf den Weg gab, ohne von meinem Vorhaben zu wissen. Das Netbook usw. hatte ich als kleines Vermächtnis in ihrer Wohnung versteckt. Ich setzte mich auf der Donauinsel neben die Donau und überlegte mir, wie ich "es" den nun am besten anstelle.
Ich konnte es nicht tun.
Nach einer arschkalten Nacht an einem Steg auf der Donauinsel irrte ich zu Fuß durch Wien. Von der Insel zum Schwedenplatz, über den Stephansplatz zum Stadtpark, wo ich eine Stunde die Enten beobachtet habe, und über die innere Stadt wieder zurück auf die Insel. Baukräne und Brücken lachten mich freundlich an.
Ich konnte es nicht tun.
Ich fühlte mich von meinem Körper und meinem Unterbewusstsein verarscht (tue ich teilweise immernoch) und schrieb der Wölfin eine SMS, dass ich nicht weiß, was ich tun soll.

Von da an ging's sehr schnell.
Bei ihr zu Hause haben wir den PSD (Psychosozialen Dienst) benachrichtigt, die mich noch am selben Tag ins Otto Wagner-Spital auf die Baumgartner Höhe weiterleiteten. Da ich aber wegen versäumten Terminen beim Amt keinen Versicherungsschutz hatte, konnte ich dort jedoch praktisch nur über's Wochenende bleiben. Danach schaffte ich es mit wölfischer Hilfe nach St.P. zurück, um mich beim Arbeitsamt zu melden und von dort aus gleich ins Krankenhaus, zwecks eines weiteren klinischen Aufenthalts wegen starken suizidalen Tendenzen, weiterzuziehen. Die wollten mich zuerst beinhart wieder nach Hause schicken, bis sie sich schließlich zu einem Krankentransport an die Wall, einer Nervenheilklinik für den Beszirk St.P. einwilligten.
Ganze zwei Tage haben sie mich dort behalten, bis ich von Herrn Primar Zöchling, der ein paar Wochen vor seiner Pensionierung stand, für nicht akkut genug befunden wurde und ebenfalls wieder nach Hause geschickt werden sollte. Über das Personal und die Sozialarbeiterin organisierten wir zumindest einen Vorstellungstermin bei der Abteilung für Depressionen und stellten Kontakt zur Emmaus-Wohngemeinschaft in St.P her, wo ich bis dorthin unterkommen konnte.

Da war ich dann also: in einem Auffangnetz für durch's Raster der Gesellschaft gefallene.
Glücklicherweise war's nicht halb so schlimm, wie man gerüchteweise immer so am Rande ein wenig mitbekommt (Obdachlose, Säufer, Druggies und anderes Gesindel, das doch gar nichtsmehr machen will). Oder ich empfand's bloß nicht so, weil ich für viele der Situationen der Leute plötzlich verständnis hatte - schließlich war ich nun einer von ihnen. Besonders das Personal war sehr nett und ich fühlte mich dort eigentlich ganz gut aufgehoben.
Die Vorstellung im Haus 17 der Wall ging glatt und Mitte Dezember war dann überraschend Therapiebeginn, nachdem es zuerst hieß, dass erst im März ein Platz frei wird.

Nun habe ich also drei Monate Psychotherapie hinter mir und bin wieder bei der Wohngemeinschaft zurück.
Insbesondere die Einzelgespräche und die viele Ruhe in einer geschützten Umgebung haben mir sehr weitergeholfen. Wie ich in einem Brief an die Anstalt diese Woche schrieb: "Ich weiß noch immer nicht, was ich von der Zukunft und der Ungewissheit, die sie mit sich bringt halten soll, doch verbleibe ich dank Euch das Beste hoffend ... " Ganz so ist es zwar nicht, aber durch die medikamentöse Unterstützung halten sich die Mindfucks in Grenzen und die Motivation weitestgehend hoch.
Insgeheim hoffe ich allerdings noch immer, dass ich irgendwann Claudi wieder sehe und wir miteinander reden können. Mehr will ich gar nicht, und es vergeht wirklich kein Tag, an dem ich nicht danach sehne. Sie ist und bleibt der beste Mensch, den ich jemals kennenlernen durfte. Sie bedeutet mir viel, darum komme ich nicht davon los.
Ansonsten bin ich derzeit drauf und dran, mir den Taxilenkerausweis zu holen und danach in St.P. herumzucruisen. :)

Arbeit und wieder eine eigene Bleibe sind nunmal die nächsten Ziele, die es in dieser Realität zu erreichen gibt. Mal kucken, was sich auf dem Weg dorthin sonst noch so ergibt.
Wie's wirklich weitergeht?
Keine Ahnung.
Ich hoffe nicht unbedingt das Beste, aber habe das Gefühl, momentan auf einer guten Welle unterwegs zu sein, und ich will einfach sehen, was noch so kommt. Nicht drüber nachdenken, einfach mal machen. Im (Zer-)Denken bin ich gut, das kann ich später noch immer aufholen.

Donnerstag, 2. April 2015

Das Wohnheim mit der Maus

Ich glaube, es wird mal Zeit, dass ich euch ein wenig über das Wohnheim erzähle, in dem ich untergekommen bin.

Es handelt sich um ein Haus der Emmaus-Gemeinschaft - ein von Charlie Rottenschlager vor 32 Jahren ins Leben gerufenes Projekt. Ihm missfiel es, dass so vielen Ex-Häftlingen in der Gesellschaft keine Chance gelassen wurde. Sie hatten wegen ihrer Vorgeschichte von Grund auf Schwierigkeiten Arbeit zu finden, konnten sich dementsprechend auch keine Wohnung, und in weiterer Folge natürlich kein Leben leisten. Der fromme Menschenfreund Charlie investierte also in ein Haus, in das er gemeinsam mit seinen ersten, meistens vorbestraften Schützlingen einzog, und das er gemeinsam mit ihnen restaurierte. Von dort aus begannen sie, nach Möglichkeiten zur Unterstützung für Menschen zu suchen, die ähnlich benachteiligt wurden, wie sie selbst.
Inzwischen ist die Emmaus-Gemeinde gewachsen und bietet überall auf der Welt Menschen, die durch das Raster der Gesellschaft gefallen sind, eine neue Möglichkeit, wieder Fuß zu fassen.
Egal, ob man nun in der Vergangenheit was ausgefressen hat, sich in psychischer Behandlung befindet, in der Schuldenfalle steckt oder einfach nur Pech hatte und deswegen auf der Straße steht - bei der Emmaus bekommt man was zu essen, Kleidung, ein Dach über'm Kopf, seelischen Beistand und Möglichkeiten zur Beratung und Betreuung auf dem Weg in eine eigenständige Zukunft.
Erhalten wird das Ganze durch Sponsoren, Zusammenarbeiten mit der Stadt, dem Arbeitsamt und einigen anderen Organisationen, vielen, vielen (Sach-)Spenden in Form von Kleidung usw., und selbstverständlich der unschätzbaren fleißigen Arbeit der Bewohner und des Personals der Häuser selbst.
Find' ich klasse. :)


Der majestätische Speisesaal, wo die hochwohldurchlauchten Siedler dieser Feste verweilen und gedenken, sich gar illustre Gaumenfreuden munden zu lassen.
... Heute gab's Spinat mit Spiegelei und Kartoffeln. Später machte der Koch noch Würstchen dazu, weil sonst gemäutert worden wäre. Gut möglich, dass wir ihn dann gegessen hätten.
FLEISCH!!!
Hier in diesem Haus sind wir 19 Leute: ein paar ehemalige Convicts, ein paar Scheidungsfälle und eine Hand voll anderer dumm gelaufene Geschichten, so wie meine.
Dabei handelt es sich aber um ein anderes Gebäude, in einem anderen Stadtteil, als das, wo ich Ende Oktober unterkam. Hier finden vorwiegend die Leute einen Platz, die bereits einen halbwegs geraden Weg eingeschlagen und eine Vorstellung davon haben, wie sie ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen können. Es wurde also schon heftig ausgefiltert. Drogen und Alkohol sind hier tabu, und gelegentliche Gespräche mit den Betreuern, in Form von kurzen Updates, passieren praktisch täglich. Vernachlässigt oder unbeachtet wird hier niemand.
Dabei finde ich es bemerkenswert, was für eine Nächstenliebe hier vom Personal tatsächlich gelebt wird. Man hat wirklich das Gefühl, dass sich um einen gekümmert wird und dass die Leute auch wirklich wollen, dass man wieder auf die Beine kommt.

Donnerstag, 26. März 2015

Wenn man nichts gutes zu sagen hat ...

Heute wurde mir so einiger Unmut über diesen Artikel von Ronja von Rönne auf der Webseite der Zeitung "Die Welt" in die Twitter-TL gespült. Als Ergänzung zu ihrem Standpunkt wurde von Ronja noch dieser Blogeintrag hinterher gereicht (der es ehrlichgesagt nicht unbedingt besser macht ^^, was aber vielleicht auch gar keine Absicht war).

Ich, als Betroffener einer zeitweise schweren Depression, der gerademal von seinem ersten Therapieaufenthalt in einer Nevernheilklinik zurück ist, muss allerdings sagen, dass ich das Ausmaß des Buheis um den Artikel, trotz der Logik, nicht wirklich verstehe. Persönlich halte ich es für überzogen reaktionäres Gehabe - genau das Verhalten, über das im Artikel u.a. hergezogen wird.

Was denke ich also darüber?

[obligatorisches Bild eines unglaublich niedergeschlagen wirkenden Klischée-Menschen - vorzugsweise eine Frau - bitte hier einfügen]

1. Muss ich der Aussage des Artikels bis zu einem gewissen Grad Recht geben.

Es ist mir selbst schon länger ein Dorn im Auge, dass jeder dahergelaufene Emo mit einer Depression, Borderline oder ADHS oder what-the-fuck-ever als Diagnose "prahlen" kann. Diagnosen einer psychischen Krankheit scheinen sowas wie ein neuer Trend zu werden. Und es stimmt: Je mehr Psychologen, umso mehr Diagnosen. Ob diese nun fachlich kompetent durchgeführt wurden, bleibt dahingestellt.
Ganz vorne mit dabei: Burnout.
Ähnlich wie ADHS ist diese zu recht umstrittene Diagnose ist in der letzten Zeit sowas wie der VW Käfer unter den psychischen Erkrankungen geworden Und das, obwohl "Burnout" nur ein vager, umgangssprachlicher Überbegriff für eine Ansammlung von Erschöpfungserscheinungen und keine offizielle Diagnose darstellt. (Genauso, wie es offiziell keine Definition von "Killerspielen" gibt und der Begriff lediglich alle Spiele zusammenzufassen versucht, in denen auch nur annähernd etwas gewaltähnliches vorkommt.) Doch das macht es nur umso einfacher, diese "Diagnose" zu stellen. Und im Endeffekt hat praktisch jeder ein Bisschen davon.

Zusätzlich trägt das alles dazu bei, dass es bald kein Normal mehr gibt. Jeder verdammte Furz wird heutzutage schon untersucht, beobachtet, klassifiziert und bekommt dann sein Label aufgedrückt, bis abso-fucking-lut ALLES den Namen irgendeines Wissenschaftlers trägt, der's "entdeckt" hat.
Aber was ist schon "normal"? Nichts, doch diese Entwicklung macht auch einen gewissen grünen Bereich immer schmäler und schmäler, bis er nichtmehr existiert, weil der Wissensdrang der Menschen ad absurdum geführt wurde.

2. Kann ich den Standpunkt verstehen und nachvollziehen.

Es nervt - is' so.
Bipolare/manisch depressive Leute nerven, weil sie entweder zu gut oder zu down sind. Depressive Leute nerven, weil meistens so scheiß down sind. Borderliner nerven weil sie mit allem immer gleich so maßlos übertreiben müssen oder verletzen sich selbst, weil grade nichts anderes greifbar ist, mit dem sie maßlos übertreiben und sich einen Kick verpassen können, oder sie tun's zur Entlastung. Paranoide nerven und Schizos nerven und Choleriker ... AAAARGH!!!
Und man darf es ihnen aber nicht sagen, weil man dann gleich als kaltherzig gebranntmarkt wird. Sie sind schließlich krank und können nichts dafür.
Dafuq?! óO
Von wegen? Ein nicht zu unterschätzender Teil davon sind ohnehin nur irgendwelche Fashion Victims von Teens, die auf der Trendwelle reiten. Die sind nicht depressiv oder sonstwas, die wollen bloß dazugehören, weil sie sich in ihrem Gefühlswirr-warr nichts anderes anzufangen wissen und entweder noch keine eigene Persönlichkeit entwickelt haben oder sich noch nicht richtig trauen, für diese einzustehen. Das schimpft sich Pubertät, Kinder! Da mussten wir alle durch!

Womit wir eigentlich wieder bei Punkt 1 wären: Es wäre einfach allen geholfen, wenn nicht jeder gleich wegen jeder kleinen Verhaltensauffälligkeit eine Diagnose aufgedrückt bekäme oder sie sich schlimmstenfalls sogar selbst verpasst. Psychische Krankheiten sind nicht cool. Sie sind keine persönlichen Special Edition Signature-Charaktereigenschaften, die man stolz mit sich rumträgt und allen präsentiert. Es sind Leiden, und genau so fühlen sie sich an. Spaß ist anders. 
Und damit bin ich dabei, was ich hier eigentlich sagen will: Unsere Erkrankungen nerven vor allem uns selbst.
Noch dazu kann man sich nunmal nicht um jeden kümmern. Ganz bestimmt nicht, wenn man durch ein psychisches Leiden eingeschränkt ist und tagtäglich genug mit sich selbst zu kämpfen hat. Da muss es auch mal erlaubt sein, zu sagen, dass einem die Scheiße nervt - nicht nur die eigene, sondern auch von anderen. Dabei sehe ich nicht ein, warum gesunden Menschen "aus Rücksicht" das Recht aberkannt werden sollte, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen.

3. Weil mich der Standpunkt sowas von scheiß immens anfuckt!

Es gibt nunmal einen beträchtlichen Teil von psychisch Kranken. Und ich meine hier wirklich k-r-a-n-k, nicht nur unglücklich.
Leute wie ich würden ohne Medikamente nicht funktionieren. Wir würden es an den meisten Tagen nichtmal aus dem Bett schaffen. Was erdreistet sich also jemand, zu behaupten, dass wir im Prinzip alle auf der selben Stufe des Unglücks stehen, und wir lediglich den Fehler machen, Zufriedenheit als Normalzustand anzusehen?
Schön, dass sich da jemand mit seinem jämmerlich belanglosen Dasein so gut abgefunden hat. Aber warum versuchen solche Leute mit einem derartig hohen Tellerrand, die offensichtlich keine tiefergehenden Erfahrungen im Umgang mit psychisch Kranken gemacht haben, und dahingehend dementsprechend keinerlei Kompetenzen aufweisen, sich das Recht herauszunehmen, über sie zu urteilen?
DAS ist es, was mich anfuckt.
Doch dahingehend gibt's leider noch viel schlimmere Leute mit ebenfalls viel schlimmereren, weil sogar noch unqulaifiziertereren Aussagen.
[Nachtrag 27.03.2015: Kuckt hierfür nur auf die Titelblätter und in die Berichte  zum Absturz der GermanWings-Maschine so ziemlich ALLER Tageszeitungen. Enough said. -.-]

Was ist so fucking schwer daran, die Dinge so sein zu lassen, wie sie sind? Und wenn sie einem nicht gefallen, dann nimmt man eben ein wenig Abstand davon. Aber man muss sie nicht gleich runtermachen oder gar zu ändern versuchen. Viele tun ja gerade so, als würde es wehtun, falls sie's nicht machen. Von mir aus klebt dem Zeug eine ID drauf, wenn ihr nicht anders könnt, aber:

Wenn man nichts gutes zu sagen hat, einfach mal die Fresse halten.

(Oh, the irony.)


CHRiS

PS:
Ich frage mich, wann Ignoranz offiziell als Krankheit anerkannt wird.

Stick it to the man, justice for all ...


Ehrlich gesagt ... ich weiß noch immer nicht so recht, was ich davon halten soll. Aber mal langsam.

"Who is Saul Goodman?"
Dieser Frage will Vince Gilligan - seines Zeichens Schöpfer, Autor, Produzent und Regisseur von "Breaking Bad" - in dieser Spinoff-Serie nachgehen.
Lange bevor Saul Goodman (erneut gespielt von Bob Odenkirk) nämlich zum "criminal lawyer" wurde, den wir aus "Breaking Bad" kennen, versuchte er sein Glück unter seinem richtigen Namen, James "Slipping Jimmy" McGill, als kleiner, nicht wirklich ernstgenommener Strafverteidiger, dessen Fähigkeiten eher belächelt wurden. Er hat bald die Schnauze voll davon, Sittenstrolche und Kleinkriminelle zu verteidigen, die schuldiger nicht sein könnten, und damit gerade genug Geld zu verdienen, um sich ein Büro im Hinterzimmer eines Nagelstudios leisten zu können ... in dem er meistens auch wohnt. Jimmy hat große Ambitionen: er will dicke Fische an Land ziehen und über Millionen verhandeln; er will den Durchbruch schaffen.
Zwischenzeitlich spezialisiert er sich auf das Altenrecht und verbringt viel Zeit damit, sich mit seiner betagten Kundschaft gutzustellen, um so an Aufträge ranzukommen. Testamente, Erbschaften, Verwandtschaftsstreitigkeiten und ... Rechnungen des Altenheims, auf denen mit seltsamen Codes gearbeitet wird, deren Entschlüsselung auf der Rückseite verdächtig klein geschrieben ist. James beginnt Nachforschungen anzustellen.
Selbstverständlich musste noch ein weiterer Publikumsliebling aus "Breaking Bad" in die Serie integriert werden: der pensionierte Polizist "Hitman" Mike Ehrmantraut (wieder verkörpert von Jonathan Banks).
"Better Call Saul" befasst sich nämlich auch mit den Anfängen der ... naja, ziemlich gespannten Geschäftsbeziehung der beiden. Mike verdient sich als Parkplatzaufseher ein wenig dazu und genießt die Ruhe, bis dieser nervige Anwalt in sein Leben tritt, der immer wieder Probleme hat, sein Parkticket zu bezahlen.

Dienstag, 24. März 2015

Arsch hoch

Ein wenig vermisse ich die Anstalt ja schon.
Vor allem den kostenlosen, scheinbar endlosen Tee-Nachschub ... und ja, auch die Leute ... zumindest ein paar davon, vorwiegend vom Personal.

Dienstag, 24. März 2015, 7:31 Uhr
Seltsame Gefühlsmischung über die vergangenen paar Tage, besonders gestern.
Ich habe letzte Woche bei der Psychosozialen Clearingstelle angerufen, die mir die Nummern einer Hand voll Therapeutinnen gegeben hat, welche Wartelisten für eine Einzeltherapie auf Krankenschein führen. Gestern Vormittag, zwischen 8 und 9 Uhr rief ich dann voller Tatendrang alle 5 durch, wobei allerdings zuerst keine erreichbar war. Immerhin 3 riefen innerhalb der nächsten 3 Stunden zurück. Somit heißt es nun abwarten, denn es gibt verhältnismäßig nur seeehr wenige Krankenscheinplätze, bei denen die Kosten vollkommen von der Krankenkasse gedeckt werden. Was anderes können sich viele nicht leisten. Immerhin kosten Psychotherapeuten pro Stunde normalerweise in etwa 100-120€, die man erstmal vorstrecken muss, bis man sich von der Krankenkasse einen Teilbetrag von ca.30-50€ rückerstatten lassen kann. :/ So einen Platz findet man relativ schnell. Doch für einen der gefragten "gratis" Therapieplätze muss man sich eben auf eine Warteliste setzen lassen. Bis man einen bekommt, kann das dann bis zu einem Jahr dauern. ... Naja, hoffen wir das Beste.

Außerdem sah ich mich über's Wochenende am Arbeitsmarkt um und suchte mir einige brauchbare Stellen raus. Insbesondere eine Suchanzeige sagte mir besonders zu: ein großes Taxiunternehmen in der Stadt sucht Verstärkung. Ich habe keinen Taxilenkerausweis, aber da stand, dass man sich auch ohne den Lappen zwecks Information ruhig melden kann, also rief ich nach der Sache mi den Therapeutinnen gleich dort an. Ein nett klingender Herr erklärte mir, wie man erstmal an den Ausweis kommt, und dass man danach ja über eine Arbeitsstelle reden könnte. Auf der Webseite des Wifis (Wirtschaftsförderungsinstituts) lernte ich, dass praktisch jeden Monat ein Kurs abgehalten wird ... für 240€. x_x ABER ich weiß ja, dass einem das Arbeitsamt die Kurse zahlt, sofern man eine Einstellungsbestätigung vorbei bringt. Soll heißen: Wenn man belegen kann, dass man einen fixen Arbeitsplatz zugesprochen bekam, sobald man die Weiterbildung erfolgreich absolviert hat, zahlt der Staat eben jene Weiterbildung. Ich rief sofort bei Herrn Taxi nochmal an und fragte, ob man denn über so eine Bestätigung reden könne. Nach der heutigen Gruppentherapie soll ich mich bei ihm melden, damit wir uns in der Stadt irgendwo treffen und quatschen können.
Ach ja, ab heute besuche ich jeden Dienstag eine Gruppentherapie von 10-11:30 Uhr. ^^ Ist auch so ein "kleines" Detail, das ich mir letzte Woche noch organisiert habe.

Samstag, 21. März 2015

Bla, Sonstiges und ein Update

Schon wieder!
Ich hab' einfach nur gute Gene, was meine Statur betrifft. Keiner kauft mir ab, dass mein Körperbau angeboren ist und ich NICHTS dafür tue, bzw. dafür kann, dass er so ist. Mich nervt's nicht, darauf angesprochen zu werden, doch frage ich mich, wo die Idee dazu herkommt. Ich selbst denke gar nicht, dass ich in irgendeiner Weise so sonderlich durchtrainiert aussehe, um es unbedingt erwähnen zu müssen. In letzter Zeit kommen dahingehend aber öfters Bemerkungen und die Frage (von Männern und Frauen gleichermaßen) in meine Richung, ob ich laufe, in die Kraftkammer gehe oder sonst irgendein Workout mache.
NEIN, mach ich NICHT!
Ich weiß, ein typischer Klischée-Nerdkörper, der von Nintendo, Sony und Microsoft aufgezogen wurde, sieht anders aus. Aber außer mir gibt's noch viele weitere, die den gängigen Vorurteilen widersprechen.

Wenn mir hier am Wohnheim eines nicht gefällt, dann die Tatsache, dass es sich hier um ein reines Männer-Wohnheim handelt.
Gemischt würde das Projekt hier auf Dauer nicht funktionieren, schon klar. Aber trotzdem vermisse ich den regelmäßigen Umgang mit dem anderen Geschlecht. Nicht, dass ich den an der Wall, während der Therapie, sonderlich gepflegt hätte. Doch es ist einfach was ganz anderes, wenn man weiß, dass man die Möglichkeit dazu hat. Ok, die hätte ich "hier" auch, dazu müsste ich nur rausgehen. ... und genau da liegt das Problem. ^^

Donnerstag, 19. März 2015

Leben 3.0 - Nochmal mit Gefühl

Donnerstag, 19. März 2015
Oh Mann, ist's hier ruhig schlafen. :D
Kein Schnarchen, keine Fresspakete, mit denen herumgeraschelt wird, keine Stuhlgänge mitten in der Nacht, keine Wecker, die schon um 5 klingeln. Einzelzimmer FTW. \m/
Dafür war der Tag aber auch anstrengend genug. Bin gespannt, wann ich mir die ganzen Namen merken werde. x_x

Trotz guter Nachtruhe war ich heute schon um 6 wach, ging eine Rauchen und das Tagesprogramm nochmal im Kopf durch.
Erst musste ich mal zum Arbeitsamt, mich wieder arbeitsuchend melden. Dann ging's weiter zu Dr. Igor, ein Rezept für die Medis holen. Hatte natürlich keinen Termin, was die Frau an der Anmeldung mit einem leisen, abschätzigen Seufzer quittierte. (Letztens hatte ich einen Termin und musste trotzden über 2 Std. warten. Von dem her, fuck it.) Nach 2 1/2 Stunden kam ich gerade noch rechtzeitig dran, damit ich's zum Vorstellungstermin für die Gruppentherapie schaffte, nachdem ich mir "mein Müsli" von der Apotheke geholt habe. Das ging sehr locker über die Bühne, dadurch bin ich Dienstag um 10:00 Uhr in der Gruppe mit dabei. Mal sehen, wie's bei denen so abläuft.
Mein Betreuer, Sitting Bull (er steht total auf alles, was mit amerikanischen Ureinwohnern zusammenhängt, und sieht auch sehr bullig aus), und Vater Theresa (kein Pfarrer, aber ein immer sehr froh gestimmter, gutgläubiger Mensch; frage mich, was der für Leichen im Keller hat) lassen mich anscheinend über's Wochenende erstmal "ankommen" und einleben. Ab nächster Woche werden dann wohl die Arbeitsdienste beginnen. Der allgemeine Ablauf ist so ziemlich standard: Aufstehen um 7, Mittagessen um 12 usw. und bla. Wirklich neu sind hier eigentlich bloß die Alkoholkontrollen, die jeden Tag, morgens und abends unter Aufsicht selbstständig zu tätigen sind. Bei Leuten, die in ihrer Vergangenheit mit Drogen zu tun hatten, werden die Überprüfungen mit Wischtests ergänzt.

Mittwoch, 18. März 2015

EINZELZIMMER, BITCHES!!! :D (Journeyal: Aftermath)

Dienstag, 17. März 2015
Mir ist heute erst aufgefallen, welche Vielfalt sich hier ständig im Raucherraum oder auch im Speisesaal versammelt. Ich spreche hier nicht von Rasse, Religion oder sowas, sondern von den (Einzel-)Schicksalen, den Lebens- und Leidengeschichten.
Ok, das hat man im Prinzip überall wo sich Menschen rumtreiben - z.B. der Arbeitsplatz oder Bahnhof. Aber es kommt "draußen" im Normalfall nicht vor, dass man von den Kreuzen weiß, die die Leute mit sich herumtragen. Hier drin haben wir manisch Depressive, schwerst Depressive, bis hin zu Boderliner, allgemein Verwirrte, Leute mit Aggressionsproblemen, Ex-Junkies und eine Mutter deren Kinder missbraucht wurden. Die sitzen alle hier direkt vor mir und reden über's Wetter, die Arbeit und wie gut/schlecht der Kaffee schmeckt.
...
Oder bin ich allein damit, das irgendwie bemerkenswert zu finden? óO

Mittwoch, 18. März 2015
Wow, die 3 Monate Therapieaufenthalt sind echt schnell verflogen. O.O
Heute ging's nach einem Verabschiedungsmarathon an der Wall zurück in die Wohngemeinschaft (+ dem obligatorischen 20€-Fresspaket vom Burger King, der auf dem Weg dahin lag :3 ). Hatte die letzten Tage dem Ganzen gegenüber ziemlich gemischte Gefühle. Einerseits hatte ich mich in der Klinik schon richtig gut eingelebt, und der Teil von mir, der größere Veränderungen verabscheut, wollte so gar nicht weg von dort. Andererseits ist man froh, endlich wieder ein Stück weiterzukommen. Besonders, wenn der Neue, der gestern ankam, aus dem Schnarch-Duo des Zimmers über Nacht ein Trio machte. x_x
Nun bin ich allerdings in der WG angekommen und schon ein paar Stunden hier. Die Leute sind ganz nett (soweit man das eben vom ersten "Hallo, ich bin [Name einfügen]"-Eindruck beurteilen kann), und die Regeln weichen nur selten vom Standard etwas ab. So konnten sich die Skepsis und Anspannung bereits ein wenig zurückziehen. Besonders das Einzelzimmer hilft mir dahingehend sehr. Nach Monaten habe ich endlich wieder einen kleinen Rückzugspunkt nur für mich ganz allein.
Daunenflauschdecke!!! Sowas hatte ich schon eine gefühlte Ewigkeit nichtmehr.:D
Hier kann ich vorerst bis zu einem Jahr lang bleiben, was aber nicht heißt, dass ich bis dahin nichts zu tun brauche. Es wird besonderes Augenmerk darauf gelegt, dass ich bald Arbeit finde, um mir was anzusparen, damit ich in naher Zukunft wieder was eigenes habe.
Aber vorerst muss ich mir vom Doc eine Rezept für die Medis geben lassen, die Medis besorgen, mich am Arbeitsamt melden und einen Vorstellungstermin für eine Gruppentherapie habe ich morgen auch. Wird sicher ein verdammt langer Tag. Doch vielleicht bekomme ich am Wochenende schon meine Lady und den Verstärker, die mein Bruder von der alten Frau geholt hat - das sorgt dann für Abwechslung, Ablenkung und zusätzliche Beschäftigungsmöglichkeit.

Irgendwas wollte ich den ganzen Tag lang noch zu der Geschichte schreiben, nur will's mir im Moment absolut nicht einfallen. Nah, fuck it. Vielleicht morgen. ^^

Montag, 16. März 2015

[Picture My Day #1 (Journeyal #35)]

Ich dachte mir letzte Woche, dass ich mich doch auch mal an so einem "picture my day"-Dings versuchen kann. Wunder mich ein wenig, dass ich da nicht schon früher dran gedacht habe. Immerhin sieht in der Therapie mein Tagesablauf doch "ein wenig" anders aus.
Montag, 16. März 2015
Das sieht richtig ungesund aus. XD
6:11 Uhr
Das bin ich in der ersten Stunde des Tages ... jeden Tag ... egal wann ich aufstehe.
Man kann den Systemen beim Hochfahren fast schon zusehen. Und WEHE es wagt jemand, mir in der Zeit eine Frage zu stellen, für deren Antwort man über den aktuellen Vormittag hinaus denken muss. Denn alles, was derjenige von mir bekommt, ist dieses Gesicht, das suggerieren soll, dass ich an dem Tag noch keinen Plan von gar nichts habe und/oder es mir (noch) scheiß egal ist.





Sonntag, 15. März 2015

Hmmm ... (Journeyal #34)

Freitag, 13. März 2015, 17:58 Uhr
Schonmal einen handgeschriebenen Brief eines verurteilten Kinderschänders in den Händen gehalten und gelesen?
Das war mit Abstand das interessanteste Negativ des ganzen Tages.
Dabei handelte es sich um Post, die Alice von ihrem Ex aus dem Gefängnis bekommt, die sie mich lesen hat lassen. Sie würde ihn am liebsten tot sehen, und er beschreibt indes die Einzelzelle, seinen Tagesablauf und was er an Einkäufen brauchen würde. In dem Zusammenhang findet sich in dem Schreiben sogar noch die Anweisung, dass sie ihm Geld überweisen soll.
Absolut nichts an dem Teil hat in irgendeinerweise eine Art Schuldeingeständnis angedeutet. Sogar der Schrift selbst konnte man entnehmen, dass der Brief nicht unter Stress oder anderen negativen Einflüssen geschrieben wurde. Ich musste lachen, weil ich keine passenden Worte, die auch nur annähernd den over 9000 Facepalms und WHAT-THE-FUCKs gerecht werden, für eine solche Dreistigkeit finde.
Zusätzlich wurde Alices 3-monatiger, per Gericht angeordneter Aufentahlt hier um weitere 6 Monate psychiatrische Behandlung ergänzt. Erst dann hat sie gute Chancen, zumindest für die kleinste Tochter wieder das Sorgerecht zu bekommen. Die beiden Teenager-Mädels haben im Heim inzwischen mit Rauchen und Trinken angefangen. Eine davon hat bereits begonnen sich zu ritzen und äußert Suizidgedanken. Ein Beschluss untersagt es Alice, mit ihrem neuen Freund, der hilft wo es nur geht, zusammen in eine Wohnung zu ziehen, mit der Begründung, dass dieser ja ebenfalls den Kindern etwas antun könnte. Das Jugendamt verbietet sogar, dass die Geschwister sich untereinander kontaktieren. Aber Hauptsache die Arschgeburt von einem pathologisch gestörten "Vater" darf munter drauf los schreiben.
Das ist eine der Geschichten, die das Leben schreibt. Selbst die am unwirklichsten erscheinende Science Fiction kommt an so einen Schwachsinn nicht ran. Mir bleibt wirklich nurnoch übrig, zu Lachen und den Kopf zu schütteln, da ich ehrlich keine Worte für sowas finde. Und da soll man Vertrauen in die Ämter, die Justiz und das Rechtssystem haben? Am Arsch.

Sonntag, 8. März 2015

"Damals" und jetzt (Journeyal #33)

Sonntag, 08. März 2015
"Nonconformity - right. I can't remember the last time saw a twenty-something kid with a tattoo of an Asian letter on his wrist. You are one wicked free thinker!
You want to be a rebel? Stop being cool. Wear a pocket protector like [Wilson] does, and get a hair cut like the Asian kids that don't leave the library for twenty hour stretches. They're the ones who don't care what you think."
- Dr. Gregory House
Die Szene aus "House M.D." fällt mir jedes Mal ein, wenn sich der Mainstream als alterativ und/oder individualistisch bezeichnet. Wieviele von euch ihre ach-so-gegen-den-Strom Outfits bei H&M, New Yorker etc. kaufen, erkennt man daran, dass die praktisch nurnoch so "ausgefallenes" Zeug verkaufen.
Ich wollte gestern nichts weiter als zwei stinknormale Jeans kaufen. Wäre ich auf der Suche nach eingerissenem, stonewashed Stretch-Röhrendenim gewesen, hätte ich's in jedem Store in allen Farben zu sämtlichen Preisen haben können. Ihr wisst schon. Die Art Hosen, bei denen man enweder keinen Arsch oder keine Waden haben darf, weil man sonst nicht reinkommt. Einige hatten auch diverse hässliche Muster eingestickt. Wieder andere sind ab Werk schon so abgefuckt und vor-gevintage'd, dass von der Hose beinahe nichtsmehr übrig ist, aber kosten trotzdem 50€. Es gibt also Leute, die für eine halbe Hose freiwillig das doppelte von einer ganzen zahlen. Bin wohl schon zu alt, um das zu verstehen.
Jedenfalls hatte ich die Hoffnung schon beinahe aufgegeben, doch schlenderte zum Schluss trotzdem noch in den C&A, und sei's nur komplettierungshalber gewesen, damit ich wirklich jeden Laden abgeklappert hatte. Siehe da: shit fucking 0-8-15 Jeans zu einem halbwegs angenehmen Preis, ohne Muster, Tubes oder twisted slim stretch-Scheiße! Ein einfaches Paar Hosen, nichts weiter.
C&A ist also der einzige Laden, wo man was herbekommt, dass sonst keiner (mehr) verkauft oder trägt, und ich bin einer der Wenigen, die das richtig gut finden.
...
Fuck, ich bin ein Hipster. D:

Freitag, 6. März 2015

Horizontale Fortschritte (Journeyal #32)

Donnerstag, 05. März 2015, 16:24 Uhr
Diese innere Unruhe hat sich in mir irgendwie festgefahren/eingegraben/was auch immer. :/
Außerdem habe ich das seltsame Gefühl, gestern beim Gespräch mit Fr. Rotwild was vergessen zu haben. So, als hätte ich was sagen wollen, bin aber nicht dazu gekommen. Egal jetzt. Den Blog hat sie sich bisher jedenfalls noch nicht angesehen. Is' vielleicht auch besser so.
Politik war kurz ein Thema, ebenso wie wir meine Ansicht der Menschheit im Allgemeinen ein wenig gestreift haben. Im Zusammenhang konnte ich auch erläutern, dass ich von rassisten und Homophobikern rein gar nichts halte. Mit dieser Überleitung kam auch wiedermal meine feminine Seite ins Gespräch, die kurz darauf mit Bisexualität in Verbindung gebracht wurde.
Ich seh's so: Ich bin zu 99% hetero, aber durch das eine Prozent kann und will ich nicht abstreiten, dass eventuell vielleicht noch das eine oder andere Experiment stattfinden könnte. Ich halte es zumindest nicht für unmöglich, nur für sehr unwahrscheinlich, weil ich einfach zu sehr auf Frauen abfahre und mich von Männern praktisch sehr wenig bis gar nicht sexuell angezogen fühle. Dabei haben wir's erstmal belassen.
Eine ihrer Aussagen zu meiner Person, meinem Verhalten und meiner Denkweise spiegelte genau das wieder, was ich bereits im DiAMETER niederschrieb und was sogar Mr. Minecraft diese Woche in der Musiktherapie bestätigte: Ich brauche sehr viel Sicherheit, Rückhalt, Bestätigung, da ich das als Kind nie wirklich bekommen habe, bzw. es mir nur vorgespielt wurde. Jetzt ist es leider so, dass ich von meinen Partnern erwarte, diese Lücken zu füllen. Ich brauche Nähe, Verständnis, Zuneigung, Anerkennung, Respekt. Doch wie kann ich das erreichen, wenn ich Menschen im Allgemeinen eher meide?

Mittwoch, 4. März 2015

Unruhe :/ (Journeyal #31)

Montag, 02. März 2015
Fühle mich irgendwie total durch den Wind.
Diese ständigen Stimmungswechsel hatte ich schon "ewig" nichtmehr, zumindest nich bewusst. Nun bin ich wiedermal launisch ohne Ende. Von freudig und entschlossen, über nachdenklich und zögernd, bis hin zu zweifelnd, nervös und ängstlich ist alles dabei. Oft mehrmals innerhalb weniger Minuten. Weiß nicht, was ich davon halten soll, aber ich fühle mich nicht wie ich selbst, sondern wie eine ungeordnete Aneinanderreihung verschiedener Versionen von mir. Ich schieb's mal nicht auf die Medikamente. Ich glaube, es liegt eher daran, dass ich die Geschichte von Alice noch verarbeiten muss.
Für bessere Laune und Ablenkung durch einen kleinen Nerdgasm sorgte jetzt am Abend das hier:
Wer ca. € 600.- übrig hat, darf sich den Cleaner in's Regal stellen. ^^
"Leon - Der Profi" ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme, mit Jean Reno, Natalie Portman (ihre erste Hauptrolle) und Gary Oldman in welchen ihrer besten Rollen, wie ich finde. Wer den Film nicht kennt: WHAT THE FUCK IS WRONG WITH YOU?! ANSEHEN! JETZT! EEEVERYOOONE!!!

Sonntag, 1. März 2015

"Familie" (Journeyal #30)

Samstag, 28. Februar 2015
Wieder zurück.
War von gestern auf heute wieder bei meinem Bruder eingeladen. Ich wusste von Anfang an selbst nicht, warum ich mich von ihm abholen lassen soll. Nur um ein wenig aus der Klinik rauszukommen? Diese Besuche geben mir nichts anderes, außer vielleicht drei, vier Bier und gutes Essen. Doch das zählt für mich relativ wenig. Emotional gibt es mir rein gar nichts. Ich habe mich sogar dabei erwischt, Heimweh nach der Anstalt zu haben. Und tatsächlich bemerkte ich, je länger ich darüber nachdachte, dass ich derzeit lieber hier bin als irgendwo anders.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Über Fehler in der Matrix und den Satz mit X ... (Journeyal #29)

Mittwoch, 25. Februar 2015, 19:04
Als Montags kein Einzelgespräch auf dem Plan stand, hielt ich es für einen dieser typischen kleinen Fehler, der nur auf dem Papier existiert und sicherlich im Laufe des Tages korrigiert werden wird, weil ich schließlich den Pfleger darauf aufmerksam gemacht habe.
Bis heute hat sich allerdings nichts geändert. Die Schwestern und Pfleger wussten auch nichts genaueres und nachtelefonieren brachte ebenfalls keinen Erfolg. Also bin ich auf gut Glück rüber ins andere Anstaltsgebäude, wo die Sitzungen immer stattfinden. In den Fenstern war's dunkel, und die Putzfrau konnte mir auch keine Auskunft über den Verbleib von Fr. Rotwild geben. Somit gab's heute unangekündigt und, laut meinem derzeitigen Wissensstand, grundlos eben kein Einzelgespräch. Well, fuck. :/
Darf man sich denn wirklich auf absolut nichts mehr freuen? Nichtmal auf eine Stunde Quasseln mit der Therapeutin?
Ja, ich freue mich auf solche Termine. Das Einzelgespräch und die Musiktherapie sind immerhin die einzigen beiden Sachen hier, bei denen ich Spüre, dass sich tatsächlich was tut. Und jetzt? ... Jetzt sitze ich hier, fühle mich als hätte ich einen emotionalen Tiefschlag wegzustecken und würde mich am liebsten einfach nur in eine dunkle Ecke verziehen, in der ich meine Ruhe habe. Solche Kleinigkeiten setzen mir oft ziemlich zu. Unter anderem auch, weil man sie so wunderbar einfach hätte vermeiden können.
Es wär' ja nicht so schlimm, wenn dabei nicht auch noch ältere Geschichten mit aufgewühlt werden würden. Dadurch bekommen die negativen Gefühle bezüglich dieser minimalen Kommunikations-Panne noch zusätzlich Öl ins Feuer, sodass die intuitive Enttäuschung sehr schnell wächst und einen einnimmt.
Außerdem habe ich ja noch das Problem, bei sowas immer gleich alles in irgendeiner Weise persönlich zu nehmen. Zum Beispiel weil ich ihr letzte Woche ja den Link zu diesem Blog hier gegeben habe. Ich bin prinzipiell auf eher negatives Feedback bzw. ein wenig Tough Love eingestellt. Jetzt bekomm' ich voerst jedoch gar nichts, was die Sache nicht unbedingt leichter macht. Sogar der Gedanke, dass ich sie damit vertrieben haben könnte und sie mir nun ausweicht, rauscht ab und zu durch den Kopf. Ich weiß, dass das ein, wenn schon nicht unmöglicher, aber doch sehr unwahrscheinlicher Fall wäre. Allerdings: negative Grundeinstellung + Ungewissheit = jede Menge Worst Case-Szenarien. Zumindest bei mir. :(

Gestern und heute ahnte ich aber schon, dass bald wieder Schrott passiert.
Ich hatte zwei unangenehme Deja Vus. Die Sorte, bei denen man nicht nur zu wissen glaubt, dass man das schonmal so geträumt hat, sondern einen auch noch das bedrückende Gefühl beschleicht, so als würde man wissen, dass gleich nichts Gutes passiert. Nur kann man eben nicht sagen, was es genau ist, das man da "erwartet". Man spürt nur das seltsame "WTF? Schon wieder?"-Gefühl des Deja Vus selbst, und das Böse, das irgendwo lauert und einem zuflüstert, dass die Situation "beim ersten Mal" schon nicht gut ausgegangen ist.
Gemessen an dem äußerst unbehaglichen Gefühl, das ich dabei hatte, kann ich mich eigentlich glücklich schätzen, wenn es danach nur eine ausgefallene Einzelsprechstunde zu beklagen gibt.

Montag, 23. Februar 2015

Grand Theft Fressalien (Journeyal #28)

Sonntag, 22. Februar 2015
Da Damien nun weg ist bin ich seit gestern einen Dienstgrad vom Vize- zum Parlamentssprecher für die Mitpatienten des Hauses aufgestiegen. (Jeden Freitag wird eine Hausparlamentssitzung abgehalten, in der organisatorisches von Seiten des Personals bekanntgegeben wird und diverse Anliegen der Patienten vorgebracht werden können.)
Erste große, inoffizielle Amtshandlung war einen Dieb zur Rede zu stellen.
In unserem Zimmer wurden über die letzten Tage öfter mal diverse Fressalien aus den Schubladen unserer Nachttische geklaut. Heute fanden wir durch des Täters eigene Fehler endlich raus, wer's war.
"Unterschätze niemals die Dummheit von Kriminellen.", habe ich mal irgendwo gehört, und es trifft in diesem Fall wunderbar zu. Weil's minderschwere Fälle waren habe ich ihn vorerst jedoch mit einer mündlichen Verwarnung davonkommen lassen, mit dem Hinweis darauf, dass die Person die erste ist, die ich mir schnappe, sobald wieder irgendwo was fehlen sollte.
Ich meine, was sollen denn bitte solche unnötigen scheiß Kindergarten-Aktionen. Da frisst man mir'ne Packung Haribo Gummis und einem Kollegen die Wurst weg, anstatt einfach mal zu fragen, ob man was davon abhaben kann. Außerdem liegt in der Schublade, die sich (bisher unverschlossen) direkt über meinem Naschzeug-Lager befindet, das Netbook, die externe Festplatte, meine Kopfhörer und mein altes Handy praktisch zur freien Entnahme. Doch da schnappt er sich lieber Süßkram. Es existieren nicht genug Facepalms auf der Welt, um sowas angemessen zu unterstreichen. Hoffentlich NOT to be continued.

Fuck. Ich bin innerlich so aufgewühlt, dass ich dieses Wochenende auch wieder nicht genießen konnte. Ständig diese irrationale Angst davor, dass mir die Zeit davonläuft. Dazu noch diese Ungewissheit darüber, wie's wohl nach der stationären Therapie weitergeht, obwohl doch immerhin die Wohnsituation schon geklärt ist. Außerdem verschwimmt mir der zeitliche Ablauf erst kürzlich passierter Dinge. Ich kann mich oft nichtmal einwandfrei daran erinnern, was gestern wann, wie war und ob es überhaupt gestern war oder letzte Woche. Sowas trägt ebenfalls nicht zur Beruhigung bei.
-
Montag, 23. Februar 2015, 17:57 Uhr
Und schon geht's nahtlos weiter mit dem Fressdiebstahl.
Jetzt verschwinden nämlich nach und nach Sachen aus dem Kühlschrank der Patientenküche. Man könnte es ohne weiteres dem bisherigen Täter zuschieben. Das wäre dann eben der kürzester und bei weitem nicht unlogischste Weg von A nach B, nur fehlen diesmal die Beweise. Bis wir welche haben könnte es praktisch jeder gewesen sein. Well, fuck. :/

Samstag, 21. Februar 2015

Medis Reloaded (Journeyal #27)

- Wellbutrin (Antidepressivum; keine Nebenwirkungen): 300mg täglich morgens
- Zoldem 10mg: je nach Bedarf bei starken Schlafstörungen;
- Abilify (zur Verminderung der Gedankenkreise und für Hebung der Stimmung + Motivation): begann mit morgens 2,5mg = Nervosität, auf die ab Mittag starke Müdigkeit folgte;
wurde dann erhöht auf 5mg abends = keine nennenswerten Probleme;
nochmalige Erhöhung um 5mg morgens = insgesamt 10mg = tagsüber starke innere Unruhe + Konzentrationsschwierigkeiten + nicht zu stillender Tatendrang;
Reduzierung der Morgenration auf 2,5mg + ...
- Akineton 4mg (um die Unruhe der Abilify auszugleichen und wieder etwas runterzukommen): Händezittern, Stress, vereinzelt kurze Angstschübe, noch immer Schwierigkeiten mit der Konzentration, verschwommene Sicht in Kombination mit Schwindelgefühl, Fokusieren sehr anstrengend, Erinnerungsvermögen geschrottet;
Schwindel ließ dafür stark nach;
Angstschübe kommen seltener vor, sind allerdings noch immer vorhanden
- Seroquel 25mg, Parkemed 500mg, bzw. Mexalen 500mg kommen situationsabhängig ebenfalls ab und zu zum Einsatz
... und das sind jetzt nur mal die vergangenen 2-3 Wochen.

Freitag, 20. Februar 2015

Vertrauen ist gut, ... (Journeyal #26)

Donnerstag, 19. Februar 2015, 16:42
Die Konzentrationsschwäche und das sehr begrenzte Erinnerungsvermögen fängt langsam an zu nerven. 
Ich tue mir sogar schon schwer, mich daran zu erinnern, was heute Vormittag gewesen ist. Hätte ich nicht gewisse Fixpunkte auf dem Plan, die praktisch jede Woche weitestgehend gleich sind, dann wär' ich total aufgschmissen. Ich könnte dann wohl nichtmal zwischen dem gestrigen Mittwoch und dem Montag letzter Woche unterscheiden.
Auch bemerke ich, dass heute die verschwommene Sicht wieder etwas schlimmer ist, als sie gestern war. Lange auf den Bildschirm oder andere Quellen von Kleingeschriebenem zu blicken ist echt anstrengend. Aber naja, ein Besuch beim Augenarzt wäre sowieso schon längst überfällig, sofern es ein physiologisches Problem ist.
Was mich allerdings am meisten beschäftigt ist diese innere Aufgewühltheit, dieser Stress, der sich ein paar Mal am Tag mit kleinen Angstattacken besonders bemerkbar macht. Es fühlt sich alles so schnell und unübersichtlich an, sodass ich Angst habe, die Kontrolle zu verlieren, irgendwas zu verpassen und/oder wieder unüberlegten Mist zu bauen, weil ich versuche nachzukommen.
Die Zeit verging rasend. Jetzt bin ich nurnoch 4 Wochen lang hier. Das lässt in mir die Hektik aufsteigen, da ich innerhalb dieser Zeit gerne noch so viel wie möglich gelernt und erledigt hätte, obwohl ich nichtmal weiß was genau. Aber vor allem muss ich dann ja wieder raus aus dieser Comfort Zone und "da draußen" weitestgehend alleine zurechtkommen. Ich hab' Angst davor. - dahingehend hat sich nicht viel geändert. Die Frage danach, warum ich mir das überhaupt alles nochmal antun soll, spukt ebenfalls noch immer in meinem Kopf herum.

Mittwoch, 18. Februar 2015

Lasset die Spiele beginnen (Journeyal #25)

Dienstag, 17. Februar 2015
Gestern haben wir in der Beschäftigunstherapie/Zerlegewerkstatt einen Nintendo 64 aus dem Schrott gefischt. Er sah noch gut aus, hatte alle Kabel und sogar 4 Controller dabei. Leider fehlte uns ein Spiel, um ihn gleich ausprobieren zu können. (Sowas darf man doch nicht einfach so zerschrotten. Also zumindest ich brächte es nicht über's Herz. D:) Wir schwärmten davon, wie geil "Mario Kart 64" dazu wäre. Schließlich ist es eines DER Multiplayer-Spiele überhaupt auf der Konsole.
Heute Vormittag kam einer unserer Zerlega-Kollegas plötzlich mit 3 Spielen an, die er ganz unten in der Schrotttonne gefunden hatte, aus der wir unsere Geräte holen. "Lamborghini Challenge", "Bomberman Hero" und ...
... wait for it ...
"Mario Kart", BITCHES!!! \o/ XD
Wie auf's Stichwort. ^^
Das Multiplayer-PRO Starterset aus dem Jahr 1998
Mittags hab' ich das Ding gleich ausprobiert und es funktioniert fast einwandfrei, bis auf das alte Leid, dass man öfter mal aus- und einschalten muss, um ihn zum Laufen zu bringen. Die Vorbesitzer hatten darauf wohl keinen Bock und haben gleich das ganze Set weggeworfen. Dafür sind jedoch die Analogsticks noch nicht allzu ausrangiert. (Die sind praktisch die einzige Schwachstelle der Controller.)

Montag, 16. Februar 2015

Medis (Journeyal #24)

Montag, 16. Februar 2015
Die vergangenen 2 Wochen waren sowas wie ein Experiment der Pillen-Jongleure.
Sich auf die richtige Dosis der richtigen Medikamente einstellen zu lassen ist teilweise echt anstrengend und manchmal verbunden mit etwas Trial & Error, also "1 Schritt vor, 2 zurück". Irgendwas is' immer, also heißt es geduldig sein.

Sonntag, 15. Februar 2015

Jubiläum (Journeyal #23)

Samstag, 14. Februar 2015, 13:13 Uhr
Valentinstag in der Klappse. Mal was anderes. Das hat schließlich nicht jeder. ^^

1 Jahr und 54 Minuten ist es nun her, dass ich den DiAMETER abgeliefert habe. (Ob das Ding überhaupt nich existiert?) Bisher ohne auch nur dem winzigsten Erfolgserlebnis in Form irgendeiner Reaktion. Würde mir schon genügen, wenn's nur'ne Ohrfeige wär'.
Frau Rotwild hat das im ersten Moment so aufgefasst, als wäre ich ein absolut unterwürfiges kleines Hündchen. Glücklicherweise konnte ich dem rechtzeitig entgegen wirken, bevor sich diese Ansicht ins Gedächtnis brennt. Im Laufe des Einzelgesprächs habe ich ihr auch vom DiAMETER erzählt und ihr die Bilder geszeigt.  Jetzt hätte sie gerne eine Kopie des schriftlichen Teils, um mir Feedback von außen, einer anderen Perspektive zu geben, selbst wenn es nur um eine Beurteilung dessen geht, ob ich mich verständlich ausgedrückt habe. Gleichzeitig ist die Bestätigung dafür enthalten, dass ich ihr keinen Scheiß erzähle. Und wer weiß schon, welche Informationen sie daraus noch entnehmen kann. Habe ihr jedenfalls zugesagt, es sie lesen zu lassen. Ist ja sowieso frei zugänglich im Netz, also warum dann gerade vor meiner Therapeutin verheimlichen.
Hadere jedoch noch mit dem Gedanken, ihr gleich den Link zum Blog zu geben. Nur ist der mit meiner gesamten Online-Persona und sämtlichen Accounts verbunden. Na das könnte was werden, wenn sie sich da tiefer hineingraben würde. ^^

Donnerstag, 12. Februar 2015

Bäh :/ (Journeyal #22)

D-o- n-n-e-r-s-t-a-g , 1-2. F-e-b-r-u-a-r 2-0-1-5, 1-5 : 1-6 U-h-r  [3.Anlauf]
(SO, jetzt aber! Shit fucking Blogger löschte mir gerade 2mal diesen Blogeintrag, sobald ich auf "Speichern" gedrückt hab ... und auch beim Autosave. >.<*)
Seit gestern Nachmittag hab' ich Fiebersymptone, aber keine erhöhte Temperatur. Mir ist nur manchmal schwindelig, kann mich nicht konzetrieren und mir oft auch einfachste Dinge nicht merken. Ab und zu verschwimmt mir die Sicht. Und teilweise tue ich mir schwer, zwischen Realität und einem Streich meines Gehirns zu unterscheiden. Gestern hörte ich während eines kurzen Schwindelanfalls plötzlich Stimmen, von denen ich jedoch nur unverständliche Gespächsfetzen mitbekam.. Ich kannte ihren Klang. Es waren die beiden anderen Mitpatienten, die noch da waren. Als ich aber von meiner Werkbank aufblickte, sah ich, dass die beiden gar nicht miteinander reden. WTF? Óo
Am gestrigen Vormittag hab' ich neue Medis bekommen - eine Pille, ein Mal täglich, die mich wieder etwas von der aufputschenden, um nicht zu sagen vollkommen überdrehten Wirkung der doppelten Dosis Abilify runterkommen lässt. (Ich hoffe, das geht nicht so weiter.; Meds gegen die Nebenwirkungen anderer Meds zu fressen wollte ich eigentlich so gut's geht verhindern.) Sie funktioniert, dämpft also Nervosität und Ungeduld um einiges runter. Doch vor allem durch den Zeitpunkt der ersten Einnahme könnte man so locker eine Verbindung zwischen meinem Befinden und den Medis herstellen. Wird beobachten das Ganze noch ein paar Tage.
Es könnte immerhin genauso gut bloß die Grippe sein, die hier seit ca. einer Woche nacheinander die Leute, Personal und Patienten gleichermaßen niederringt. Die diesjährige Grippe muss dann ein dementsprechendes Monster sein, wenn sie sogar mich erwischt. Normalerweise bin ich nämlich nur ein Medium, ein Überträger und kein "Endnutzer" von Krankheiten. Und schon gar nicht von solchem 0-8-15 Schrott. Vielleicht dass ich ein einziges Mal in 1-2 Jahren kurz einen Tag lang danieder liege, doch das war's dann auch schon.
Heute ist so ein Tag.